Hirschgeweihe und Krebszellen

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Krebszellen helfen beim Wachstum der Geweihe von Hirschartigen. Das geht aus einer am 21. Juni 2019 publizierten Studie einer interdisziplinären Forschergruppe um Yu Wang von der Northwest A&F-Universität Yangling/China hervor.

Laut Paläobiologe Edward Davis von der Universität Oregon könne man den Prozess der Geweihbildung als „kontrollierten Knochenkrebs“ bezeichnen.
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Die Wissenschaftler untersuchten das Genom u. a. von Damwild und Chinesischen Wasserrehen, um herauszufinden, welche Gene im Prozess der Geweihbildung aktiviert werden. Diese ist das schnellste Knochenwachstum im Tierreich. Laut Edward Davis von der University of Eugene in Oregon/USA gleiche das Schieben der Geweihe einem „kontrollierten Knochenkrebs“. Bei diesem Prozess werden aber gleichzeitig krebshemmende Gene aktiviert, die eine Tumorbildung verhindern. Dies verleihe den Cerviden eine im Allgemeinen höhere Widerstandskraft gegen Krebserkrankungen. Hirschartige sind circa um den Faktor fünf resistenter gegen Krebs als andere Säugetiere. Die Ergebnisse der Studie, so Davis, könnten der Krebsforschung- und Bekämpfung neue Impulse verleihen. rig

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