WILD UND HUND TV-Tipps für Jäger

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Hier finden Sie die aktuelle Programmvorschau für Jäger

Mit freundlicher Unterstützung des Redaktionsbüros „Radio + Fernsehen“. Kurzfristige Programmänderungen sind möglich.

Hörfunk: Radio Rheinwelle 92,5 Mhz, Samstags, 13 bis 15 Uhr, vierwöchentlich, ungerade Kalenderwochen: Jagd – Faszination und Kultur
ORF-Radio Niederösterreich, 1. Dienstag im Monat, 21 Uhr: Naturerlebnis Jagd
Radio Bamberg: „Heike trifft… Drei Jäger“
Jagdfunk: Ein Interview-Podcast rund um die Jagd

Kino und DVD-Tipps: siehe Trailer und Seitenende

Zahlreiche spannende Reportagen rund um die Jagd finden Sie auch auf PareyGo!

Zeitraum: 09.05.2022 - 15.05.2022

Montag, 9. Mai

Bayerisches Fernsehen, 10.35 Uhr
Abenteuer Wildnis
Das Yellowstone Rätsel
Mehr als 19.000 Tieren zogen einst durch den Yellowstone Park. Heute sind es nur noch 4.000. Jahrelang gab das Verschwinden der Hirsche Rätsel auf. Wissenschaftler studierten das Verhalten der Hirsche und die Interaktionen zwischen Hirsch, Wolf und Bär. Sie erkannten, dass die Grizzlys im Frühjahr, kurz nach dem Winterschlaf, eine wichtige Form von Eiweiß nicht mehr fraßen: Fisch. Erst dieser Hinweis sollte zur Lösung des Rätsels beitragen. Einst zog eine stolze Hirschherde, mit mehr als 19.000 Tieren, durch den nördlichen Bereich des großen Yellowstone-Ökosystems. Heute sind es nur noch 4.000. Jahrelang war das Verschwinden der Hirsche ein ungelöstes Rätsel. Zunächst verdächtigte man die vor zwanzig Jahren wieder angesiedelten Wölfe. Stimmen wurden laut, die Wölfe wieder zu jagen und abermals auszurotten. Der Wissenschaftler Arthur Middleton sollte der Sache auf den Grund gehen. Mehr als drei Jahre studierte er das Verhalten der Hirsche und die Interaktionen zwischen Hirsch und Wolf. Er stellte fest: Natürlich fressen Wölfe Hirsche, doch nicht in dem Ausmaß, dass sie die Herde so dramatisch reduzieren würden. Arthur Middleton hat einen anderen Verdacht. Er glaubt, dass Grizzlybären die Schuldigen sind. Danach wurde die Ernährung der Bären untersucht. Ergebnis: Sie fressen sich an über 260 Organismen satt. Natürlich war dabei auch Hirsch. Doch warum sollten die Grizzlys in den letzten Jahren so intensiv auf Hirschjagd gehen? Das vergangene Jahrhundert zeugt von harmonischer Koexistenz. Die Antwort liegt in der Detailanalyse ihrer Ernährung. Die Wissenschaftler erkannten, dass die Grizzlys im Frühjahr, kurz nachdem sie aus dem Winterschlaf erwacht waren, eine wichtige Form von Eiweiß nicht mehr fraßen: Fisch. Erst dieser Hinweis sollte zur Lösung des Rätsels beitragen und dem Nationalpark-Management die Chance geben, mit neuen Maßnahmen den Erhalt der Hirschherde zu sichern.

Dienstag, 10. Mai

arte, 10.10 Uhr
Metamorphosen – Die Wildnis kehrt zurück
USA: Neues Leben am Eriesee
Zwischen den Industriestädten Cleveland und Akron liegt einer der jüngsten Nationalparks der USA, der immer mehr ehemalige Landwirtschafts- und Industrieflächen mit einbezieht. Biber, Flussotter und Fischadler sind hier wieder heimisch. Weißkopfseeadler und Kojoten finden genügend Nahrung für ihren Nachwuchs – und sogar Schwarzbären und Luchse wurden hier bereits gesichtet.

3sat, 17.00 Uhr
Tierkinder der Wildnis
Lyca, die Wildhündin
In einem Naturreservat in Zentral-Namibia kommt Lyca zur Welt – ein Afrikanischer Wildhund, von denen es nur noch wenige Tausend Tiere gibt. Wegen ihres marmorierten Fells werden sie auch „bunte“ oder „bemalte“ Wölfe genannt. Für die kleine Lyca beginnt mit ihrem ersten Tag der Kampf ums Überleben. In der Wildnis lauern auf sie und ihre Geschwister zahllose Feinde. Die Dürre ist einer von ihnen. In den letzten Jahren wird auch in Namibia die globale Erwärmung immer spürbarer. Der dramatische Wassermangel verringert das Nahrungsangebot. Auf ihrem Weg von den behüteten ersten Schritten als Welpe ins raue Hundeleben muss sich Lyca zudem ihren Rang im Rudel erkämpfen. Bunte Wölfe leben und jagen in engen Familienverbänden und bilden ein strenges Sozialgefüge. In der Rangordnung am höchsten steht das Alphaweibchen, vor ihrem Partner, dem Alpharüden. In der Regel zeugt nur dieses Paar den Nachwuchs des Rudels. Afrikanische Wildhunde sind kluge und gewandte Raubtiere, die ständig umherziehen. Ihr Nomadendasein unterbrechen sie jeweils nur für wenige Monate, um den Nachwuchs aufzuziehen. Dabei kümmert sich das gesamte Rudel um das Wohl und die Sicherheit der Welpen. Bei den Jagdzügen bleibt stets eines der erwachsenen Tiere als Babysitter zurück. Die Jagdreviere Afrikanischer Wildhunde umfassen oft mehr als 500 Quadratkilometer. Weil die Trockenheit anhält, kehren die übrigen Familienmitglieder immer häufiger ohne Beute zurück, und mit jedem Tag wächst der Konkurrenzkampf mit den anderen Raubtieren des Reservats. Lyca muss die Gesetze dieser Welt sehr schnell lernen.

Mittwoch, 11. Mai

hr fernsehen, 10.30 Uhr
Naturwunder Nordalaska – Ein Paradies in Gefahr
Fast 80.000 Quadratkilometer unberührte Wildnis umfasst das „Arctic National Wildlife Refuge“ im Norden Alaskas. Es ist das größte Naturschutzgebiet der USA. Den Süden durchzieht die mächtige Brooks-Kette, mit Gipfeln von mehr 2.500 Metern Höhe, der ebene Norden grenzt an die eisige Beaufortsee. In diesen vielfältigen Landschaften haben Wölfe, Eisbären, Grizzlybären, Moschusochsen, Karibus und Steinadler ihren Lebensraum. Seit Jahrtausenden wandern die trächtigen Karibu-Kühe im Frühjahr aus ihren Winterquartieren, der Taiga am Fuße der Brooks-Kette, in die Tundra der Küstenebene, um dort ihre Kälber zur Welt zu bringen. Auch Millionen Zugvögel ziehen hier ihre Küken auf oder legen im Herbst auf ihrer Wanderung nach Süden einen Zwischenstopp ein. Im Winter beziehen dort Eisbärenmütter mit ihren Jungen Quartier, während die urtümlichen wind- und kälteresistenten Moschusochsen das ganze Jahr über hier leben. Leider lagern auch riesige Mengen Erdöl unter der Küstenebene – und deswegen schwebt das arktische Naturparadies in großer Gefahr. Denn 2017 erteilte die US-amerikanische Regierung die Bohrgenehmigung – mitten im Naturschutzgebiet. Wird das Vorhaben nicht noch abgewendet, werden die Herden viele ihrer uralten Wanderrouten verlieren. Und nicht nur die Karibus – alle Tiere, vom Eisbär bis zum Moschusochsen, geraten durch den Bau von Ölinfrastrukturen in Gefahr, sei es durch Ölverschmutzung oder störende menschliche Aktivitäten. Für die Doku „Naturwunder Nordalaska – Ein Paradies in Gefahr“ war Filmemacher Florian Schulz fünf Jahre lang immer wieder in der extremen Natur Nordalaskas unterwegs. Er begleitete die Karibus auf ihrer langen und gefahrvollen Wanderung ans Nordpolarmeer. Magische Cineflex-Luftaufnahmen zeigen, wie die riesigen Herden im Frühjahr und am Ende des Sommers das schwierige Gebirgsterrain überwinden und sie dabei von Wölfen und Grizzlybären verfolgt und angegriffen werden. Faszinierende Bilder der farbenfrohen arktischen Tundra und ihres überbordenden Lebens, aber auch bedrückende Aufnahmen von gestrandeten Eisbären, denen ihr Lebensraum zunehmend unter den Pranken schmilzt, rufen ins Bewusstsein, wie verletzlich die Arktis ist und wie sehr sie den Schutz des Menschen bedarf.

Donnerstag, 12. Mai

arte, 11.45 Uhr
Fotografen auf Reisen
Tansania: Die letzten Jäger und Sammler
Die Dokumentationsreihe „Fotografen auf Reisen“ zeigt fünf namhafte Fotografen bei der Arbeit. Sie alle pflegen eine enge Beziehung zu den Menschen vor Ort, die sie seit vielen Jahren mit der Kamera begleiten. Dank ihrer sehr persönlichen Weise der Annäherung lernen die Zuschauer in jeder Folge nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern erhalten auch einen Einblick in die Arbeitsweise und das künstlerische Universum des Fotografen. Die Suche nach Fotomotiven dient dabei sozusagen als Vorwand, um traditionelle Gesellschaften vorzustellen – die ohne die freundschaftliche Beziehung zwischen dem Fotografen und einem ihrer Mitglieder nur schwerlich Einblicke in ihr Leben gewähren würden. Ob bei den Q’eros in Peru, den Hadzabe in Tansania, den Kalapalo in Brasilien oder den Kaluli in Papua-Neuguinea – die schönsten Fotodokumentationen traditioneller Gesellschaften entstehen aus der besonderen Liebe eines Fotografen zu einem entlegenen Ort dieser Erde. Im Herzen Ostafrikas, in Tansania, lebt das Nomadenvolk der Hadzabe in einfachsten Verhältnissen. Ihr Leben als Jäger und Sammler erzählt von den Ursprüngen der Menschheit. Die Menschen hier besitzen nur das, was die Natur ihnen schenkt. Eine Geschichte, die er vor langer Zeit am Lagerfeuer hörte, geht Fotograf Christophe Ratier nicht mehr aus dem Sinn: In den Tiefen der Savanne soll sich ein heiliger Stein verbergen, den die Hadzabe, die weder Götter noch Häuptlinge kennen, unter dem Namen Dondobi verehren. Christophe macht sich auf die Suche und wird von Gudo, einem stets gut gelaunten Jäger der Hadzabe, sowie sämtlichen Mitgliedern seiner Gemeinschaft begleitet. Seit sich die beiden vor 25 Jahren kennenlernten, verbindet sie eine enge Freundschaft. Auf ihrem gemeinsamen Weg erwarten sie viele Entdeckungen.

