Buschmann spricht „Waschbär-Machtwort“

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Für Verwunderung sorgte Ende vergangener Woche eine Meldung der Neuen Osnabrücker Zeitung, wonach der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) eine ganzjährige Bejagung aller Waschbären forderte. Nun bemüht sich der Nabu darum, die Wogen zu glätten.

Nabu
Holger Buschmann vom Nabu Niedersachsen sieht in der Bejagung des Waschbären derzeit keine Maßnahme für den Artenschutz.
Foto: Markus Hölzel

Besonders ärgerlich für den Verband: Nicht nur einige Fachmedien, sondern auch überregionale Tageszeitungen und große Online-Portale hatten die Meldung ungefiltert übernommen und weiterverbreitet. Nun bemüht sich Niedersachsens Nabu-Präsident Holger Buschmann um Schadensbegrenzung. Laut Buschmann sei die Aussage zum ganzjährigen Abschuss des Waschbären so nicht getroffen worden und entspreche nicht der  Nabu-Meinung. Seine Klarstellung: „Der Nabu Niedersachsen fordert in keiner Weise den ganzjährigen Abschuss des Waschbären in Niedersachsen! Es gibt keine belastbare Datengrundlage, inwieweit der Waschbär Auswirkungen auf die Bestände von Amphibien auf Populationsebene hat. Nur über ein Monitoring, was einzurichten wäre, lassen sich dazu belastbare Daten ermitteln.“
Bisher hatte der Nabu immer behauptet, eine Bejagung des Waschbären sei ohne Auswirkungen auf die Population. Zwar könne der Waschbär örtlich ein Problem für Kiebitz, Amphibien oder Rotmilan darstellen, doch nur, wenn die Lebensräume nicht strukturiert genug wären. Man solle sein Augenmerk daher auf intakte Lebensräume und nicht auf die Bejagung des Waschbären richten, so die eindimensionale Sichtweise der Nabu-Führung.
An der Basis sieht man das offenbar etwas anders: Dort ist schon länger bekannt, dass Waschbären Krötenschutzzäune als Nahrungsquellen für sich erschlossen haben und dort Kröten, Frösche und Molche in Massen fressen. Mit Einsetzen der diesjährigen Krötenwanderung wurde dies im Weserbergland deutlich, und einer der dortigen Amphibienexperten forderte Abhilfe –offenbar ohne das mit der Führungsspitze abgestimmt zu haben. mh