Fit für die Drückjagd, Teil 3

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Fit für die Drückjagd, Teil 3
TRAININGSPLAN, 5. UND 6. WOCHE
Im letzten Teil seiner Serie zeigt Ihnen WuH- Schießexperte Andreas Bach, wie Sie Ihrer Schießtechnik vor der Drückjagd den letzten Schliff geben.

Die in den letzten beiden Artikeln (siehe WILD UND HUND 16 und 17/2014) behandelte Grundlagenschießausbildung ist nun abgeschlossen. Wurde fleißig geübt, ist man jetzt fast fit für die Drückjagd. In den nächsten beiden Wochen geht es darum, Handlungsabläufe zu verfeinern und besondere jagdliche Situationen zu trainieren, um intuitive Handlungssicherheit zu erlangen. Ob ein Stand am Boden oder ein Drückjagdbock, die perfekten Schießstandbedingungen findet man auf der Jagd äußerst selten. Deshalb muss
sich der Jäger auf diese Situationen einstellen. Im vorbereitenden Schießtraining sollte er deshalb seine Ausrüstung mitführen und die persönliche Drückjagdkleidung tragen. Anschläge, die in der schicken Schießweste funktionieren, sind mit dicken Winterjacken nicht mehr selbstverständlich. Das Trockentraining wird zudem nun ins Revier verlegt.

Stand am Boden
Bei der Wahl des Trainingsortes kommt es nicht darauf an, ob der Stand aus jagdlicher Sicht sinnvoll ist. Nach einigen Übungsanschlägen wird die Örtlichkeit gewechselt, um möglichst vielfältige Situationen zu trainieren. Fester und loser Untergrund wechseln sich mit ebenen und geneigten Standorten ab. Der Schwerpunkt liegt auf dem zügigen Einnehmen des korrekten Anschlages. Fuß- und Hüftstellung steuern den Voranschlag des
Schützen. Der Trainingsort wird vorbereitet, indem mehrere Schnüre oder Bänder rings um den Schützen zwischen den Bäumen gespannt werden. Bei den Übungen werden stets Pufferpatronen verwendet.

Übung 1
Sie sitzen wie auf der Jagd auf einem Sitzstock. Die Waffe ruht auf den Knien. Alternativ können Sie am Baum stehen und Ihr Gewehr neben sich an den Stamm lehnen. Auf Anweisung des Schießlehrers oder einer zweiten Person gehen Sie in die angewiesene
Richtung in Anschlag und schwingen mit der Waffe entlang des Bandes. Mit Pufferpatronen geben Sie je zwei Schüsse ab. Danach erfolgt zügig ein Magazinwechsel

Übung 2
Der Ablauf ist ähnlich wie bei Übung 1. Zusätzlich aber geben Sie einen Folgeschuss, angestrichen am Baum (alternativ mit Schießstock oder Dreibein) auf ein kleines Ziel ab. Simuliert wird dabei ein krankgeschossenes Stück, das etwas entfernt vom Schützen zu Boden geht und teilweise durch die Vegetation verdeckt ist. Bekanntermaßen darf bei einer
Drückjagd der Stand nicht verlassen werden. Der notwendige Fangschuss muss also mit höchster Präzision auf Distanz auf Haupt beziehungsweise Träger abgegeben werden. Der Ablauf der Übung ist sehr komplex, da der Jäger vom Schnellschuss auf ein bewegtes Ziel unvermittelt auf den Präzisionsschuss umschalten muss.

Drückjagdbock
Ein Drückjagdbock gibt dem Schützen etwas mehr Überblick und für den eben beschriebenen Präzisionsschuss die Möglichkeit, aufgelegt zu schießen. Werden die Sauen von Weitem erkannt, klappt man das Sitzbrett hoch, um möglichst ungehindert schießen zu können. Taucht das Wild jedoch plötzlich hinter oder seitlich vom Schützen auf, muss schnellstens in Anschlag gegangen werden. Man hat kaum Zeit. Wichtig ist die Fußstellung. Notfalls kniet der Jäger auf dem Sitzbrett. Die Übungen 1 und 2 werden ähnlich wie oben beschrieben durchgeführt. Die Präzisionsschüsse gibt der Jäger im Sitzen aufgelegt ab. Auch beim Trockentraining organisiert man sich wie bei der Jagd. Wechselmagazine finden sich immer in derselben Jackentasche (beim Rechtsschützen links), Rucksack und Fernglas sind stets am selben Ort.

Hochsitz
Geschlossene Hochsitze sind aufgrund des geringen Schwenkbereiches nicht ideal. Auf offenen Leitern muss meist im Sitzen geschossen werden. Das Schießen im Stehen wird zur akrobatischen Herausforderung oder ist einfach unmöglich. Schnell bewegtes Wild kann so nicht beschossen werden. Mit einem Bein kniend auf dem Sitzbrett schafft man sich etwas mehr Bewegungsfreiheit.