Freitag, 13. Mai

3sat, 13.40 Uhr
Planet der Spatzen
Kaum ein Ort, an dem es neben Menschen nicht auch Spatzen gibt. Sie sind unsere ältesten Kulturfolger. Der Film begleitet den Spatzen, auch Haussperling genannt, in einer Reise um die Welt. In spektakulären Bildern erzählt er kleine Geschichten von Spatzen und Spatzen sowie von Spatzen und Menschen. Es geht ebenso um den kleinen Spatz in Kairo, der erstmals ein Weibchen sucht, wie um das Spatzenkind in New York, das sein Nest verlässt. Und es geht auch um all die Spatzen in Peking, die sich am Vogelmarkt in höchste Gefahr begeben, nur weil sie dort Futter und Gesellschaft finden, um den kleinen frierenden Spatzen im winterlichen Moskau, der sich auf Futtersuche in einen kleinen Kiosk verirrt, mitten unter die Menschen. Menschen spielen bei den Sperlingen generell eine entscheidende Rolle – seit mehr als 10 000 Jahren folgen sie uns, ohne sich dabei domestizieren zu lassen. Sie haben sich die „Menschenwelt“ auf ihre Art erobert. Je nach Naturgegebenheiten, Klima oder Architektur haben auch sie sich dort häuslich eingerichtet, wo wir uns angesiedelt haben.

arte, 18.30 Uhr
Die Prärie
Rückkehr der Wildnis
Im Herzen Nordamerikas liegt eine riesige offene Prärie – die Northern Great Plains. Endlose Grasweiden, so weit das Auge reicht; aber diese Wildnis ist heute stark bedroht. Wo einst Herden von Bisons und Gabelböcken grasten, Wölfe und Grizzlys auf die Jagd gingen und wogendes Gras unzähligen Vogelarten versteckte Nistplätze bot, erstreckt sich heute über weite Gebiete Agrar- oder Farmland. Ein Team von Wissenschaftlern und engagierten Farmern versucht trotz der modernen Nutzung durch den Menschen das Ökosystem Prärie und seine klassische Tier- und Pflanzenwelt auch abseits der Nationalparks zu stärken und zu erhalten. Und dank ihrer tatkräftigen Unterstützung kehrt die Wildnis zurück. Die weiten Grasebenen Nordamerikas erstrecken sich über eine Million Quadratkilometer von Nebraska im Süden der USA bis nach Saskatchewan in Kanada. Große Bereiche sind heute Agrargebiet. Singvögel finden heute nur noch an wenigen Orten ideale Bedingungen für ihre Nistplätze. Der Ornithologe Trevor Herriot nimmt jedes Jahr in den wenigen verbliebenen Wildnis-Oasen Zählungen von Singvögeln vor – mit erschreckendem Ergebnis: die Populationen der Singvogelarten der Prärie weisen den stärksten Rückgang in ganz Nordamerika auf. Der Wildbiologe Mike Verhage und sein Team widmen sich dem Schutz der Gabelböcke. Früher zogen Gabelbock-Herden ungehindert über die Prärie, folgten dem besten Futterangebot. Heute durchschneiden die Zäune riesiger Rinderfarmen diese angestammten Wanderrouten. Viele Tiere verletzen sich und verenden an den Stacheldrahtzäunen. Die Familie von Rancher Miles Anderson betreibt eine riesige Rinderfarm im Süden von Saskatchewan. In direkter Nachbarschaft der Farm liegt der Grasslands National Park. Die Bedürfnisse seiner Rinder sind ihm wichtig, doch ebenso übernimmt der Rancher Verantwortung für den Schutz der klassischen Tierarten wie Bison, Beifußhuhn, Grizzly und Gabelbock. Zwischen seinem Farmland und dem Nationalpark gibt es „offene“ Grenzzäune. Damit trägt er wesentlich zum Erhalt bedrohter Tiere bei. Die Ökologen Dale Gross und Hannah Hilger dokumentieren seit Jahren die Wechselwirkung von Bison und Grasvegetation. Überall dort, wo der Bison zurückgekehrt ist, ist auch das Ökosystem Prärie im Gleichgewicht. Circa 20.000 Bisons ziehen heute wieder über das Grasland. Kostbare Wildnis-Inseln innerhalb des besiedelten oder als Weide- und Agrarfläche genützten Landes erinnern an die klassische Prärie aus der Zeit des Wilden Westens, deren Pracht es für die Zukunft zu bewahren gilt.

Samstag, 14. Mai

arte, 12.05 Uhr
Naturparks in Portugal
Peneda-Gerês
Der Parque Nacional da Peneda-Gerês ist der einzige Nationalpark Portugals. Ein knapp 700 Quadratkilometer großes Gebiet, das im äußersten Norden Portugals liegt. Karge und felsige Gebirgskämme in den Hochebenen stehen im Gegensatz zu großen Wäldern und üppiger Bodenvegetation in tiefen Tälern, durchzogen von Seen und Flüssen. Der Nationalpark wurde 1971 gegründet, um die Lebensräume von Flora und Fauna auf der Iberischen Halbinsel zu schützen. 200 Wirbeltiere und 170 Vogelarten sind im Nationalpark beheimatet. Dazu gehören auch die Garrano-Ponys, die einzige Pferderasse in Europa, die noch in freier Wildbahn lebt. Auch Raubtiere wie Wölfe und Steinadler sind in Peneda-Gerês wieder heimisch. Weil sie als Bedrohung für die im Park lebenden Nutztiere gesehen wurden, wurden sie gejagt und waren fast ausgestorben. Mittlerweile stehen sie unter Artenschutz.

Bayerisches Fernsehen, 16.15 Uhr
natur exclusiv
Kurt und seine Wölfe
Wie ticken Wölfe? Wer ist schlauer, Hund oder Wolf? Welche wölfischen Fähigkeiten hat der Hund aufgegeben, um mit dem Menschen leben zu können? Diesen Fragen geht Professor Kurt Kotrschal mit seinem Forscherteam in Ernstbrunn bei Wien im einzigen Wolf Science Center der Welt nach. Zwölf Wölfe, siebzehn Hunde: Mit diesen Tieren arbeiten die Forscher im Wolf Science Center bei Wien, um herauszufinden, worin sich Hunde und Wölfe unterscheiden, und wo ihre Gemeinsamkeiten liegen. Leiter dieser Einrichtung ist Professor Kurt Kotrschal. Bisher leben neben siebzehn Hunden zwölf Wölfe im Center, alle sind erwachsene Tiere, die von den Forschern per Hand aufgezogen wurden. Im Frühjahr 2017 kommen neue Welpen hinzu, aus Russland und Kanada. Diese Jungtiere werden in Ernstbrunn ein neues Rudel bilden, bis sie im Herbst mit den Alttieren zusammengebracht werden. Nur durch diese intensive Aufzucht können die Wölfe zu den Partnern ausgebildet werden, die die Wissenschaftler für ihre Experimente brauchen. Vieles ist den Forschern noch immer ein Rätsel. Etwa, warum die Wölfe heulen. So sind diese neuen Jungen ein wichtiger Schritt zum Erkennen des Wesens der Wölfe. Dafür müssen die Forscher um Prof. Kotrschal aber erst mal ihr Vertrauen gewinnen.

3sat, 16.45 Uhr
Wildes Venedig
Venedig ist ein Mythos, die prächtigste Kulisse der Welt. Doch die Stadt führt ein Doppelleben – hier die quirlige Lagunenstadt, da die faszinierende Welt der vielen zum Teil unbewohnten Inseln. Sie vermitteln noch heute den Eindruck jener Zeit, als die ersten Siedler ihre Pfähle in den schlammigen Boden rammten. Mensch und Natur schufen einen gemeinsamen Lebensraum, den sie sich seit Jahrtausenden teilen: die Lagune. Hinter der malerischen Kulisse aus Palästen, Kirchen und Kanälen existiert ein kaum erforschter Kosmos, bevölkert von einer außergewöhnlichen Menagerie von Lebewesen, allgegenwärtig, aber kaum sichtbar. Sie leben mitten in der Stadt, tauchen unter ihr hinweg oder blicken von hoch oben aus der Luft auf sie herab. Wer hätte in der Lagune von Venedig Korallenriffe vermutet; wer hätte gedacht, dass die Sandbänke und Inseln Lebensraum für eine Vielzahl von Wildtieren sind – von Füchsen über Marder bis hin zu den Abertausenden von Zugvögeln; wer kennt schon die bunte Tierwelt der versteckten Gärten Venedigs? Die Dokumentation „Wildes Venedig“ erforscht das unbekannte Venedig der Tiere. Sie zeigt anhand der reichen Fischpopulation den Zusammenhang von offenem Meer und Lagunengewässer, sie trifft auf die reiche Vogelpopulation der unbewohnten Laguneninseln, findet Venedigs junge Falken in ihrem gut versteckten Unterschlupf und blickt über die Mauern der geheimen Gärten der Stadt, voll bunter Kleinlebewesen, deren Bestände sich seit dem Rückgang der hohen Zahl an Katzen nun wieder erholen. Es ist auch eine Reise an die versteckten Plätze der Lagune, die Touristen üblicherweise verschlossen bleiben.

