Mecklenburg-Vorpommern: Sind Nandus doch invasiv?

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Die Nandu-Population im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee-Elbe ist zurückgegangen. Trotzdem befürchtet Umweltminister Till Backhaus (SPD) mittelfristig ein weiteres Ansteigen der Population. Aktuell wurden insgesamt 362 Nandus gezählt. Im Vorjahr waren es noch 562 gewesen.

Die Nandu-Population ist im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalssee-Elbe derzeit zurückgegangen.
Foto: Frank Gottschalk

Der Populationsrückgang werfe laut Backhaus gerade mit Blick auf den milden und niederschlagsarmen Winter Fragen auf. Es seien 190 Nandueier manipuliert und einige Hähne auch vereinzelt per Ausnahmegenehmigung erlegt worden. Doch kam Backhaus zu folgendem Ergebnis: „Grundsätzlich betrachtet lässt das Nandu-Monitoring der vergangenen Jahre den Schluss zu, dass die freilebende Nandupopulation im Landkreis Nordwestmecklenburg allein durch klimatische Faktoren nicht zusammenbrechen und verschwinden wird, deshalb müssen wir dringend zu nachhaltigen Lösungen kommen.“ Zusammen mit dem Bundesamt für Naturschutz wolle man nun prüfen, inwieweit die Art Nandu möglicherweise doch invasiv sei. Ein Ärgernis stellen die Nandus insbesondere für die Landwirte in der Region dar, denn sie fressen bevorzugt Blätter und Haupttriebe von Raps sowie milchreifen Weizen und verursachen erhebliche Trittschäden. Der Nandu besitzt einen weltweiten Schutzstatus nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (Anhang II) und ist laut Bundesnaturschutzgesetz eine „besonders geschützte Art“. Er unterliegt zudem nicht dem Jagdrecht. mh

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