Niedersachsen: Ein Jahr Wolfsjagd erfolglos

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Vor genau einem Jahr hatte Umweltminister Olaf Lies (SPD) den Leitrüden des sogenannten Rodewalder Rudels zum Abschuss freigegeben. Trotz angeblich sicherem Herdenschutz hatte dieser nachweislich mehrfach Nutztiere gerissen. Weil die Jagd bisher erfolglos verlief, muss sich Lies viel Kritik von FDP und Grünen, aber auch vom Koalitionspartner CDU anhören.

Der Rodewalder Rüde ist bis dato noch nicht offiziell erlegt worden, obwohl er bereits seit einem Jahr zum Abschuss freigegeben wurde. (Symbolbild)
Foto: Shutterstock

Vor allem die 150 000 Euro, die der Einsatz eines ausländischen Wolfsexperten verschlungen hat, werden kritisiert. Lies rechtfertigt den ausbleibenden Erfolg mit widriger Witterung, erfolgtem Nachwuchs bei dem Rudel sowie mit den Störaktionen sogenannter Wolfsschützer, die im vermuteten Streifgebiet des Wolfes nachts auf Patrouille gingen und absichtlich störten. Das führte so weit, dass ganze Gebiete großräumig abgesperrt werden mussten. Vor allem kritisierte der Minister aber den Umgang in den sozialen Medien mit dem Thema bis hin zu Bedrohungen auch gegen ihn selbst. Schließlich wollte Lies die Jäger als Partner bei der Wolfsjagd gewinnen, da diese vor Ort vielleicht doch die kompetentesten Ansprechpartner seien. Helmut Dammann-Tamke bekräftigte als Präsident der Landesjägerschaft im NDR jetzt noch einmal, unter welchen Bedingungen dies geschehen könne: Sollte ein Jäger den Wolf erlegen, müsse dessen Identität geheim gehalten werden, da er Repressionen militanter Wolfsschützer befürchten müsse. Außerdem müsse es Rechtssicherheit beim Abschuss des Wolfes geben. Dies solle mit der bevorstehenden Novellierung des Bundesnaturschutzes ja auch erreicht werden, so Dammann-Tamke. Das Bundesnaturschutzgesetz soll dann erlauben, einzelne, nicht näher bestimmte Tiere eines Rudels mit Problemtieren zu schießen. Auch Lies sieht dies als Voraussetzung für eine Beteiligung der Jäger an der Wolfsjagd. mh

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