3sat, 22.10 Uhr
Wie die Kunst auf den Hund kam
Hund und Katze spielen eine wichtige Rolle in der Kunst. Sie verraten viel über das Verhältnis des Menschen zur Natur. Der Film geht auf Streifzug durch 500 Jahre Kunstgeschichte. Hund und Katze stehen für Wildheit und Domestizierung, für Erotik, Kampf, Treue und Freundschaft. Wie hat sich die Bedeutung und Darstellung von Hunden und Katzen in der bildenden Kunst im Laufe der Jahrhunderte verändert? Im 16. und 17. Jahrhundert sind Hunde auf alten Gemälden treue Jagdbegleiter der Adligen. Später tauchen immer mehr Katzen in den Bildern auf. Sie tragen eine erotische Komponente ins Bild. Historische Fotografien von verstorbenen Künstlerinnen und Künstlern mit ihren Tieren zeigen die immer enger werdende Beziehung Mensch – Tier. Mit spielerischen Inszenierungen und einer raffinierten Tonspur wirft die Filmemacherin Anka Schmid einen neuen Blick auf das Kunstschaffen und thematisiert den historischen Wandel der Vierbeiner vom Nutztier zum Prestigeobjekt und häuslichen Begleiter.

Sonntag, 15. Mai

3sat, 6.25 Uhr
unterwegs – Kenia
Savanne, Wildtiere und Moderne
In Kenia, dem Land der weiten Savannen und der großen Gastfreundschaft, leben Elefanten, Löwen und Giraffen in freier Wildnis. Andrea Jansen hat dort vielfältige Eindrücke gesammelt. Dabei wurde sie stets mit einem herzlichen „Karibu!“ willkommen geheißen. In Lamu, an der Ostküste Kenias, beginnt ihre Reise. Die Zeit scheint hier zuweilen stehen geblieben, ganz im Gegensatz zu Nairobi, der nächsten Station. Auf das hektische Treiben in der Millionenstadt folgen endlose Weiten in der Masai Mara, dem Endpunkt von Andrea Jansens Reise. Mit dem Massai James erlebt Andrea Jansen die unvergessliche Wildnis Afrikas: Sie beobachtet Giraffen, Nilpferde, Zebras und Elefanten und erlebt sogar eine dramatische Flussüberquerung von Hunderten von Gnus hautnah mit. Ihr großer Wunsch ist es, den König der Löwen endlich einmal in freier Wildbahn zu sehen. Hakuna Matata! – alles kein Problem.

3sat, 7.05 Uhr
unterwegs – Tansania
Weite Landschaft, Massais und wilde Tiere
Unberührte Natur, endlose Weiten und eine abwechslungsreiche Tierwelt: Tansania bietet die wohl spektakulärsten Landschaften des afrikanischen Kontinents. Es gibt die schier endlosen Ebenen der Serengeti, den riesigen, tierreichen Ngorongoro-Krater und den Nationalpark des Lake Manyara. Die Reportage führt auf eine Reise durch den afrikanischen Staat und geht auf Tuchfühlung mit Land, Tieren und Leuten. Sie beginnt in Arusha, einer verschlafenen Kleinstadt am Fuße des Meru, dem zweithöchsten Berg Tansanias, wo die Schweizerin Barbara Schachenmann sich auf ein bevorstehendes Busch-Abenteuer einstimmt. Nach einem Besuch im Kindergarten des Afrika-Experten Jörg Gabriel und einer Foto-Safari zu Flusspferden im Ngorongoro-Krater geht es mit einem Massai-Krieger zum Lake Manyara.

3sat, 8.30 Uhr
Faszination Afrika (1/5)
Tiere im Okavango-Delta
Afrikas Landschaften sind atemberaubend in ihrer einmaligen Schönheit und beeindrucken mit ihrer Vielfalt an Tieren. Zu den faszinierendsten Gebieten zählt das Okavangodelta in Botsuana. Jedes Jahr flutet Regenwasser aus Angola das mit 20.000 Quadratkilometern größte Binnendelta der Welt und bildet einen paradiesischen Lebensraum. Doch im Lauf eines Jahres verwandelt sich das UNESCO-Weltnaturerbe inmitten der Kalahari zu einer Wüstenlandschaft. Wenn die Trockenzeit ihren Höhepunkt erreicht, trocknet der Sumpf völlig aus. Der Kampf ums Überleben beginnt. Sumpfbewohner wie Büffel, Zebras und Antilopen versammeln sich zu Herden, um ihre Wanderung zur einzigen permanenten Wasserquelle, dem Boteti River, anzutreten. Die 240 Kilometer lange Reise birgt unzählige Gefahren. Für Aasfresser wie Schakale und Geier ist es die futterreichste Zeit. Das Ende der Trockenzeit wird von gewaltigen Bränden begleitet. Die Flammen brennen in Minutenschnelle trockene Gras- und Buschflächen nieder und bescheren nährstoffreiche Asche. Mit dem einsetzenden Regen füllt sich das Delta, und neues Leben macht sich breit. Die Landschaft blüht auf, und die Paarungszeit der Tiere beginnt, bevor die nächste Flut das Delta aufs Neue speist. Weitere vier Folgen sind im Anschluss zu sehen.

3sat, 18.45 Uhr
Die Großkatzen der Masai Mara (1/2)
Auf der Jagd
Gnus, Zebras, Antilopen und Gazellen durchwandern die Savanne. Die Herden mit ihren Jungtieren stellen eine willkommene Futterquelle für Raubkatzen wie Löwen, Geparde und Leoparden dar. Dabei zeigen die Großkatzen unterschiedliche Jagdweisen. Während Löwen im Rudel jagen, sind Geparde Einzeljäger. Dank ihrer Schnelligkeit sind sie bei der Hetzjagd oft erfolgreich. Jaguare hingegen bevorzugen die passivere Anschleich- und Lauerjagd. Teil 2 von „Die Großkatzen der Masai Mara“ ist um 19.30 Uhr auf 3sat zu sehen.

3sat, 20.15 Uhr
Serengeti (1/3)
Zeit des Anfangs
Wie fühlt sich eine Löwin, die ihre Jungen ganz allein durchbringen muss? Wie verkraftet ein Pavian den Verlust der Geliebten? Erstmals erzählen Afrikas Tiere ihre Geschichte. Ihr Sprachrohr ist ein Geier, der über den Grassteppen der Serengeti kreist und die Abenteuer und Geheimnisse ihrer Bewohner im Blick hat. Die Tiere sind Protagonisten in einem Drama, das zugleich alle Elemente einer spektakulären Tierdokumentation enthält. Der erste Teil der Reihe beginnt nach dem großen Regen in der Serengeti. Nach und nach betreten die Protagonisten die Bühne: eine Löwenmutter, die sich gerade an ein Zebra heranpirscht. Im Gebüsch versteckt warten ihre vier Jungen darauf, dass sie zurückkommt. „Wenn sie nicht bald etwas reißt, werden die Kleinen verhungern“, sagt der Geier und erzählt, warum die Löwenmutter – er nennt sie Kali – allein, ohne ihr Rudel, klarkommen muss und wie sie sich gegen Wasserbüffel und Warzenschweine behauptet. Erst, als ihre Schwester sich zu der Familie gesellt, kehrt Ruhe ein. Davon kann Pavian Rafiki nur träumen. Er hat ein Auge auf ein Weibchen geworfen, kommt aber nicht gegen den aggressiven Chef des Rudels an. „Aber Rafiki wird nicht aufgeben“, weiß der Geier. Rafiki stellt seinen Mut unter Beweis, durchlebt tragische Momente und wird schließlich ungewollt Papa. Für die Elefantin Nalla beginnt die Geschichte ganz erfreulich. Ihr Baby kommt auf die Welt, und wie üblich helfen die Tanten, wenn es unbeholfen im Matsch ausrutscht. Der Familiensinn der Elefantenkühe ist für den Kleinen überlebenswichtig: Als von einem Rudel hungriger Löwen Gefahr droht, bilden sie einen Schutzwall um das Junge. Der Geier erzählt die Schicksale der Tiere aus nächster Nähe: Es geht um den täglichen Kampf ums Überleben, um dramatische Wendungen, aber auch um die entspannten und amüsanten Momente eines Tierlebens in der Wildnis. Dem preisgekrönten Tierfilmer John Downer sind atemberaubende Bilder gelungen, die den Zuschauern das Gefühl geben, hautnah dabei zu sein. Selten haben Tierdokumentationen für so viel Gänsehaut und Spannung gesorgt. Die Dokumentationen wurden in einem privaten Reservat der Serengeti über zwei Jahre lang und mit zehn verschiedenen Kamerasystemen gedreht. Die Kameras waren für die Tiere nicht sichtbar, sodass die Filmer den Tieren über lange Zeit folgen und ihnen sehr nahe kommen konnten. Die Momente im Leben der Tiere konnten aus verschiedenen Blickwinkeln gefilmt werden. Das ermöglichte es erst, aus den tatsächlichen Situationen eine dramatische Handlung zu kreieren. Zwei weitere Folgen von „Serengeti“ sind im Anschluss auf 3sat zu sehen.

Zeitraum: 16.05.2022 - 22.05.2022

Montag, 16. Mai

Bayerisches Fernsehen, 10.35 Uhr
Abenteuer Wildnis
Unter Raubkatzen und Ameisenbären – Mit Lydia Möcklinghoff in Brasiliens Tierwelt
Mitten im brasilianischen Pantanal, dem größten Feuchtgebiet der Erde, ist die Verhaltensbiologin Lydia Möcklinghoff den Geheimnissen der Großen Ameisenbären auf der Spur. Im brasilianischen Pantanal findet man ein einzigartiges Mosaik aus Flüssen, Seen, Sümpfen, Galeriewäldern und Pampa. Weit ab von großen Städten liegen vereinzelt Farmen in der Wildnis. Auf der Farm Fazenda Barranco Alto wird traditionelle Rinderzucht betrieben. Hier befindet sich das Forschungsgebiet von Verhaltensbiologin Lydia Möcklinghoff. Mit dem Pferd oder Kanu kommt sie auch an schwer erreichbare Orte, um Kamerafallen aufzustellen. Auf ihrem Weg begegnen ihr kaum Menschen, dafür aber viele Tiere, darunter auch Große Ameisenbären. Einige von ihnen kennt sie schon seit Jahren. Sie hat erstmalig eine Methode entwickelt, mit der sie die einzelnen Ameisenbären unterscheiden kann. Während ihrer langjährigen Forschung hat sich ein zweites Projekt entwickelt. Mithilfe von Kamerafallen sollen alle Säugetiere im Forschungsgebiet erfasst werden. Gerade im Pantanal kann man den großen Erfolg von Artenschutzprojekten tagtäglich erleben. Viele Säugetiere und exotische Vögel waren im 20. Jahrhundert der Ausrottung nahe. Doch nur was man kennt, kann man schützen. Grundlage des Artenschutzes ist die Forschung. Deshalb sind Lydia Möcklinghoff und viele andere Biologen weiterhin im Pantanal unterwegs. Wie zum Beispiel der Jaguarforscher Ge, den Lydia am Fluss trifft. Mit ihm zusammen baut sie eine Falle für die größte Raubkatze Amerikas. Am Abend trifft Lydia Möcklinghoff die Pantaneiros der Farm. Sie erzählen von einem Pumariss und den verheerenden Feuern im Westen und Norden des Pantanals. Diese Brände vernichteten 2020 fast ein Drittel des Gebietes der Größe Großbritanniens. Gefährdet die Klimakrise die Erfolge im Artenschutz? Expertinnen und Experten befürchten eine zunehmende Trockenheit. Das wäre fatal für das riesige Sumpfgebiet. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Pantanals sind stolz auf ihre Heimat und beschützen sie gemeinsam gegen die vielfältigen Gefahren von außen. Unterstützt werden sie von Forschern wie Lydia Möcklinghoff, die die Geheimnisse der Wildnis erforschen.

