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NRW: Streit um Wölfe wird schärfer

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Die Diskussion um die Wölfin „Gloria“ von Wesel und ihren jungen Begleiter wird zunehmend schärfer. Zunächst hatte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) am 22. Dezember mitgeteilt, es sei aufgrund der Bilder aus einer Fotofalle mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die beiden Isegrims aus dem Wolfsgebiet Schermbeck einen Welpen haben.

Die Wölfin „Gloria“ machte aufgrund diverser Nutztierrisse in der Vergangenheit immer wieder Negativschlagzeilen (Symbolbild).
Foto: Shutterstock

Umgehend forderten daraufhin Weidetierhalter und Bauern am Niederrhein dringend Schutz für ihre Tiere gefordert. Sie befürchten, dass „Gloria“ ihre Fähigkeit, bis zu 1,90 Meter hohe Schutzzäune zu überwinden (WuH berichtete), an den Nachwuchs weitergeben könnte. Gleichzeitig hatte der Gemeinderat Schermbeck mit der Stimmenmehrheit von FDP und CDU einen Antrag auf Tötung der Wölfin verabschiedet.

Gleich zu Beginn des neuen Jahres forderte Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), die konsequente Entnahme von Problemwölfen. Dazu bedürfe es „in NRW klarer und mutiger Schritte“. In Deutschland könne etwa wie in Frankreich eine jährliche Entnahmequote festgelegt werden. „Perspektivisch gefragt ist jedoch eine aktive Regulierung des Wolfsbestandes“, so Conzen.

Die Weidetierhalter am Niederrhein beklagen mehr als 140 Weidetierrisse durch Wölfe in der Region. Allein auf das Konto von „Gloria“ gehen seit Herbst 2018 mindestens 78 getötete und verletzte Schafe sowie 14 Stück Damwild. Zuletzt wurde in der Nacht zum 4. Januar bei Hünxe ein siebenjähriges Shetland-Pony gerissen. Da die 150 Kilogramm schwere Stute vom Riss-Ort etwa acht Meter fortgezogen wurde, gehen die Besitzer davon aus, dass mehrere Wölfe beteiligt waren (WuH berichtete).

chb

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