GRÜNE Neuausrichtung der Waldpolitik

1952

Seit dem 8. August gibt es nun auch ein „Grünes Autor*innenpapier“ zur Neuausrichtung der Waldpolitik in Deutschland.

Die „Zukunft für die heimischen Wälder sichern“ heißt es, und da GRÜNEN-Vize Robert Habeck zum Autorenkollektiv gehört, kann man das Papier wohl als die offizielle grüne Waldpolitik ansehen. „Der Wald ist ein wichtiger Teil unserer Heimat“ lautet der erste Satz, und bis dahin dürfte die Konzeption auf breite Zustimmung stoßen. Die bisherige Waldförderpolitik wird als verfehlt und als „Scheckbuchpolitik“ gebrandmarkt, die dem Ruf der großen Waldbesitzerverbände gefolgt sei. Es seien bislang kaum wirksame Anreize für Klimaresilienz, Naturnähe oder mehr Biodiversität gesetzt worden.

Alter toter Baum in einem Wald
Welche heimischen Baumarten werden überleben, wenn wir ein Mittelmeerklima haben? Darf man „Exoten“ wie die Douglasie oder die Roteiche für die Wiederbewaldung kategorisch ausschließen?   Foto: Rolf D. Baldus

Unter den grünen Vorschlägen zur Neuausrichtung der Waldpolitik findet sich vieles, was längst gesetzlich geregelt und gute forstliche Praxis ist, wie ein Verbot von Kahlschlägen. Doch dann wird es brisant. Fördergelder soll es nur noch für einen „Gemeinwohlnutzen“ geben und wenn die Bewirtschaftung ökologischen Anforderungen genügt. Eine automatisierte und bürokratiearme Zukunftswaldprämie soll naturnahe und klimaresiliente Waldökosysteme schaffen. Die Steuerung könnte alljährlich über Fernerkundungsdaten erfolgen, die etwa über Satelliten gewonnen würden.

 

Die GRÜNEN setzen bei der Aufforstung auf heimische Baumarten. Die massenhafte Pflanzung nicht heimischer Baumarten aus anderen Erdregionen würde erhebliche Risiken neuer flächiger Kalamitäten zur Folge haben. Exotische Baumarten würden unsere Waldwirtschaft „auf einen sprichwörtlichen Holzweg führen.“ In einem ersten Schritt zu mehr Wildniswäldern sollen zunächst mindestens fünf Prozent der Waldfläche aus der Holznutzung genommen werden.

rdb

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