Dienstag, 17. Mai

Bayerisches Fernsehen, 10.35 Uhr
Abenteuer Wildnis
Tiermythen – Im Auge des Löwen
Jahrtausendelang haben die San, die Buschmänner Namibias, als Jäger und Sammler gelebt. Im Einklang mit einer atemberaubenden, aber oft lebensfeindlichen Natur. Viele ihrer alten Mythen und Legenden erzählen sogar von einer Urzeit, in der die Seelen von Mensch und Tier noch nicht getrennt waren. Löwen haben schon immer eine wichtige Rolle in den traditionellen Geschichten gespielt. Doch seit viele San in Dörfern leben und Vieh besitzen, nehmen die Konflikte mit den Raubkatzen zu. Auch in Doupost, einem kleinen Dorf im Nordosten Namibias. Als wieder einmal Löwen das Dorf bedrohen, machen sich die Ältesten auf eine Reise in ihre Vergangenheit …

3sat, 22.55 Uhr
Festmahl der Tiere
Was geschieht, wenn ein Lebewesen, egal ob Maus, Käfer, Hirsch oder Wildschwein, im Wald stirbt? Ein totes Tier ist erstmal ein grandioses Festmahl für die lebenden Tiere. Ein Forscherteam im Bayerischen Wald wollte genau wissen, was in freier Wildbahn mit Kadavern passiert. Denn jeder Tod bedeutet Leben für Zigtausende andere Lebewesen: Es ist der Anfang eines komplexen Kreislaufs, auf den wir alle angewiesen sind. Hirsche, Wildschweine, Mäuse, Käfer, Fliegen, Wespen und viele Andere – wie hängen sie alle zusammen? Wir wissen recht wenig über die Tiere, die nach dem Tod einen Körper besiedeln, über die Organismen, die die Chemie des Körpers grundlegend verändern, und die Pflanzen, die die wertvollen Nährstoffe weiter verwerten. Der Film offenbart eine fremde Welt, in der verendete Tierkörper zu behaglichen Refugien für Kleinlebewesen werden und sich als praktisches Fast-Food Restaurants für andere Opportunisten entpuppen – solange der Vorrat reicht. Dabei zeigen sich mitunter auch bekannte Tiere wie die Schmeißfliege oder den Totengräberkäfer von einer ganz neuen, erstaunlichen Seite. Und obwohl wir das beeindruckende Schauspiel am Tierkadaver praktisch nie geboten kriegen, findet es doch täglich und überall statt – von der verendeten Maus im Garten bis zum riesigen Körper der toten Rotwildkuh. Aber statt düsterer Geschichten über den Tod zu erzählen, geht es in diesem Film darum, das Leben in den Fokus zu stellen und zu zeigen, wie jeder Körper die Basis für zahlreiche Nahrungsketten stellt. Ein Film über das Leben nach dem Tod.

Mittwoch, 18. Mai

Bayerisches Fernsehen, 10.35 Uhr
Abenteuer Wildnis
Lippenbären – Abenteuer mit dem wahren Balu
Die Tierfilmer Oliver Goetzl und Ivo Nörenberg dokumentieren das Leben der extrem scheuen indischen Lippenbären. Indische Lippenbären wurden durch das „Dschungelbuch“ weltberühmt, dienten sie doch als Vorlage für den Bären Balu. Lippenbären sind extrem scheu und meist nachtaktiv und können zudem sehr gefährlich werden. Jedes Jahr kommt es in Indien zu tödlich verlaufenden Zwischenfällen mit Lippenbären. Selbst Biologen wissen über Lippenbären in freier Wildbahn so gut wie gar nichts. Die beiden Hamburger Tierfilmer Oliver Goetzl und Ivo Nörenberg wollten dies ändern und stellten sich der enormen Herausforderung. 2012 lebten noch etwa 10.000 Lippenbären in Indien. In Karnataka, im Süden des Landes, fanden Oliver Goetzl und Ivo Nörenberg einen besonderen Zugang zu den scheuen Tieren und rückten ihnen erstmalig mit der Kamera ganz dicht auf den Pelz. Über einen Zeitraum von drei Jahren und in mehr als 200 Drehtagen konnten die beiden nicht nur Lippenbären am helllichten Tag filmen, sondern Verhaltensweisen dokumentieren, die selbst Wissenschaftlern bisher nicht bekannt waren. Dafür mussten die Filmer aufwendige Tarnverstecke und sogar einen Aussichtsturm bauen. Zudem setzten sie auch zahlreiche ferngesteuerte Kameras ein: in Höhlen, in der Nähe von Termitennestern und unter Bäumen mit reifen Früchten.

3sat, 18.15 Uhr
Wilde Nachbarn – Siegeszug der Stadttiere
Füchse, Nutrias, Wildschweine, Eulen – wer wilde Tiere in der Stadt sehen will, muss längst nicht mehr in den Zoo gehen. Tausende Tiere haben ihre Heimat in Wald und Flur verlassen. Wie kommt es, dass Städte für Tiere mindestens so attraktiv sind wie für Menschen? Wie gehen die Menschen in den Städten mit den neuen, wilden Nachbarn um? Die Reportage von Peter Simank begibt sich in den Dschungel vor unserer Haustür. Die Coronakrise macht die Tiere noch sichtbarer. Je leerer die Straßen sind, desto mehr Raum nehmen sie sich. Auf einmal spazieren Hirsche, Wildschweine oder Dachse durch unsere Städte. Neu ist das nicht. Schon seit Jahren wandern immer mehr Wildtiere in die Stadt. Nutrias leben mitten im Zentrum von Burg, Füchse in der Innenstadt von Leipzig, Rehe auf dem Friedhof von Dessau, und Waschbären haben inzwischen nahezu jede deutsche Stadt erobert. „Es wird immer wieder neuen Nachzug geben, selbst wenn wir hier den Bestand auf null reduzieren würden. Es werden immer wieder neue Tiere von draußen in die Stadt ziehen“, so Marco Klapper, Stadtjäger in Burg. Still und leise haben in den letzten Jahren Tausende Tiere in Städten und Dörfern neu eingerichtet. Auffällig ist dabei: Darunter sind viele Arten, die in freier Natur nur noch selten zu beobachten sind. „Vor drei Jahren ging das mit ein bis zwei Eulen los. Und plötzlich saßen dann bei uns im Garten 24 Eulen auf nur einem Baum“, sagt Ralf Krüger, Eigenheimbesitzer aus Brachstedt. „Das ist natürlich immer ein Schauspiel für die ganze Straße, wenn die abends zur Jagd losziehen. Und am frühen Morgen kommen sie wieder zu uns nach Hause.“ Bis zu 15.000 Tierarten vermuten Wildtierökologen in Großstädten wie Magdeburg, Leipzig, Halle oder Dresden. Denn die Hotspots der Artenvielfalt finden sich längst nicht mehr nur auf dem Land. Je größer die Stadt, desto größer die Biodiversität. Ornithologen konnten sogar belegen, dass ländliche Gebiete inzwischen viel ärmer an Vogelarten sind als städtische. Und je größer die Stadt, desto mehr Vogelarten sind vorhanden – mit exponentiellen Steigerungsraten. Und was für Vögel gilt, gilt tendenziell auch für Insekten oder Säugetiere: Viele, gerade auch vom Aussterben bedrohte Arten, sind in der Stadt wesentlich zahlreicher als gemeinhin vermutet. Dr. Robert Hagen vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin sagt: „Wir erleben zurzeit vermutlich den Höhepunkt in dieser Dynamik, in der Wanderung von Wildtieren in die Stadt. Allein in Berlin lebt aktuell ein Drittel aller in Deutschland vorkommenden Säugetierarten. Und in den deutschen Städten allgemein leben auf die Fläche bezogen mehr Tiere als in ländlichen Bereichen.“ Die Menschen betrachten ihre neuen Nachbarn auch mit Sorge. Manche Tiere siedeln fast unbemerkt, andere hinterlassen deutliche Spuren. Vor allem Waschbären, Wildschweine und Rehe führen vielerorts zu Konflikten. „Seit zwei Jahren ist es ganz schlimm. Rehe kommen auf den Friedhof, zertrampeln die Gräber und fressen alles leer. Stiefmütterchen und andere Blumen. Ich versuche dann, mit Vogelnetzen und Flatterbändern die Grabstelle meiner Eltern irgendwie vor den Rehen zu schützen“, so Edeltraut Naumann aus Barby. Der Film berichtet außerdem von einem Dorf, indem es schon heute mehr Wildtiere als Menschen gibt, und zeigt, welche Konflikte aber auch Chancen das Phänomen mit sich bringt.

3sat, 13.45 Uhr
Das vergessliche Eichhörnchen
Eichhörnchen sind zweifellos die Charaktertiere unserer Heimat. Neben Wäldern bewohnen sie auch Stadtparks, wo die eigentlich sehr scheuen Tiere das Vertrauen der Menschen gewonnen haben. Ständig sind sie auf Futtersuche, und was sie nicht gleich fressen können, legen sie als Vorrat an. Doch Eichhörnchen sind mitunter vergesslich und finden eine Vielzahl ihrer Verstecke nie mehr wieder. So werden sie unbewusst zum Pflanzer der Parks und Wälder. Oftmals werden Eichhörnchen von anderen Tieren beobachtet. Rabenkrähen, aber auch Eichelhäher versuchen ständig, ihnen etwas abzuluchsen. Doch die Verluste sind gering. Die Hörnchen wuseln unbeirrt weiter. Es ist ein ständiges Suchen, Wiederfinden und anderswo Verstecken.

