Schweiz: Eidgenossen verhandeln neues Jagdgesetz

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Die Schweiz diskutiert weiterhin kontrovers über den Umgang mit dem Wolf und anderen geschützten Arten. Der Entwurf eines neuen Eidgenössischen Jagdgesetzes ist am 8. Mai im Nationalrat behandelt worden, der großen Kammer des Parlaments.

Nutztierrisse spielen eine Schlüsselrolle in der Debatte um das neue schweizer Jagdgesetz.
Foto: Tobias Bürger

Mit 115 zu 67 Stimmen bei drei Enthaltungen nahm das Gremium das revidierte Jagdgesetz an, es geht aber wegen Uneinigkeit nochmal an den Ständerat, die Vertretung der Kantone, zurück. Das Gesetz erlaubt eine Regulierung von Wolfsrudeln, nicht nur von Einzelwölfen. Bundesrat und Ständerat sind über die genauen Bedingungen und Fristen für eine Regulierung noch uneins. Zudem soll der Bund den Kantonen für solche Maßnahmen Finanzhilfen leisten. Auch Artenförderungsmaßnahmen in Schutzgebieten soll er abgelten. Bund und Kantone sollen sich ferner an der Vergütung von Schaden an Wald, landwirtschaftlichen Kulturen und Nutztieren beteiligen, den Tiere bestimmter geschützter Arten verursachen. Es wird weiterhin diskutiert, ob Luchs und Biber reguliert werden sollen. Auch hier sind sich Bundes- und Ständerat nicht einig. Desweiteren will die Schweiz ändern, wer für die Regulierung der Bestände zuständig ist. Bislang muss das Bundesamt für Umwelt zustimmen, künftig sollen die Kantone entscheiden. vk

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