Blattjagd

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Blattjagd

Die Blattjagd auf den Rehbock ist die spannenste Jagdart auf Rehwild. Hier lesen sie wie es geht, die besten Tipps und packende Erlebnisberichte. Leise und verhalten oder gleich richtig loslegen? Was Experten zu dieser Frage sagen, und welcher Blatter die lautesten Brunfttöne hervorbringt, lesen Sie hier im WILD UND HUND-Blattjagd-Spezial!

Erleben Sie den unumstrittenen Experten Klaus Demmel auf der Lockjagd. Er zeigt seinem Jagdfreund Norbert und Ihnen, wie es geht.

Die Zeit, in der die Böcke aufs Blatt springen, ist für viele Jäger der jagdliche Höhepunkt des Jahres. Die folgenden Blattjagdgeschichten und Erfahrungen machen Appetit auf mehr.

Erfolgreich Blatten mit Klaus Demmel

Die Blattjagd auf den Bock ist der jährliche Höhepunkt in jedem Rehwildrevier. Damit die alten Recken springen, muss man die richtigen Töne treffen. Zum Seminar…

Hier finden Sie eine Auswahl von nützlichen Artikeln für die Bockjagd.

7 Blattjagdtipps

  1. Eine Ricke vor dem Blattstand am Einstand
    Bereits auf die ersten zaghaften Kitzrufe am Einstandsrand erscheint diese Geiß und äugt zum Blattstand.
    Tipp: Ruhig bleiben und auf weitere Reaktionen des Stücks warten. Abbaumen würde viel zu viel Unruhe erzeugen. Außerdem kommen die Böcke zu den Geißen. Die Ricke kann also als „lebendes Lockbild“ genutzt werden. Sobald sie etwas weiter vom Stand weggezogen ist, erneut blatten. Aber jetzt mit dem Sprengfiep beginnen.
  2. Ein junger Bock steht zu
    Auf eine Serie von Schmalreh-Fieptönen erscheint am Abend dieser Jüngling anstelle des dort bestätigten alten Bockes und nähert sich dem Blattstand.
    Tipp: Ist der Junge nahe aufgerückt, zunächst jegliche Lockrufe unterlassen und absolut ruhig verhalten. Bei gut einsehbarem Gelände den Jüngling wieder wegziehen lassen und erneut blatten. Junge Böcke springen mehrfach, wenn sie nicht anderweitig vergrämt werden. So kann der Jäger den hin- und hereilenden für sich nutzen. Der Platzbock wird ihn mitkriegen und eventuell aus der Deckung kommen. Vorsicht: Alte, territoriale Böcke springen am Abend oftmals erst im letzten Büchsenlicht.
  3. Alter Bock jagt jungen Bock
    Nach ein paar Schmalreh-Fiepserien und Sprengrufen erscheint ein junger Bock. Kurz darauf bricht der erhoffte Erntebock aus dem Einstand und jagt den jungen Rivalen.
    Tipp: Sofort Waffe in Anschlag bringen und versuchen, den alten Bock durch weitere Sprengrufe oder nachgeahmtes Schrecken zum Verhoffen zu bringen. Gelingt dies nicht, weil der Bock nicht hält oder weil die Schussdistanz inzwischen womöglich zu weit ist: warten und horchen! Spätestens 15 Minuten, nachdem von den Rivalen nichts mehr zu hören ist, erneut eine Rufserie mit Sprengrufen beginnen.
  4. Geiß mit Kitzen vor Blattstand
    Auf eine Sprengrufserie erscheint diese Geiß mit ihren Kitzen nur wenige Meter vor dem blattenden Jäger, tritt energisch mit den Vorderläufen auf und schreckt.
    Tipp: Eine optimale Situation, wenn ein alter, heimlicher Bock in der Nähe ist. Die lassen sich nämlich nur schwer aus ihren Einständen heranblatten. Sitzen bleiben und keine verräterischen Bewegungen machen. Jetzt sind drei Lichterpaare auf den Jäger gerichtet. Sprengruf und Geschrei fordern nicht nur Böcke, sondern auch die territorialen weiblichen Stücke heraus, die aus reiner Neugierde oder zur „Revierverteidigung“ zustehen. Die Rehe wegziehen lassen und es erneut versuchen. Auch wenn die Geiß mit den Kitzen wiederholt springt, bedeutet dies nicht, dass kein Bock in der Nähe ist. Mit etwas Glück locken die Geiß, ihre Schrecklaute und die Sprengrufe den alten, heimlichen Bock.