Donnerstag, 19. Mai

3sat, 10.20 Uhr
Die Rhön
Naturschönheiten im Land der offenen Fernen
Ihre zentrale geografische Lage in Mitteleuropa und die aus wissenschaftlicher Sicht ideale Vernetzung von offenen und bewaldeten Lebensräumen machen die Rhön zu einem entscheidenden Knotenpunkt für wandernde Tierarten wie Wolf, Luchs und Wildkatze.

NDR Fernsehen, 11.30 Uhr
Die Nordreportage: Auf der Jagd in Netz und Natur
Die Brüder Paul und Gerold Reilmann kommen aus Mecklenburg-Vorpommern und nennen sich Hunter Brothers. Sie sind Jäger und Jagdblogger und wollen das Image der Jagd verbessern. Wenn die beiden jungen Männer Wild erlegen, fotografieren sie sich anschließend mit ihrer Waffe und dem getöteten Tier. In ihren Filmen schießen sie mehrere Wildtiere hinteraneinander, die Aufnahmen stellen sie ins Internet. Auf einer Bezahlplattform können Interessierte ihre Filme kaufen und anschauen. Manche Filme wurden bislang über eine Millionen Mal aufgerufen. In den sozialen Medien werden die Fotos und Filme von anderen Jägerinnen und Jägern positiv bewertet, Jagdgegner lehnen die Arbeit der Brüder ab. Im Internet tauchen Hasskommentare auf. Das Jagdrevier der Brüder liegt in Vorpommern und ist im Familienbesitz. Auf dem mehr als 500 Hektar großen Gelände leben Rudel von Wildschweinen, Rot- und Damwild. Paul und Gerold Reilmann wollen den Wald und die Natur erhalten. Sie bejagen das Wild, denn es frisst junge Bäume. Das Fleisch der erlegten Tiere lassen sie bei einem Fleischer zu Wurst und Schinken verarbeiten, in ihrer Küche gibt es Wildbraten. Seitdem die Afrikanische Schweinpest auch in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen worden ist, müssen sie verstärkt Wildschweine jagen. Der Film zeigt die beiden Brüder auf der Jagd, bei einer Angeltour, am Schnittplatz und bei der Wildverarbeitung. „Die Nordreportage“ beleuchtet das Für und Wider der Arbeit der Jagdblogger.

3sat, 14.05 Uhr
Wildnis Europa (1/6)
Der Bartgeier
Europas Wildnis mit ihren Wäldern, Meeren und Nationalparks bietet einzigartige Landschaften. Die Reihe stellt ihre größten, stärksten und seltensten Bewohner vor. Diesmal: den Bartgeier. Er ist der größte Vogel in den Alpen und einer der seltensten. Mit einer Spannweite von fast drei Metern ist er ein geborener Segler. Kann er seine alten Reviere zurückerobern? Bartgeier sind nicht nur große, sondern auch außergewöhnlich schöne Vögel. Sie färben sich ihr Federkleid selbst ein: Nach einem Bad in einer Schlammpfütze strahlt es leuchtend orange. Einst hatten sie einen schlechten Ruf und wurden im Alpenraum ausgerottet. Doch seit den 1980er-Jahren widmet sich ein internationales Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ihrer Wiederansiedlung. Eine von ihnen ist Franziska Lörcher. Sie lebt im Sommer hoch oben in den Schweizer Alpen und betreut zwei Junggeier, die vor Kurzem ausgewildert wurden. Bald werden sie ihren ersten Flug wagen. Das Revier der Bartgeier sind die Berge. An Felswänden bauen sie ihre Horste und nutzen die Thermik, um von dort aus abzuheben. Die meisten Geierarten Europas finden sich in den spanischen Pyrenäen. Neben Bartgeiern fliegen dort auch Gänse, Mönchs- und Schmutzgeier. In Buseu befindet sich eine Futterstelle für Bartgeier. Weil in den Kadavern von Weidetieren oft Medikamentenrückstände sind, die die Tiere bedrohen, hat Jordi Canut es sich zur Aufgabe gemacht, die Tiere mit gesundem Futter zu versorgen. Das macht Hoffnung, dass diese erhabenen Vögel mit dem borstigen Bart unterm Schnabel auch in Zukunft in Europa wieder eine Heimat finden. Die Folgen 2 bis 6 von „Wildnis Europa“ sind ab 14.50 Uhr auf 3sat zu sehen: Die Kegelrobbe (14.50 Uhr), Der Wisent (15.35 Uhr), Der Elch (16.20 Uhr), Der Luchs (17.00 Uhr), Der Vielfraß (17.45 Uhr)

3sat, 17.00 Uhr
Wildnis Europa
Der Luchs
Der Luchs ist die größte Katze in Europa und ein scheuer Jäger. Tief in den Wäldern lauert er seiner Beute auf. Doch er war in Europa bereits fast ausgestorben. Mit der Rodung vieler Wälder hat er seine Schutzräume verloren – und mit ihm seine Beutetiere. Der Risnjak-Nationalpark im Westen der Gebirgslandschaft Gorski kotar in Kroatien ist einer der letzten Rückzugsorte für den europäischen Luchs. Seine Wälder und türkisfarbenen Seen bieten auch Lebensraum für viele Tiere seiner Speisekarte. In dem seit den 1960er-Jahre bestehenden Naturschutzgebiet findet sich eine noch ursprüngliche Population. Im benachbarten Slowenien werden im Rahmen eines Auswilderungsprojekts junge Luchse in die Freiheit entlassen. Seit Kurzem durchstreift das Luchsmännchen Boris die Gegend. Der dreijährige Luchs gibt dem Tierschützer Vedran Slijepcevic Rätsel auf: Wo verläuft seine Wanderroute, und kann er ein eigenes Revier besetzen? Mit Fotofallen versucht er, das Tier aufzuspüren. Auch im deutschen Nationalpark Harz wird seit den 1990er-Jahren unter großer Anstrengung Lebensraum für den Luchs geschaffen. Anfangs gab es Zweifel, ob Autobahnen und Äcker nicht unüberwindbare Hindernisse für die Luchse sind – aber das Harzer Projekt ist ein Riesenerfolg. Die Tiere ziehen von dort Richtung Südwesten, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Die Wildnis Europas mit ihren Wäldern, Meeren und Nationalparks bietet einzigartige und überraschende Landschaften. Die Dokumentationsreihe „Wildnis Europa“ porträtiert ihre größten, stärksten und seltensten tierischen Bewohner.

3sat, 17.45 Uhr
Wildnis Europa
Der Vielfraß
Der Vielfraß gehört zur Familie der Marder und ist der größte Vertreter der Art in Europa. Stark und angriffslustig verteidigt er sein Revier. Kann er sich auch an die wärmeren Winter anpassen? Der Vielfraß liebt den hohen Norden. In der unbewohnten Wildnis Skandinaviens streunt er einsam durch die Wälder und Sumpflandschaften. Er ist ein unermüdlicher Wanderer, ständig in Bewegung und auf der Suche nach Nahrung. Im dünn besiedelten finnischen Niemandsland, dem Grenzgebiet zu Russland, genießt der Vielfraß die unberührte, weite Natur. Er ist mit seinem dicken Fell und den breiten Pfoten bestens für die kalte Jahreszeit gewappnet. Der Tierfilmer Kari Kemppainen will den Vielfraß anlocken. Mit einem Köder und einem Elchgeweih als Requisite versucht er sein Glück. Geduld ist gefragt. In Finnland leben nur etwa 200 Vielfraße. Doch die richten für manche großen Schaden an: Rentierzüchter wie Leo Juntunen beklagen, dass immer wieder Rentiere von Vielfraßen gerissen werden. Mit seiner extremen Beißkraft kann ein Vielfraß sogar einen jungen Elch töten. Doch meistens muss er nehmen, was übrig bleibt: Als Aasfresser bedient er sich an der Beute von Wölfen oder Bären. Wenn er viel Nahrung auf einmal findet, hortet er sie in Verstecken in seinem Revier. Doch auch, wenn es der Name vermuten lässt: Ein Vielfraß frisst nicht mehr als andere Tiere. Die Wildnis Europas mit ihren Wäldern, Meeren und Nationalparks bietet einzigartige und überraschende Landschaften. Die Dokumentationsreihe „Wildnis Europa“ porträtiert ihre größten, stärksten und seltensten tierischen Bewohner.

arte, 21.00 Uhr
Die fünf Geparde
Gemeinsam durch die Serengeti
Geparde sind die Hochgeschwindigkeitsjäger der Savanne. Nur wenige wagen sich an größere Beutetiere. Doch manchmal zeigen sich die Raubkatzen von einer überraschend anderen Seite. In der nördlichen Serengeti taucht eine Gruppe männlicher Geparde auf. Es ist das größte Bündnis, das jemals beobachtet wurde. Der Tierfilmer Reinhard Radke reiste nach Kenia in die nördliche Masai Mara, um Geparde zu filmen, wie man sie noch nie zuvor gesehen hat. Dabei gelangen ihm nicht nur spektakuläre Aufnahmen von der Jagd, sondern auch rührende Familiengeschichten zweier Mütter, die ihren Nachwuchs großziehen. Geparde sind die Hochgeschwindigkeitsjäger der Savanne. Nur wenige von ihnen wagen sich an größere Beutetiere. Doch manchmal zeigen sich die Raubkatzen von einer überraschend anderen Seite. In der nördlichen Serengeti tauchen fünf Männchen auf, die alles auf den Kopf stellen. Es ist das größte Bündnis, das jemals beobachtet wurde. Eine erfahrene Mutter bringt ihren Söhnen die letzten Feinheiten der Jagd bei, bevor sie den Nachwuchs in die Unabhängigkeit entlässt. Das Weibchen hat sich in eine gute Ausgangsposition gebracht. Geduldig wartet sie, bis die Gnus dicht genug bei ihr sind. Ein junges Weibchen steht vor ganz anderen Problemen – sie hat vier Junge zu versorgen. Die Kleinen müssen jeden Tag mehrere Kilometer zurücklegen. Lange mustert die Mutter die Umgebung – doch die Löwin in den Büschen hat sie nicht bemerkt. Die Löwin beobachtet sie dagegen schon lange: Fleischfresser sind untereinander Konkurrenten. Die fünf Männchen beschatten nach mehreren erfolglosen Jagdversuchen eine Herde. Nachdem einer der Jäger gestartet ist, bricht unter den Gnus Panik aus. In diesem Chaos den Überblick zu behalten, ist eine Herausforderung für die Geparde. Ihr Opfer ist ein 200 Kilogramm schweres Gnu – Beute, die für ein einzelnes Männchen viel zu groß wäre. Jetzt zahlen sich die vielen Monate des gemeinsamen Trainings aus. Dem Tierfilmer Reinhard Radke gelangen in der nördlichen Masai Mara in Kenia Aufnahmen, wie man sie zuvor noch nicht gesehen hat.

