Eichenprozessionsspinner: Die Gefahr ist wieder da!

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Vor allem in tieferen Lagen schlüpfen im April/Mai wieder die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Die langen Brennhaare der rund fünf Zentimeter langen Schädlinge enthalten ein Nesselgift, das für Menschen gesundheitsgefährdend sein kann.

Die Brennhaare der Raupe können beim Menschen eine sogenannte Raupendermatitis auslösen.
Foto: Pixabay

Bei Hautkontakt mit den durch die Luft schwebenden Härchen kommt es zu juckenden Rötungen. Werden die Haare eingeatmet, können Schwelllungen im Rachen und Atemprobleme folgen. Gefährlich sind die mit Widerhaken besetzten Härchen besonders ab dem dritten Larvenstadium im Mai/Juni.

Die bis zu 200 Eier des unscheinbaren Waldschmetterlings überwintern in der Borke von Stil-, Trauben- und Roteichen. Die gespinstartigen Nester befinden sich meist in einigen Metern Stammhöhe. Von dort machen sich die Raupen in Prozessionen auf zu den Blättern. Das Insekt wurde schon häufig intervallartig zur Plage, besonders aber in Trockenperioden wie seit 2018.

Befinden sich Nester im Revier im Aufenthaltsbereich von Menschen, z. B. Ansitzeinrichtungen, empfiehlt sich ihre Entfernung. Dringend abzuraten ist vom Abflämmen, wegen Baumschäden, Brandgefahr und einer Verwirbelung der Brennhaare.

Viele Dienstleister haben in den letzten Jahren auf die Nachfrage reagiert und bieten mobile Lösungen zur EPS-Bekämpfung. Die Absaugmethode ist wegen des technischen Aufwands (Anfahrt, Hubsteiger, Schutzausrüstung) nicht gerade preiswert. Günstiger ist das Aufbringen von giftfreiem Heißschaum mittels Lanze. In Versuchen blieben die Eichenborken durch das heiße Wasser unbeschädigt.

Wer eine alternative Lösung anwenden möchte, kann folgendes ausprobieren: Ein Ring aus grober Schafswolle um den Stamm gebunden, hindert die Raupen daran, zum Fressen in die Krone zu wandern. Die Wolle wird in armdicken Kordeln über und unter dem Nest um den Stamm gelegt. Beobachtungen haben gezeigt, dass die Raupen die Wolle nicht überkriechen und verhungern. Eine Gewähr auf diese Methode gibt es jedoch nicht.

Carsten Krystofiak

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