Neue Beschäftigungsfelder für Berufsjäger

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Der Bund Deutscher Berufsjäger wird ab dem 1. August Berufsjäger speziell für neue Beschäftigungsfelder ausbilden. Es würden zunehmend speziell ausgebildete Berufsjäger für die Tätigkeit in Hegegemeinschaften, Nationalparks und anderen Schutzgebieten gesucht werden.

Berufsjäger
Bernd Bahr, Vorsitzender vom Bund Deutscher Berufsjäger
Foto: E. Eickhoff

Das geht aus der Mitgliederversammlung hervor, die vom 29. bis 31.Mai in Weißenhäuser Strand (Schleswig Holstein) stattfand.

Der Vizepräsident des Deutschen Jagdverbands (DJV), Herr Dr. Hallermann, stellte in seinem Grußwort zwei neuen Aktivitäten des DJV vor: Mit der Aktion „Wild auf Wild aus der Region“ sollen vor allem junge Menschen für das Lebensmittel Wild begeistert werden. Die Aktion „Fellwechsel“ möchte die Nutzung und Akzeptanz des „nachwachsenden Rohstoffs Raubwildbalg aus nachhaltiger Jagd“ vorantreiben. Gleichzeitig sollen die wichtigen Effekte der Raubwildbejagung für den Artenschutz mittransportiert werden. Es ist geplant Balgbeauftragte in den Kreisgruppen zu gewinnen, die dann zentrale Balgsammelstellen organisieren. In einer Abbalgestation in Rastatt sollen dann die Bälge professionell verarbeitet, individuell dauerhaft markiert und vermarktet werden.

Ins gleiche Horn stieß der BDB Vorsitzende Bernd Bahr in seinem Jahresbericht. In vielen Schutzgebieten können sich die zu schützenden Arten erst nach einer professionellen Prädatorenbejagung bestandserhaltend vermehren. Dabei komme der Fallenjagd eine Schlüsselposition zu. Ein weiterer Schwerpunkt war der Muttertierschutz bei der Einzeljagd im Sommer und auf den herbstlichen Bewegungsjagden. Gerade hochflüchtiges Wild könne nicht mehr angesprochen und somit nicht waidgerecht erlegt werden. Auch die vorgeschriebene Lebendbeschau sei in solchen Situationen nicht mehr möglich.

Ein weiteres Thema war die in einigen Regionen diskutierten Anwendung von Nachtsichttechnik. Damit würde sich die Wildschadenssituation noch verschärfen, weil alle Wildarten nicht nur in Mondphasen sondern dauerhaft beunruhigt würden. Elmar Eickhoff