Freitag, 20. Mai

3sat, 5.20 Uhr
Wildnis Europa
Der Wisent
Der Wisent gilt als das größte und schwerste Landsäugetier Europas, voller Kraft und Anmut. Fast wäre er ausgestorben. Kann er sein Territorium in Zukunft behaupten? Der letzte wildlebende Wisent wurde 1927 im Kaukasus geschossen. Langsam erobert sich der König der Wälder seinen Lebensraum zurück. Im „Wisentgehege Springe“ bei Hannover hat Thomas Hennig eine Gruppe aus zweijährigen Wisentkühen zusammengestellt. Nun sollen die Tiere endlich ausgewildert werden – in den rumänischen Karpaten. Dort gehen die Ranger Matei Miculescu und Cătălin Josan täglich auf Spurensuche, um das Leben der Wisente in Freiheit zu studieren. Die meisten der dort lebenden 64 Tiere stammen aus Zoos und Aufzuchtstationen. Bisher weiß man wenig darüber, wie die Wisente mit der gewonnenen Freiheit umgehen. Die Herde steht unter Beobachtung. Während in Springe und Rumänien Wälder den Lebensraum der Wisente prägen, ist in 1800 Kilometern Entfernung von den Karpaten ein Dünenparadies zu einer neuen Heimat für die Wildtiere geworden. Direkt an der Nordsee hat sich eine einzigartige Küstenlandschaft erhalten: der holländische Nationalpark Zuid-Kennemerland. Esther Rodriguez ist Biologin und zusammen mit Ranger Ruud Maaskant für den Erhalt des vielleicht ungewöhnlichsten Lebensraums für Wisente verantwortlich. Ohne die Tiere würde das sensible Ökosystem zerstört. Die Wildnis Europas mit ihren Wäldern, Meeren und Nationalparks bietet einzigartige und überraschende Landschaften. Die Dokumentationsreihe „Wildnis Europa“ porträtiert ihre größten, stärksten und seltensten tierischen Bewohner.

ARD-alpha, 17.00 Uhr
Quarks
Natur vor der Haustür – Was jetzt auf uns zukommt
Im dritten Jahr der Pandemie haben wir uns daran gewöhnt, dass sich ständig alles ändert. Auch der Natur können wir beim Verändern zugucken. Durch die Klimatrends wird sie sich weiter wandeln. Das Horrorszenario: Der Wald stirbt, invasive Arten übernehmen das Ökosystem und Hochwasser zerstört unser Zuhause. Ist das die Zukunft?

Animal Planet, 21.45 Uhr
Louisiana Law
Bären, Fischotter oder Pumas: In den Sümpfen und Wäldern Louisianas tummeln sich jede Menge Tiere. Manche Arten sind streng geschützt, andere können Menschen gefährlich werden oder sie landen im Kofferraum krimineller Jäger. Um auch abseits ausgetretener Pfade für Recht und Ordnung zu sorgen, sind die Männer und Frauen des „Louisiana Department of Wildlife and Fisheries“ im Einsatz. Zu den Aufgaben der Wildlife-Ranger gehört es, illegale Aktivitäten zu unterbinden oder Menschen in Not zur Hilfe zu eilen. Die Doku-Serie begleitet die Gesetzeshüter bei ihrem abenteuerlichen Job zwischen Golfküste und Bayou.

Samstag, 21. Mai

Bayerisches Fernsehen, 16.15 Uhr
natur exclusiv
Dolomiten – Im Garten der Helden
Die Dolomiten sind die bekannteste Region der Südalpen und ein Naturparadies – eine Landschaft wie geschaffen für Mythen und Helden, auch für Helden aus der Tierwelt. Kurt Mayer und Judith Doppler haben die Dolomiten mehr als ein Jahr lang bereist und zeigen in der Dokumentation „Dolomiten – Im Garten der Helden“ eine Wildnis im Aufbruch. Erstmals seit hundert Jahren durchqueren wieder Großraubtiere die Dolomiten wie der Wolf. Mit hartnäckigen Mythen wird aufgeräumt: Der Wolf ist keine reißende Bestie, der Luchs kein Räuber außer Rand und Band und der Fuchs entpuppt sich hier als teilweise sogar vegetarischer Gourmet. Steinadler haben das Land der bleichen Berge, wie man die Dolomiten früher nannte, wieder unter sich aufgeteilt. Einzigartige Flugaufnahmen zeigen ihre Paarung und ihre bemerkenswerte Jagdtechnik. Junge Bärenwaisen leben in Cortina d’Ampezzo in geschütztem Gelände. Gezeigt werden von Wasser und Eis zerfurchte Felsspitzen, leuchtende Zirben und Lärchenwälder, markante Gebirgsstöcke wie fossile Archipele einer versunkenen Zivilisation. Aus dem Blickwinkel eines Steinadlers geht es in König Laurins Rosengarten: Schneehase, Gams und Murmeltier, gewitzte Ernährungsstrategen und erprobte Hungerkünstler faszinieren durch ihre Höchstleistungen. Als Relikt der Eiszeit lebt das Schneehuhn dort, wo es kühl geblieben ist. Der einsam umherziehende Wolf trifft zu guter Letzt nahe einer verwaisten Stellung des Österreichisch-Italienischen Alpenkriegs auf eine Gefährtin, die ihrerseits den langen Weg von den südlichen Apenninen bis in die Alpen gefunden hat.

Sonntag, 22. Mai

WDR Fernsehen, 14.50 Uhr
Sagenhafter Harz – vom Brocken bis nach Quedlinburg
Unberührte Wälder, geheimnisvolle Moore und der sagenumwobene Brocken, mittelalterliche Städte mit Hunderten von Fachwerkhäusern, alpines Klima und eine einzigartige Flora und Fauna – es gibt viele Gründe, warum der Harz zu den beliebtesten Urlaubszielen in Deutschland gehört. Tamina Kallert wandert entlang des Hexenstiegs vom Brocken bis nach Thale, füttert Wildkatzen im Luchsgehege bei Bad Harzburg, macht einen Abstecher in den Brockengarten mit seinen über 1.600 alpinen Pflanzenarten und besucht das mehr als 1.000 Jahre alte Quedlinburg.

Zeitraum: 23.05.2022 - 29.05.2022

Montag, 23. Mai

SWR Fernsehen, 10.15 Uhr
Bärenkinder
Bären sind die größten und mächtigsten Landraubtiere Europas. Natürliche Feinde haben sie nicht und dennoch gibt es nur noch wenige Regionen, in denen sie vorkommen. Menschen reduzieren deren Lebensraum, drängen sie in entlegene Gebiete zurück. Doch einige der Bären drehen den Spieß um. Sie passen sich ihrer neuen Umgebung an, profitieren sogar von der Nähe zu den Menschen. Der Tscheche Vaclav Chaloupek hat versucht, mehr über die Anpassungsfähigkeit dieser Tiere zu erfahren, indem er ungewollt zur Ersatzmutter von zwei Bärenwaisen wurde. Was er herausgefunden hat, lässt diese Tiere und ihre Klugheit in einem neuen Licht erscheinen. Ein Jahr zieht Vaclav zwei europäische Braunbären groß. Er teilt mit ihnen sein Haus, spendet ihnen Körperwärme, füttert sie und erklärt ihnen die Welt, wie es eine Bärenmutter tun würde. Nur durch diese Nähe hat er die einmalige Chance, bisher Unbekanntes über Bären zu lernen.

Bayerisches Fernsehen, 22.00 Uhr
Lebenslinien
Wie der Wald den Förster rettet
Thomas ist Förster und Vater von sieben Kindern. Er betreut einen Schlosswald in Jetzendorf, gibt Wildnis-Seminare in ganz Deutschland und Österreich und organisiert die Renovierung des baufälligen Schlosses. Damit überfordert er sich und versinkt schließlich in eine schwere Depression. Sein komplettes Leben und das seiner Familie steht auf dem Spiel. Schon als Kind ist Thomas von Natur und Tieren begeistert. Dennoch macht er nach seinem Schulabschluss eine Banklehre. Denn Sicherheit und finanzielle Unabhängigkeit sind in seiner Familie wichtige Werte. Dass er in diesem Beruf aber nicht glücklich werden wird, bemerkt er schnell und entschließt sich zu einem Studium der Forstwirtschaft. Nach dem Abschluss bekommt er bald eine Anstellung als Förster. Auch privat läuft es gut. Er heiratet seine Jugendfreundin und wird in den nächsten Jahren Vater von sieben Kindern. Mit der Familie wächst auch der Druck. Er betreut den privaten Wald des Barons von Jetzendorf, gibt Kettensägen-Kurse, Naturerfahrungs-Workshops für Kinder, berät Jäger und organisiert die Renovierung des baufälligen Schlosses. Doch eines Tages ist Schluss. Thomas kann nicht mehr. Er stürzt in eine tiefe Depression, aus der er sich lange nicht befreien kann. Erst die Zeit, die Ruhe und die Kraft des Waldes lassen Thomas wieder Licht im Leben sehen. Er lernt, seine Energie besser einzuteilen – und auch mal „nein“ zu sagen.

