Bayern – Nationalpark steigert Rotwildstrecke deutlich

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Der Nationalpark Bayerischer Wald hat im Jagdjahr 2020/21 seine Rotwildstrecke massiv erhöht.

Mit 273 Stück ließ die Behörde rund ein Viertel mehr Stücke erlegen als im Jahr zuvor und sogar mehr als das Doppelte vom Jagdjahr 2018/19 (132 Stück). Also Grund gab ein Sprecher an, dass der Rotwildbestand deutlich angestiegen sei und derzeit mit 600 bis 700 Stück weit über der Zielmarke des Nationalparkplans liege. Diese betrage 250 Stück auf gut 24.000 Hektar Nationalpark. Obwohl für das Wildtiermanagement des Nationalparks auch wildbiologische Untersuchungen zu beachten sind, basiert die Zielmarke nahezu allein auf den forstlichen Erhebungen an der Waldverjüngung. Im Nationalpark wird ebenso wie im übrigen Bayern alle drei Jahre ein Verbissgutachten erstellt, allerdings mit verdichtetem Gitternetz.

Rothirsch bei Morgenstimmung in freier Natur
Foto: AdobeStock/taviphoto

Ein zusätzlich durchgeführtes Stichprobenverfahren bei Tanne und Vogelbeere zeige einen signifikanten Anstieg beim Verbiss, so der Sprecher. Dieser stehe in direkter Korrelation zur Rothirschdichte. Ein Blick in die Streckenliste zeigt aber auch, dass in den Jahren vor 2019 stets deutlich mehr Trophäenträger geschossen wurden als Alt- und Schmaltiere. Die Quote weiblicher Stücke liegt erst seit vorigem Jahr bei gut 50 Prozent. Im Nationalpark Bayerischer Wald wird die Wildbestandsregulierung nur in den Randbereichen durchgeführt. Zum Teil wird das Wild in sogenannten Vorfanggattern vor den Wintergattern isoliert und selektiv entnommen. Dies funktioniert aber laut dem Sprecher zunehmend schlechter, weil das Rotwild nicht mehr in die Gatter ziehe.

vk

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