Österreichischer Jägertag: Ökologische Klatsche für den Leitsatz „Wald vor Wild“

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Der Leitsatz „Wald vor Wild“ im Bayerischen Waldgesetz hat herbe Kritik erfahren. Der Wildökologe Prof. Dr. Friedrich Reimoser, ehemals Universität Wien, sprach anlässlich der 25. Österreichischen Jägertagung der bayerischen Landesregierung ab, bei der Erfindung dieses Leitsatzes ökologisch gedacht zu haben.

Grund dafür sei die „Feindbildpflege Förster – Jäger“ gewesen, so Reimoser auf eine Nachfrage des oberösterreichischen ÖJV-Vorstandsmitglieds Joseph Klaffenböck. Dieser hatte Bezug auf den Vortrag Reimosers zum Rotwild in Österreich genommen, in dem Reimoser kritisiert hatte, dass die Zusammenhänge rund um die Schalenwildart zu sehr vereinfacht würden. „Ökologisches, ganzheitliches Systemdenken ist schwierig und mühsam und heute weniger üblich denn je“, so der Wildökologe. Der Trend gehe zu Oberflächlichkeit, Simplifizierung und Generalisierung. Als ein Beispiel dafür erwähnte er den Satz „Wald vor Wild“. Klaffenböck hatte daraufhin gefragt, ob die bayerische Landesregierung, die den Satz ins Gesetz geschrieben hat, folglich nur aus Deppen bestehe. vk

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