Dienstag, 24. Mai

hr fernsehen, 10.30 Uhr
Der Harz
Eisige Gipfel – wilde Täler
Verwunschene Wälder, Großkatzen, wilde Schafe und ein langer, harter Winter: Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge hat vieles zu bieten. Der Harz ist sagenumwobener Treffpunkt der Hexen, war einst Inselreich von Urzeitechsen und ist heute ein Naturjuwel mit einer Tierwelt, die man in Deutschland anderswo kaum noch findet. Über 1.000 Meter hoch ragt der Brocken, der höchste Berg des Harzes, aus der flachen norddeutschen Landschaft. Kahl und windumpeitscht ist sein Gipfel, dunkel und wasserreich sind seine bewaldeten Hänge. Der Harz ist ein Regenfänger. Hier fällt zwei bis dreimal so viel Niederschlag wie im Umland. Im Winter kommt der Niederschlag als Schnee und verwandelt das Gebirge in eine erstarrte, weiße Traumlandschaft. Dabei kann es in den Hochlagen ungemütlich werden. Am Brocken erreichen Stürme nicht selten Orkanstärke und die Temperaturen fallen regelmäßig unter minus 20 Grad Celsius. Wildkatze und Luchs streifen durch die nebelverhangenen Wälder, Mufflon und Rothirsch haben hier ihr Revier. Der Luchs ist längst zum Symboltier der Region geworden. Er zeigt, dass Naturschutz und Tourismus erfolgreich nebeneinander existieren können. Manchmal kommt er den Harztouristen sogar sehr nah. Doch die gut getarnte Großkatze wird fast nie bemerkt. Eine weitere Besonderheit in den Tälern des Ostharzes sind die Mufflons. Wildschafe, die ursprünglich aus Sardinien und Korsika stammen und vor 100 Jahren im Harz angesiedelt wurden. Seltene Aufnahmen zeigen die kleinen Wildschafe in den Wäldern des Harzes. Berühmt ist der Harz nicht nur für seine Natur, sondern auch für seine Mythen: Hexen sollen sich in der Walpurgisnacht auf dem Brocken versammeln, dem höchsten Berg Norddeutschlands. Weniger bekannt ist die Vorgeschichte des Gebirges: Jurassic Harz, sensationelle Dinosaurierfunde am Harzrand, Tausende Knochen einer nah verwandten Art des Brontosaurus, der bis zu 22 Meter lang war. Die Harzer Saurier allerdings waren nur etwa acht Meter lang und erhielten so den Spitznamen „Harzer Zwerg“. Der erste Teil der Dokumentation „Der Harz“ beginnt im schneereichen Winter und endet im milden Sommer des 2000 Quadratkilometer großen Mittelgebirges. Über zwei Jahre lang war Tierfilmer und Harz-Kenner Uwe Anders für seine zweiteilige Naturdokumentation im Harz unterwegs. Ihm ist ein besonderes Naturporträt gelungen – mit einzigartigen Landschaftsaufnahmen und überraschenden Verhaltensweisen der wilden Harzbewohner.

Bayerisches Fernsehen, 10.35 Uhr
Abenteuer Wildnis
Wildschweine: Dicke Schwarte – kluger Kopf
Kaum ein heimisches Wildtier ist so intelligent und anpassungsfähig, hat eine so feine Nase, ein so gutes Gehör und einen so ausgeprägten Familiensinn wie das Wildschwein. Astrid Miller gibt in dieser Naturfilmdokumentation anrührende und spannende Einblicke in das Familienleben des Schwarzwilds. Ein spannender filmischer Blick in das Familienleben von Schwarzwild. Beeindruckende Zeitlupenaufnahmen zeigen, wie sich die mächtigen Keiler, die bis zu 200 Kilogramm wiegen, während der Paarungszeit heftige Kämpfe um die Bachen liefern. Ihnen gegenüber benehmen sich die Keiler allerdings als Gentlemen: Ist eine Bache noch nicht paarungsbereit, bedrängen sie sie nicht etwa, sondern versuchen ihr Glück kurzerhand bei der nächsten. Die Bachen sind eingefleischte „alleinerziehende“ Mütter. Sie tun sich bei der Aufzucht ihrer zahlreichen und äußerst unternehmungslustigen Frischlinge zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Ein höchst erfolgreiches Konzept, wie der seit Jahren steigende Wildschweinbestand beweist. Filmautorin Astrid Miller begleitet die klugen Tiere durch das Jahr und gibt spannende und amüsante Einblicke in das tägliche Leben der kräftigen Borstentiere. Sie zeigt, wie die Allesfresser mit ihrer feinen Nase selbst unter Wasser oder unter einer hohen Schneedecke Nahrung aufspüren, wie sie zentnerschwere Baumstämme wegräumen, um ihrem Nachwuchs Leckerbissen zu verschaffen, und dass sie Giftpflanzen wie den Fingerhut zielsicher links liegen lassen. Wildschweine haben alles, was zum Überleben wichtig ist: Sie sind sozial, intelligent und sehr kommunikativ. Vor allem aber sind sie lernfähig und deshalb die heimlichen Herrscher des Waldes.

arte, 19.40 Uhr
Re: Die neuen Jägerinnen
Abschied vom Lodenfilz
Die Jagd erlebt eine Renaissance. Die Zahl der Jagdscheinabsolventen hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Eine neue Generation wächst heran. Es sind zunehmend junge Frauen, die auf diese Weise einen Zugang zur Natur suchen. Viele von ihnen wollen nur noch Fleisch essen, das sie selbst erlegt haben. Jagd bedeutet für sie mehr als Freiheit und Abenteuer – sie ist aktiver Wald- und damit Klimaschutz: „Fridays for Future“ erobert den Hochsitz. Die „Re:“-Reportage begleitet die Absolventinnen einer Jagdschule in Brandenburg auf ihrem Weg zur Jägerin. Dabei geht es ihnen um mehr als ums reine Jagdfieber. Es treibt sie die Liebe zum Wald, der Schutz des Klimas, und nicht zuletzt die Frage: Woher kommt das Fleisch, das wir essen? Helena ist noch Jagdschülerin. Sie ist 16 Jahre alt und noch vor ihrem Abitur will sie den Jagdschein in der Tasche haben. Einmal im Monat packt sie ihren Rucksack mit Zelt, Schlafsack und warmen Sachen und macht sich auf zum Blockseminar im brandenburgischen Hohen Fläming. Auf dem Stundenplan stehen „Pirschen“, „Die Sprache der Vögel“, „Spurenlesen“ und natürlich auch Waffenkunde und Schießübungen mit Büchse und Flinte. Die Ausbildung spannt sich über ein ganzes Jahr. Der 51-jährige Tim Taeger ist Wildnispädagoge und selbst Jäger. Er will seinen SchülerInnen beibringen, was er „Respektvoll Jagen“ nennt. Gerade Großstadtbewohner aus dem nahen Berlin, fühlen sich von seiner Art, das Wissen über Wild und Wald zu vermitteln, besonders angesprochen. Inzwischen hat sich eine kleine Community von „neuen Jägerinnen“ rund um seine Schule etabliert. Am Wochenende kommen ehemalige Absolventinnen und Jäger aus der Gegend und nehmen die SchülerInnen mit zur Jagd. Helena hat in Jungjägerin Lilli Schulte (22), ihre Mentorin gefunden. Gemeinsam sitzen die beiden auf dem Hochsitz, warten und spähen in den stillen Wald, über dem sich langsam die Abendsonne senkt. Später, nach Einbruch der Dunkelheit treffen sich alle JägerInnen wieder in der Jagdschule. Diejenigen, die erfolgreich waren, bringen ihre Beute mit, damit die JagdschülerInnen dabei zusehen können, wie das tote Tier fachmännisch ausgenommen – in Jägersprache „aufgebrochen“ – wird. Die Reportage zeigt eine neue Generation von Jägerinnen – weit entfernt von althergebrachten Klischees von Lodenfilz und Männerbünden.

Mittwoch, 25. Mai

arte, 12.10 Uhr
Re: Die neuen Jägerinnen
Abschied vom Lodenfilz
Die Jagd erlebt eine Renaissance. Die Zahl der Jagdscheinabsolventen hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Eine neue Generation wächst heran. Es sind zunehmend junge Frauen, die auf diese Weise einen Zugang zur Natur suchen. Viele von ihnen wollen nur noch Fleisch essen, das sie selbst erlegt haben. Jagd bedeutet für sie mehr als Freiheit und Abenteuer – sie ist aktiver Wald- und damit Klimaschutz: „Fridays for Future“ erobert den Hochsitz. Die „Re:“-Reportage begleitet die Absolventinnen einer Jagdschule in Brandenburg auf ihrem Weg zur Jägerin. Dabei geht es ihnen um mehr als ums reine Jagdfieber. Es treibt sie die Liebe zum Wald, der Schutz des Klimas, und nicht zuletzt die Frage: Woher kommt das Fleisch, das wir essen? Helena ist noch Jagdschülerin. Sie ist 16 Jahre alt und noch vor ihrem Abitur will sie den Jagdschein in der Tasche haben. Einmal im Monat packt sie ihren Rucksack mit Zelt, Schlafsack und warmen Sachen und macht sich auf zum Blockseminar im brandenburgischen Hohen Fläming. Auf dem Stundenplan stehen „Pirschen“, „Die Sprache der Vögel“, „Spurenlesen“ und natürlich auch Waffenkunde und Schießübungen mit Büchse und Flinte. Die Ausbildung spannt sich über ein ganzes Jahr. Der 51-jährige Tim Taeger ist Wildnispädagoge und selbst Jäger. Er will seinen SchülerInnen beibringen, was er „Respektvoll Jagen“ nennt. Gerade GroßstadtbewohnerInnen aus dem nahen Berlin, fühlen sich von seiner Art, das Wissen über Wild und Wald zu vermitteln, besonders angesprochen. Inzwischen hat sich eine kleine Community von „neuen JägerInnen“ rund um seine Schule etabliert. Am Wochenende kommen ehemalige Absolventinnen und Jäger aus der Gegend und nehmen die SchülerInnen mit zur Jagd. Helena hat in Jungjägerin Lilli Schulte (22), ihre Mentorin gefunden. Gemeinsam sitzen die beiden auf dem Hochsitz, warten und spähen in den stillen Wald, über dem sich langsam die Abendsonne senkt. Später, nach Einbruch der Dunkelheit treffen sich alle JägerInnen wieder in der Jagdschule. Diejenigen, die erfolgreich waren, bringen ihre Beute mit, damit die JagdschülerInnen dabei zusehen können, wie das tote Tier fachmännisch ausgenommen – in Jägersprache „aufgebrochen“ – wird. Die Reportage zeigt eine neue Generation von Jägerinnen – weit entfernt von althergebrachten Klischees von Lodenfilz und Männerbünden.

