Seuche: Pilz verursacht weltweites Amphibiensterben

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Der sogenannnte Chytridpilz ist für den weltweiten Bestandesrückgang bei Amphibien und damit für den bisher größten Verlust der Biodiversität durch einen einzelnen Erreger verantwortlich. Laut dem Fachmagazin „Science“ ­haben Ben Scheel von der Australian National University in Canberra und seine Kollegen zahlreiche Daten ausgewertet und einen erheblichen Bestandsrückgang bei mindestens 501 Amphibienarten festgestellt.

Amphibien, wie der Frosch, stecken sich mit dem tödlichen Pilz über die Haut an.
Foto: Sven-Erik Arndt

Erschreckend hierbei ist, dass bereits 90 Arten davon ausgestorben und bei weiteren 124 die Bestände mehr als um 90 Prozent ­geschrumpft seien. Der Erreger stammt ursprünglich aus Asien und ist unter dem wissenschaftlichen Namen Batrachochytrium dendrobatidis bekannt und kann ­Amphibien über die Haut infizieren. Der meist zum Tod führende Pilz hat ­bereits in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Teilen der Erde Epidemien ausgelöst und hat bereits eine entlegene Insel wie Madagaskar erreicht.

Dennoch gibt es Hoffnung: Den ­Daten zufolge war der Höhepunkt des Amphibienrückgangs in den 1980er Jahren und stagniert seitdem. Manche Spezies haben zudem schon Resistenzen gegen den tödlichen Erreger ­entwickelt. aml

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