Luchs „Friedl“ auf Wanderschaft

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Seit über 260 Tagen streift ein Luchs namens „Friedl“ durch Baden-Württemberg und erlaubt dank eines Senders spannende Einblicke in das Leben der Pinselohren. Zuletzt hatte sich Friedl im Bereich des Oberen Donautals aufgehalten.

Luchs Friedl_Foto privat
Luchs „Friedl“ (Foto: privat)
Am 9. April 2015 war der aus dem Schweizer Jura zugewanderte Luchs im Elztal von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) betäubt und mit einem Halsbandsender ausgestattet worden. Seitdem schickt er regelmäßig Daten über seinen Aufenthaltsort an die Wissenschaftler.
Gemeinsam mit den zuständigen Jägern suchen die Wissenschaftler der FVA dort nach Luchsrissen, wo sich das Pinselohr längere Zeit aufgehalten hat. Bei Luchs Friedl steht das Reh an oberster Stelle auf dem Speisezettel. Dass Luchse auch Schafe und Ziegen erbeuten, ist die große Ausnahme. Rinder und Pferde werden vom Luchs lediglich beäugt, aber nie angegriffen, so der an der FVA zuständige Wissenschaftler Micha Herdtfelder.
Von großer Bedeutung für die Wissenschaft ist auch die Raumnutzung des Tieres. Als sich Friedl Ende August vermutlich auf der Suche nach einer Partnerin für mehrere Wochen auf Wanderschaft durchs halbe Land begab, nutzte Friedl ein Stück des Neckartals als natürliche Leitlinie und querte zahlreiche Straßen, bis er vor den Toren Ulms stand. Auf seinem weiteren Weg zurück nach Westen zog er mehrere Tage entlang der Autobahn A8 in Richtung Stuttgart, bis er sich nahe Weilheim an der Teck nach Süden wandte, und entlang des Albtraufs bis in das Obere Donautal zog.
Seit der Besenderung des Luchses werden die Personen aus Jagd und Nutztierhaltung sowie die Wildtierbeauftragten in der Region mit Rundschreiben über die gewonnenen Erkenntnisse informiert. Der Landesjagdverband Baden-Württemberg übernahm nach die Patenschaft für „Friedl“ und organisierte nach der Zuwanderung des Luchses in das Obere Donautal eine Informationsveranstaltung für die Jägerschaft.
as/PM

 

 

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