Donnerstag, 26. Mai

3sat, 9.15 Uhr
Big Five Südamerika
Der Jaguar
Fünf Expeditionen machen sich auf, um die Big Five Südamerikas aufzuspüren, fünf seltene und für den Kontinent charakteristische Tierarten. Dabei dringen die Expeditionsteilnehmer – Biologen und Artenschützer, einheimische Führer und Filmteams – in eine faszinierende, geheimnisvolle Welt weitab des Vertrauten ein. Das erste Team folgt den Spuren des Jaguars. Die drittgrößte Katze der Welt – größer sind nur noch Löwe und Tiger – hat auf dem amerikanischen Kontinent lange um ihr Überleben kämpfen müssen. Das wunderschöne Fell des Jaguars und die Furcht der Menschen haben ihn in weiten Teilen Amerikas zum Verschwinden gebracht. Auch in Brasilien konnte sich der Bestand erst nach dem Artenschutzabkommen von 1976 erholen. Rund um die berühmten Wasserfälle von Iguazú haben sich die wenigen scheuen Exemplare in den angrenzenden Nationalpark zurückgezogen. Doch nun machen vor allem zwei junge Jaguar-Brüder den Forschern des Nationalparks zu schaffen, da sich die Raubkatzen bis in die Touristenzone vorwagen. Auch im Pantanal, dem über 200 000 Quadratkilometer großen Schwemmland Zentralbrasiliens, schwelt immer noch der Konflikt zwischen Artenschutz und Viehzucht. Viele Farmer lassen die Jaguare heimlich vergiften. Lucas Leuzinger ist Biologe und Farmer und hat die Hälfte seines Farmlandes der Wildnis überlassen. Jaguar und Puma finden dort genug wilde Beute, so hat Lucas Leuzinger kaum Viehverlust zu beklagen. Im Norden des riesigen Mosaiks aus Flüssen, Wäldern und je nach Jahreszeit überfluteten Savannen verfolgt Douglas Trent seit einigen Jahren die Jaguare mit der Kamera. Etwa 40 Exemplare konnte er schon ausmachen. Diese ungewöhnlich hohe Dichte spricht dafür, dass das Schutzgebiet den Katzen als Durchgang auf der Suche nach einem eigenen Revier dient. Doch solange noch wenig über die Bedürfnisse der Jaguare bekannt ist, wird es ein langer Weg sein, der größten Katze des südamerikanischen Kontinents eine sichere Zukunft zu geben.

3sat, 10.40 Uhr
Big Five Südamerika
Der Andenbär
Anden- oder Brillenbären sind die einzige Bärenart Südamerikas und die letzten Überlebenden aus der Unterfamilie der Kurzschnauzenbären. Bis zur letzten Eiszeit bewohnten sie den gesamten nordamerikanischen Kontinent. Ein Filmteam begibt sich mit den Bärenschützern Armando Castellanos und Andres Laguna auf Spurensuche nach den Bären in die ecuadorianischen Hochanden. Hier in den Nebelwäldern der Hochanden waren sie vor den Gletschermassen sicher und konnten sich über die Jahrtausende an diesen neuen Lebensraum anpassen. Nach bisheriger Lehrmeinung wurden sie dort zu Pflanzenfressern, die geschickt auf Urwaldbäume klettern, um nach Bromelien und anderen zuckerhaltigen Gewächsen zu suchen. Doch es mehren sich Berichte, einzelne männliche Bären zögen in die Täler, um Maisfelder zu plündern oder Weidevieh anzufallen. Als Konsequenz blasen die Bauern zur illegalen Jagd auf Andenbären und dezimieren den Bestand. Was ist dran an den Geschichten über die zu Fleischfressern mutierten Vegetarier? Die Expeditionsteilnehmer stellen fest, dass nicht die Bären in die Täler herabsteigen, sondern die Bauern ihre Weideflächen immer weiter in den Lebensraum der geschützten Art ausdehnen. Nun müssen die Bärenschützer nachhaltige Lösungen zum Schutz der letzten 5000 verbliebenen ecuadorianischen Andenbären suchen. Sie entwickeln dafür ihre ganz eigene, offensive Strategie.

Freitag, 27. Mai

3sat, 16.15 Uhr
Unsere Wälder
Die Sprache der Bäume
Die Deutschen lieben den Wald. Kein anderes Land Europas hat eine derart tiefe Verbindung zur Heimat der Bäume. Ein Drittel des Landes ist mit Wald bedeckt – 90 Milliarden Bäume insgesamt. Und kein Naturraum ist so stark mit der Identität der Deutschen verbunden wie der Wald. Er ist Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Nicht das Wattenmeer, nicht die Berge spiegeln die Seele und die Befindlichkeiten der Deutschen, sondern – die Wälder. Auch wenn sie ihr Leben lang am selben Fleck stehen: Bäume sind keine stummen, einsamen Wesen. Im Wald haben sie Freunde und Geschäftspartner, Familienangehörige und Feinde. Und mit allen sind sie vernetzt. Unter der Erde nimmt jede Baumwurzel etwa doppelt so viel Fläche ein wie die Krone in luftiger Höhe. Und in einem einzigen Teelöffel Walderde befinden sich kilometerlange Pilzgeflechte, winzige Leitungen, die ganze Wälder vernetzen – wie das Internet unsere Computer. Fast alle Bäume im Wald kooperieren mit einem oder mehreren Pilzfreunden. Das unterirdische Netz hilft den Bäumen sogar, ihren Nachwuchs zu versorgen, der im Dämmerlicht des Waldes allzu oft im Schatten steht. Über das „Wood Wide Web“ der Pilze wird der Wald quasi zum gigantischen Organismus. Hier tauscht er Nährstoffe aus – und Nachrichten. Auch in der Waldluft schweben ständig chemische Botschaften, mit deren Hilfe Bäume kommunizieren oder Feinde abwehren. Wie unsichtbare Kommunikationsfahnen durchwehen sie den Wald. Zudem ist die Luft hier reich an Sauerstoff – einem Abfallprodukt der Photosynthese. Ein einziger Baum deckt den Tagesbedarf von zehn Menschen. Deswegen gilt das „Waldbad“ nicht nur in Japan, wo es erfunden wurde, längst als Therapie. Unter Bäumen werden Menschen ruhiger und gesünder. Denn auch wenn sie die Bäume nicht verstehen: Die geheime Sprache der Bäume wirkt auch auf den Menschen. Vielleicht wird der Wald auch deshalb so sehr geliebt.

Samstag, 28. Mai

Bayerisches Fernsehen, 9.30 Uhr
Welt der Tiere
Das Geheimnis vom Untersberg
Mit ihrer enormen Flügelspannweite bis zu 2,5 Metern waren Gänsegeier einst die größten Vögel der Alpenregion. Nun hat der große Vogel aus den Volieren des Salzburger Zoos nicht nur in die Gipfelregionen des Untersberg zurückgefunden, sondern seinen Luftraum sogar bis ins italienische Friaul und auf die kroatische Insel Cres ausgedehnt. Wer vom Salzburger Zoo zum Untersberg hinüberschaut, kann sie wieder kreisen sehen: Mit ihrer enormen Flügelspannweite bis zu 2,5 Metern waren Gänsegeier die größten Vögel der Alpenregion. Falscher Mythen wegen waren die Geier in den Alpen ausgerottet worden, weil sie angeblich Lämmer, Kälber und sogar Kinder töten würden. Sagen und Gerüchte umgeben aber auch den Untersberg mit seinen Vögeln. Doch die schönste Geschichte ist Realität: Sie handelt davon, wie der große Vogel aus den Volieren des Zoos nicht nur in die Gipfelregionen des Untersberg zurückgefunden, sondern seinen Luftraum sogar bis ins italienische Friaul und auf die kroatische Insel Cres ausgedehnt hat.

Sonntag, 29. Mai

arte, 19.30 Uhr
Der Wächter der Geisterbären
Kanadas heimliche Tradition
In einem undurchdringlichen Wald an der pazifischen Westküste Kanadas lebt einer der seltensten Bären der Welt: Moksgmol, der Geisterbär. Seine Heimat besteht aus Tausenden großen und kleinen Inseln. Auf einer dieser Inseln leben auch die Gitga’at, ein Stamm der Küsten-First-Nations. Der Moksgmol steht schon immer unter ihrem ganz besonderen Schutz. Die Dokumentation begleitet Marven Robinson, den Wächter der Geisterbären. Er gewährt Einblicke in sein Wissen und seine Erfahrungen mit dem Geisterbären und seinem Beruf als Scout im Great Bear Rainforest. Fast das ganze Jahr über verbergen dichte Nebelschwaden eine Inselwelt vor der Westküste Kanadas mit einem archaischen Lebensraum, dem Great Bear Rainforest. Das neblige Immergrün gibt nur in einem schmalen Zeitfenster sein Geheimnis preis: die Existenz des Geisterbären. Die Gitga’at nennen den besonderen Bären Moksgmol. Geisterbären sind weiße Schwarzbären, keine Albinos. Eine Mutation im Erbgut der Schwarzbären ließ sie wahrscheinlich in der letzten Eiszeit entstehen. In den vergangenen Jahren ist Marven Robinson für das Wohlergehen des Geisterbären verantwortlich. Er ist sein Wächter. Dafür lebt und arbeitet er. Die Älteste der Gitga’at steht ihm mit Rat und Tat zur Seite. Ende August, wenn die Lachse beginnen aus dem Meer in ihre Laichflüsse hochzusteigen, kommt er aus seinem Wald an die Flussläufe. Die Lachswanderung ist für die Gitga’at, aber auch für die Bären und viele andere Lebewesen im Great Bear Rainforest die wichtigste Zeit im Jahr. Nur etwa zwei bis drei Wochen müssen allen ausreichen, um sich für den langen Winter zu rüsten und mit nahrhaftem Lachs zu versorgen. Jetzt ist es Zeit für den Gitga’at Marven Robinson, nach dem Geisterbären Ausschau zu halten. Marvens Aufgabe ist es, den Geisterbären auf der Spur zu bleiben und sie zu schützen. Wo halten sich die Geisterbären auf und wie viele sind es? Das Leben der Bären ist eng verbunden mit dem Zug der Lachse, denn nur dann zeigen sich die scheuen Tiere an deren Laichgewässern. Die Geisterbären gelten als das Totemtier der First Nations und haben Kultstatus. Doch ihre Existenz ist bedroht durch die Holzindustrie und Trophäenjäger, die die weißen Bären als besonderes Ziel auserkoren haben. Der Geisterbär stand Anfang des 20. Jahrhunderts kurz vor seiner Ausrottung. Nur wenige Tiere überlebten. Auch die Gitga’at konnten daran nichts ändern. Ihr Totemtier brauchte plötzlich ihren ganz besonderen Schutz.

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