Bau eines Anschusstisches

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Ein- und Anschießen der Waffe gehört zum jagdlichen Alltag. Doch nicht immer ist ein Schießstand in der Nähe. Jörg Rahn zeigt Ihnen, wie Sie den perfekten Anschusstisch mit Scheibenhalterung fürs Revier bauen können.

(Foto: Jörg Rahn)

Der Probeschuss von der Kanzel ging daneben. Der Repetierer muss nach dem Sturz also wieder einmal neu eingeschossen werden. Doch der nächste Schießstand ist eine halbe Tagesreise entfernt. Am Wochenende stehen andere wichtige Termine im Kalender. Urlaub machen? Bei der momentanen Auftragslage unmöglich. Gott sei Dank hat der Nachbar einen Anschusstisch im Revier.

Das Bauwerk besteht überwiegend aus Nadelkanthölzern und -brettern. Es ist ebenso wie die dazugehörige Scheibenhalterung überdacht und somit besser gegen Witterung und daraus resultierende Holzfäulnis geschützt.

Die Bauanleitung:

Der Bau beginnt mit den drei Standbeinen A, B1 und B2, die auf folgende Maße  zurechtgesägt werden:

A: 200 x 7,5 x 5 cm;

B1+B2: 195 x 7,5 x 5 cm

Das Kantholz A wird auf einer Höhe von 39 Zentimetern (cm) über die Dachlatten C1 und C2 (148 x 6 x 4 cm) mit B1 und B2 verbunden. Es entsteht das dreieckige Grundgerüst des Anschusstisches. Achtung: Nur an den Standbeinen B1 und B2 werden die Dachlatten C jeweils zweimal verschraubt. An A werden sie

zunächst nur angeheftet, weil B1 und B2 auf einen Außenkantenabstand von 140 Zentimetern ausgerichtet werden müssen. Eine angeheftete Hilfslatte fixiert die Kanthölzer in dieser Stellung. Erst wenn der Abstand zwischen B1 und B2 passt, werden die Latten C mit A fest verschraubt. Auf einer Höhe von 80 cm werden die Dachlatten D1 und D2 (148 x 6 x 4 cm) an A geschraubt. Damit die spätere Tischplatte ein leichtes Gefälle nach hinten bekommt, werden D1 und D2 an den rückwärtigen Beinen B auf einer Höhe von 75 cm befestigt.

Nach derselben Methode werden die Dachlatten E (190 x 6 x 4 cm) und F (176 x 6 x 4 cm) an den oberen Enden von A und B verschraubt. Achtung: Die Latte E sollte dabei um 2,2 cm über B1 hinausragen. F stößt wiederum von der gegenüberliegenden Seite gegen E und ragt somit automatisch über B2 hinaus. Dies gewährleistet einen gewissen Dachüberstand, der später das Holz vor Regen schützt. Über das Brett G (140 x 11 x 2 cm) werden an der Rückseite des Anschusstisches B1 und B2 miteinander verbunden.

Die Oberkante des Brettes sollte mit dem oberen Ende der Füße B abschließen. Auf das rückseitige Ende von E und F wird eine Dachlatte H (170 x 6 x 4 cm) geschraubt, die später als Träger für das Onduline-Dach dient. Die Dachlatte H sollte zu beiden Seiten gleichmäßig je 15 cm überstehen. Als nächstes wesentliches Bauteil wird das Dreieck J gesägt. Hierzu werden auf dem 44 cm langen Brett J an jeder Seite 4 cm abgemessen und der Punkt markiert.

Diese beiden Punkte werden mit der Brettmitte auf der gegenüberliegenden Seite durch einen Bleistiftstrich verbunden. An diesen beiden Linien wird das Brett jeweils durchgesägt, so-dass ein Dreieck entsteht. Dieses wird mit der Unterseite auf einer Höhe von 165 cm (Unterkante) auf die Frontseite von A geschraubt (siehe Abbildung links).

Auf dem Dreieck J werden die beidseitig abgeschrägten Bretter K1 und K2 (91 x 8 x 2 cm) verschraubt. Ihre Spitzen überdecken die Spitze des Dreieckes J. Über die Streben E und F wird das Brett L (170 x 8 x 4 cm) gelegt und an den Enden von K1 und K2 mit diesen verschraubt. Dabei stößt L gegen die Vorderseite der Streben K1 und K2.

Dachträger von vorne: Die Latten müssen passend angeschrägt und auf das Dreieck J geschraubt werden.
Dachträger von hinten: Die Latten K überdecken die Spitzen von Dreieck J, das zuvor auf A geschraubt wurde. (Fotos: Jörg Rahn)

Die Diagonalbretter M1 und M2 (166x11x2,5 cm) müssen jeweils an den Schmalseiten etwas angeschrägt werden, bevor sie an den Innenseiten von B1 und B2 sowie der Außenseite von A befestigt werden. Dabei stoßen M1 und M2 jeweils an das Fußende von B1 und B2 sowie am Fuß A gegen die Seitenstreben D1 und D2.

