Bundeszentrum Weidetiere und Wolf eröffnet

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In Eberswalde (Brandenburg) hat die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, ein neu gegründetes „Bundeszentrum Weidetiere und Wolf“ eröffnet.

Bundesministerin Julia Klöckner bei der Eröffnung des neuen Bundeszentrums Weidetiere und Wolf in Eberswalde (Foto: BMEL/ Photothek)

Aufgabe des Zentrums soll es sein, praxisgerechte Lösungen und Möglichkeiten der Koexistenz von Weidetieren und Wolf zu erarbeiten und Konflikte zu verringern. Im Einzelnen soll das Zentrum mit drei Planstellen alljährlich die Maßnahmen zum Herdenschutz und die Übergriffe durch Wölfe erfassen, Schutzmaßnahmen optimieren, Forschungsprojekte entwickeln und den Dialog fördern.

Ministerin Julia Klöckner betonte, dass sowohl Wolf wie Nutztiere Anspruch auf Schutz hätten. Die rechtliche Klärung der naturschutzrechtlichen Einstufung des Wolfes sowie strategische Überlegungen zur Regulierung des Wolfes gehören deshalb auch zu den Aufgaben des Zentrums, das jedes Jahr rund eine halbe Million Euro kosten wird.

Der Informationsdienst Topagrar ließ dazu Wendelin Schmücker, den Vorsitzenden des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung zu Wort kommen: „Wegen des unkontrollierten Populationswachstums ist die Weidetierhaltung in ganz Deutschland in Gefahr. Das Bundeszentrum Weidetiere und Wolf ist keine Lösung, sondern nur eine Verlagerung der Probleme in die Hände des Bundes, der nicht mal den günstigen Erhaltungszustand ausrufen kann oder will.“

Der Schäfer fordert ein wirkliches aktives Wolfsmanagement statt einer Wolfsverwaltung. Es gebe keine praktikable Herdenschutzmaßnahme, um Wolfsrisse zu verhindern, aber sie verursachten hohe Kosten und einen enormen Aufwand in den Betrieben. „Eine Regulierung der Wölfe in Deutschland ist dringend erforderlich“, so Schmücker weiter.

Bereits am 12. März hatte der Förderverein den Abschuss aller überzähligen Wölfe gefordert. Die Akzeptanzschwelle sei überschritten. Die „friedliche Koexistenz“ sei ein absurdes Märchen.

rdb

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