  5. Alter Bock treibt Ricke oder steht bei Ricke
    Die ersten Fieparien waren erfolglos. Plötzlich erscheint vor dem Blattstand ein treibendes Rehpärchen. Es ist der gesuchte Bock! Doch das Brunftgeschehen ist zu weit weg für einen Schuss.
    Tipp: Beobachten, in welche Richtung sich der Brunftreigen bewegt. Versuchen Sie, mit Kitzfiepen die Aufmerksamkeit der Geiß zu gewinnen. Während der Brunft verhält sich das weibliche Stück meist vorsichtiger als das männliche. Böcke sind zu dieser Zeit geradezu kopflos. Vernimmt die Geiß die Kitzfiepe, wird sie in aller Regel in Richtung der Laute lenken und den gesuchten Bock mitziehen. Es kann aber auch sein, dass die Ricke die Richtung ändert und direkt zu den abgelegten Kitzen anstatt zur Quelle des Lockrufes zieht. In diesem Falle weiter beobachten und weiter probieren, ansonsten den Standort wechseln.
  6. Schreckendes Rehwild
    Bereits beim Angehen des Blattstandes schreckt Rehwild im angrenzenden Einstand. Der Jäger hat sich offensichtlich verraten. Ist dieser Platz für heute aussichtslos?
    Tipp: Es ist ein Unterschied, ob das Rehwild Sie aufgrund Ihrer Wittrung, eines von Ihnen verursachten Geräusches wahrgenommen hat oder ob es Sie aus dem Einstand heraus eräugt hat. Im ersten Fall sieht es eher schlecht aus. Wenn der Wind nicht passt, ist der Stand eh uninteressant. Haben Sie sich jedoch nur vertreten und eventuell ein etwas lauteres Ästeknacken verursacht, ist dies halb so schlimm. Außerdem wissen Sie nicht, von welchem Stück die Schreckgeräusche verursacht wurden. Schreckende Schmalrehe beispielsweise beeindrucken den selbstsicheren territorialen Bock recht
    wenig – sofern er die Ursache des Schreckens nicht auch selbst mitbekommen hat. Bleiben Sie zunächst ruhig sitzen, und beginnen nach einer Wartezeit von mindestens 15 Minuten mit einer zaghaften Kitzfiep-serie. Steigern Sie langsam die Strophen über den Schmalrehfiep bis zum Sprengfiep.
  7. Sichernder und vorüberziehender Bock
    Auf die Blattarien springt der gesuchte Recke, verhofft aber immer hinter einem Baum. Der Jäger kommt nicht zu Schuss, der Bock kommt stetig näher, zieht um den Jäger herum und springt ab.
    Tipp: Gerade in dichten Waldbeständen, in denen bevorzugt ältere heimliche Böcke ihren Einstand haben, kommt diese Situation häufig vor. Je näher der Gehörnte kommt, desto skeptischer wird er und versucht, scheinbar unbeeindruckt von den Fieplauten, einen Bogen zu schlagen, um Wind zu holen. Es scheint, als springe er jeden Moment ab. Jetzt hilft nur noch ein beherztes „Schrei-Konzert“, um ihn zum wiederholten Zustehen zu verführen. Der territoriale Bock wird einen Rivalen vermuten und kann sofort wieder zustehen. Sollte er nicht direkt umdrehen, bleiben Sie gelassen. Warten Sie drei bis fünf Minuten und beginnen erneut mit einer Sprengruf- sowie einer Geschreiserie. Knacken Sie zusätzlich mit Ästen oder ahmen Sie mit einem Ast auf dem Boden Plätzgeräusche nach. Erfahrenen Blattjägern ist es mit dieser Taktik gelungen, den vorsichtigen alten Bock aus der Deckung zu locken.