Als Tischauflage dient eine Siebdruckplatte N (124 x 100 x 2 cm), die an beiden Längsseiten um jeweils 32 cm ab-geschrägt wird. Die Frontseite weist dadurch nur noch eine Länge von 60 cm auf. In die längere, später rückwärtige Kante der Platte wird ein Halbkreis von 68 cm Breite und 40 cm Tiefe ausgeschnitten. Damit die Platte nicht seitlich wegrutschen kann, werden die Latten O (70 x 3,5 x 2,5 cm) an der Unterseite von O2N befestigt. Hierzu wird die Platte N auf die Trägerlatten D gelegt und bündig ausgerichtet. An der Unterseite von N wird anschließend mit einem Stift beidseitig eine Linie am Kontakt zu D1 und D2 angezeichnet.

An diesen Linien werden später die beiden Latten O (Außenkanten) angebracht. Das Brett S (76 x 9 x 2,5 cm) wird als weiterer Stabilisator 80 cm von B entfernt an die Unter-seite von D geschraubt und an beiden Seiten bündig an D abgesägt.

Als Gewehrauflage für verschiedene Höhen sowie rechts- und linksseitigen Anschlag dienen die Dachlatten P1 (50 x 6 x 4 cm), P2 (35 x 6 x 4 cm) und P3 (20 x 6 x 4 cm). Die Latte P1 wird so an A angeschraubt, dass N unter die Unterkante der Dachlatte geschoben werden kann. P2 und P3 liegen direkt aufeinander. Die Latten P müssen an beiden Seiten gleich weit über A hinausragen. Die Oberfläche der treppenförmigen Gewehrauflage wird zum Schluss mit Teppichbodenresten oder Filz beklebt, da Holz auf Holz (Schaft) vibriert und somit eine ungenaue Treffpunktlage verursacht. Außerdem wird dadurch ein Verkratzen des Gewehrschaftes verhindert.

Die Tischplatte: Empfohlen ist ein Ausschnitt von 68 x 40 cm, der aber je nach Körpergröße des Schützen größer oder kleiner gewählt werden kann.

Da die Tischplatte N herausgenommen werden kann, ist auch ein stehender Anschlag möglich. Für das Dach werden vier weitere Latten R (170 x 6 x 4 cm) im gleichen Abstand zwischen H und L verteilt angeschraubt. Aus Stabilitätsgründen werden die Bretter Q (170 x 6 x 2,5 cm) seitlich auf H, R und L befestigt. Als Dach dienen zwei Onduline-Wellplatten, die auf die Latten genagelt werden. Das Sitzbrett T (160x30x4 cm) wird auf die Dachlatten C gelegt und bleibt verschiebbar.

Bauanleitung Scheibenhalter

Die beiden späteren Standbeine A1 und A2 (134 x 6 x 4 cm) werden im Abstand von 120 cm (Außenkanten) parallel zueinander auf eine ebene Fläche gelegt. Auf einer Höhe von 68 cm wird das Brett B1 (120 x 7 x 2 cm) auf A1 und A2 geschraubt; 59 cm darüber (Innenkantenabstand) findet das Brett B2 seinen Platz.

Kantholz C1 (120 x 4 x 4 cm) wird so auf B1 geschraubt, dass die Unterkanten bündig miteinander abschließen. Genauso wird Kantholz C2 anschließend auf B2 befestigt. Die Oberkanten von C2 und B2 müssen bündig abschließen. Auf gleicher Höhe wie B1 und B2 werden die Bretter B3 und B4 (120 x 7 x 2 cm) auf C1 und C2 montiert. Dadurch entsteht eine Schiene, auf der später die eigentliche Scheibe eingeführt wird. Die Ständer A3 und A4 (134 x 6 x 4 cm) schließen die Scheibenhalterung nach hinten ab. Sie werden deckungsgleich mit A1 und A2 auf B3 und B4 geschraubt. Mit Winkeleisen wird der Scheibenhalter auf den Brettern D (100 x 11 x 4 cm) befestigt. Die Entfernung zum vorderen Ende von D sollte dabei 20 cm betragen.

Als zusätzliche Strebe dienen die Diagonalen E (153 x 8 x 2,5 cm), die beidseitig angeschrägt und von außen auf D, A3 und A4 geschraubt wird. Über dem oberen Ende von E werden die Bretter F (43 x 16 x 4 cm) an die Ständer A angebracht. Zuvor schrägt man die Dachfirste F an der schmaleren Seite um 10,5 cm ab. Auf diese Schrägen werden später die Dachbretter G (150 x 22 x 2 cm) genagelt. In der Mitte der unteren Seite von F wird jeweils eine 4 cm breite und 3 cm hohe Einkerbung gesägt. Durch diese Öffnung wird später die Scheibe aus der Halterung gezogen.

Die Bauteile der Scheibenhalterung

Die Lücke zwischen G1 und G2 spielt keine Rolle, wenn später Dachblech aufgenagelt wird. Soll jedoch Teerpappe Verwendung finden, sind die beiden Firstseiten abzuschrägen. Die Platte für die Anschussscheibe besteht aus einer MDF-Platte H (64 x 64 x 1 cm). Auf deren Kantenwerden die Leisten J (64 x 2,5 x 1 cm) und K (59 x 2,5 x 1cm) befestigt. Auf der gegenüberliegenden Seite werden die Leisten L (59 x 2,5 x 1 cm) je an den seitlichen Rändern vernagelt. Als Abschlüsse am unteren und oberen Ende von H dienen die Leisten M (64 x 2,5 x 1 cm).

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