Trocken, sicher, blickdicht

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Ansitzeinrichtungen nachrüsten

Zum nachrüsten ist nur wenig Material nötig. (Fotos: Elmar Eickhoff)

Ein Hochsitz soll nachträglich mit einem Dach versehen werden. Warum es nicht nötig ist, auszuknobeln, wer in vier Metern Höhe auf dem Leiterdach balancieren muss, weiß Revierjagdmeister Elmar Eickhoff.

Der Ansitzbock am Fuchsbau gleicht einer Rutschbahn. Sitzbrett und Bodenplatte bieten aufgrund von Feuchtigkeit und Algen bildung kaum Halt. Laub und abgebrochene Äste verursachen bei jeder Fußbewegung verräterische Geräusche, die den misstrauischen Reineke warnen könnten.

Mit jedem Abrutschen auf dem glitschigen Untergrund und mit jedem Knistern der dürren Zweige wird die Hoffnung auf den Jagderfolg geringer. Spätestens in so einer Situation überkommt einen der Gedanke, bei der nächsten Gelegenheit den Ansitz nachträglich mit einem Dach zu versehen.

Ähnlich verhält sich die Sache bei einem Drückjagdbock: Stellt sich der Platz nach einiger Zeit auch für den Ansitz als geeignet heraus, macht es Sinn, die Ansitzeinrichtung nachträglich mit einem Dach dauerhaft wetterfest zu machen.

Neben dem bequemeren Sitzen bei schlechtem Wetter bietet ein Hochsitzdach mehrere Vorteile: Eine trockene Ansitzeinrichtung hält wesentlich länger, und Leiter sowie Bodendielen werden nicht so glitschig und sind somit gefahrloser zu begehen. Entscheidend ist zudem, dass der Jäger im Schatten sitzt und dessen Bewegungen vom Wild nicht so gut wahrgenommen werden.

Dachpfeiler

Zum Nachrüsten einer Ansitzleiter werden zuerst vier 130 Zentimeter (cm) lange und circa sechs cm starke Stangen mit dem Beil angeflacht.

Diese Stangen werden an die vier Ecken des Leiterkorbes an die Sitzbrett- und Gewehrauflage angehalten und die Auflagepunkte mit einem Bleistift markiert sowie mit einem 5-Millimeter-Bohrer vorgebohrt.

Die beiden vorderen Stangen stehen dabei fünf Zentimeter höher als die hinteren. Das dadurch entstehende Gefälle ergibt später die Dachschräge. Befestigt werden die Stangen mit 100-Millimeter-Schrauben.

Verbesserungswürdig

Jäger und Ansitzeinrichtung sind ohne Dach Regen und Schnee schutzlos ausgeliefert. Daher soll sie nachträglich möglichst gefahrlos mit einem Dach versehen werden.

Dachstreben

Im nächsten Schritt werden zwei Profilhölzer mit vier mal acht cm Stärke zu 190 cm Länge zurechtgesägt und ebenso mit 100-Millimeter-Schrauben oben an der Innenseite der vier Stangen angebracht.

Sicheres Befestigen

Zum Befestigen des Daches folgt jetzt ein kleiner Balanceakt, der aber wesentlich ungefährlicher ist, als das Annageln der Platte mit Ondulinenägeln, da es nicht nötig ist, das Dach der Ansitzeinrichtung zu erklimmen:

Eine Hand zieht die Sprosse fest auf die Ondulineplatte. Die andere schraubt mit dem Akkuschrauber eine 100-Millimeter-Schraube von unten durch das Auflagebrett und die Erhöhung der Ondulineplatte in das aufgelegte Brett, bis es Spannung bekommt. Die Prozedur wird an den drei anderen Enden wiederholt, sodass sich die Ondulineplatte festzieht und wie mit zwei Schraubzwingen bombenfest verankert ist.

Auflage

Danach sechs Bretter mit den Maßen 90 mal zehn cm in 2,5 cm Dicke zurechtschneiden, in gleichen Abständen auf die Profilhölzer legen und mit 60-Millimeter-Schrauben befestigen. Auf diese Dachkonstruktion wird die Ondulineplatte so aufgelegt, dass sie zu allen Seiten gleichmäßig übersteht. Anschließend werden zwei Lärchenbretter von fünf mal acht cm zu einen Meter abgesägt. Die beiden Stücke werden auf Höhe des zweiten und vorletzten Dachauflagenbrettes über die Ondulineplatte gelegt.

Übergrößen

Soll das Dach auf einer Kanzel (A) oder einer Doppelleiter mit größerer Breite (B) angebracht werden, müssen zwei Ondulineplatten verbaut werden.

Die Maße der Auflage- und Lärchenbretter verlängern sich dann entsprechend. Als Auflagebretter können auch mehrere Dachlatten verwendet werden, die auf zwei mit Lastwinkeln an den Hochsitzholmen befestigte, drei cm dicke und circa 15 cm breite Bohlen geschraubt werden.

Verblenden

Zur Rehwildjagd reicht eine unverblendete Leiter in aller Regel aus. Zur ganzjährigen Fuchsbejagung, beispielsweise am Bau, lohnt es sich, die Leiter mit einem einfachen Tarnnetz nachzurüsten. Dazu werden vier Stangenspitzen in zwei Metern Länge abgesägt.

Diese an beiden Seiten bündig an Sitzbrett und Gewehrauflage anhalten, sodass sie etwa einen Meter nach vorne überstehen. Die Befesti-gungspunkte markieren und mit dem 5-Millimeter-Bohrer vorbohren. Anschließend die Abschnitte mit 80-Millimeter-Schrauben befestigen.

Jetzt werden einige 40-Millimeter-Schrauben von außen an den Spitzen angebracht. An diese Schrauben wird das Tarnnetz gehängt, ausgerichtet und stramm gezogen, indem die Tarnnetzfäden um die Schraubenköpfe gedreht werden. Der weite Netzüberstand nach vorne erleichtert den Aufstieg mit Waffe und Rucksack auf dem Rücken.

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