Hessen-Landtagswahl: Weitere Einschränkungen für Jäger

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Den hessischen Jägern und Grundeigentümern droht eine weitere Aushöhlung des Jagdrechts. Nach der Landtagswahl vom 29. Oktober deuten alle Zeichen darauf hin, dass CDU und Grüne ihre Koalition mit der denkbar knappen Mehrheit von einem Sitz im Hessen-Parlament fortsetzen. Medienberichten zufolge haben sich sowohl Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) als auch der grüne Landesparteirat dafür ausgesprochen.

(v.l.): Spitzenkandidatin Priska Hinz (Bündis 90 / Die Grünen), Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir (Bündis 90 / Die Grünen), Bundesvorsitzende der Grünen Annalena Charlotte Alma Baerbock (Bündis 90 / Die Grünen)
Foto: picture alliance/Foto Huebner

2019 entscheidet sich jedoch, ob das 2013 von CDU und FDP verabschiedete Landesjagdgesetz, das bei den Grünröcken auf breite Akzeptanz stößt, unverändert verlängert oder aber novelliert wird. Denn in Hessen werden Landesgesetze alle fünf Jahre überprüft. Es ist zu befürchten, dass die auf 19,8 Prozent der Stimmen erstarkten Grünen (plus 11,1 Prozent) die Gunst der Stunde nutzen, um dem Jagdgesetz künftig ihren „ökologischen“ Stempel aufzudrücken.In ihrer Antwort auf die „Wahlprüfsteine“, die der Landesjagdverband (LJV) Hessen vor der Landtagswahl an die Parteien versandt hat, fordert die Öko-Partei jedenfalls „eine modernisierte, zeitgemäße Jagd, die auch den geänderten gesellschaftlichen Erwartungen Rechnung trägt“. Für „mehr Wildtierschutz“ wolle man das Jagdrecht „in Zusammenarbeit mit den Umwelt- und Jagdverbänden fortschreitend an wildbiologische Erkenntnisse anpassen“. Die in der hessischen Jagdverordnung teilweise schon erheblich ausgeweiteten Schonzeiten sollen laut Grünen „weiterentwickelt“, ganzjährige Schonzeiten dauerhaft festgelegt und Totschlagfallen verboten werden.
Die CDU tritt in ihrer Antwort zu den „Wahlprüfsteinen“ genau für das Gegenteil ein. Sie will das Landesjagdgesetz verlängern, in der Jagdverordnung wieder die früheren, längeren Jagdzeiten einführen und am Einsatz von Totfanggeräten festhalten. Die Union hat jedoch nur noch 27 Prozent der Stimmen erhalten (minus 11,3 Prozent) und ist deshalb in einer künftigen Koalition politisch erheblich geschwächt. Der grüne Parteirat verknüpfte denn auch eine Fortsetzung der Koalition „mit mehr grünen Inhalten“. roe

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