WILD UND HUND TV-Tipps für Jäger

167971

fernsehen Kopie.jpg

Hier finden Sie die aktuelle Programmvorschau für Jäger

Mit freundlicher Unterstützung des Redaktionsbüros „Radio + Fernsehen“. Kurzfristige Programmänderungen sind möglich.

Hörfunk: Radio Rheinwelle 92,5 Mhz, Samstags, 13 bis 15 Uhr, vierwöchentlich, ungerade Kalenderwochen: Jagd – Faszination und Kultur
ORF-Radio Niederösterreich, 1. Dienstag im Monat, 21 Uhr: Naturerlebnis Jagd
Radio Bamberg: „Heike trifft… Drei Jäger“
Jagdfunk: Ein Interview-Podcast rund um die Jagd

Kino und DVD-Tipps: siehe Trailer und Seitenende

Zahlreiche spannende Reportagen rund um die Jagd finden Sie auch auf PareyGo!

Zeitraum: 12.09.2022 - 18.09.2022

Montag, 12. September

arte, 9.50 Uhr
GEO Reportage: Panzer, Wölfe, Rothirsche
Es wird fast rund um die Uhr scharf geschossen – auf dem Truppenübungsplatz der US-Streitkräfte im oberpfälzischen Grafenwöhr. Kaum vorstellbar, dass sich in diesem riesigen, scheinbar lebensfeindlichen, Gebiet genau darum ein einzigartiges Naturrefugium gebildet hat. Unbehelligt von der ständigen Beschneidung ihres Lebensraums, von den Gefahren der Urbanität, leben hier zahlreiche Tierarten. Nun soll der Einfluss des Wolfes auf die großen Rotwild-Bestände des Areals wissenschaftlich untersucht werden. Es wird fast rund um die Uhr scharf geschossen – auf dem Truppenübungsplatz der US-Streitkräfte im oberpfälzischen Grafenwöhr. Kaum vorstellbar, dass sich in diesem riesigen, scheinbar lebensfeindlichen, Gebiet genau darum ein einzigartiges Naturrefugium gebildet hat. Unbehelligt von der ständigen Beschneidung ihres Lebensraums, von den Gefahren der Urbanität, leben hier zahlreiche Tierarten. Nun soll der Einfluss des Wolfes auf die großen Rotwild-Bestände des Areals wissenschaftlich untersucht werden. Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr liegt in der Oberpfalz im Norden Bayerns. Er ist mit einer Fläche von 234 km² der größte Truppenübungsplatz der US-Armee außerhalb der USA. Bis auf wenige Stunden morgens und abends wird hier rund um die Uhr scharf geschossen. In diesem Gebiet sind Marcus Meißner und Maria Zetsche vom Wildbiologischen Institut Göttingen und Dresden e.V. mit einer Sondergenehmigung der US-Armee unterwegs. Der Diplomforstwirt und die Tierärztin koordinieren ein Projekt, das den Einfluss des Wolfs auf das Verhalten der Rothirsche herausfinden möchte. Marcus Meißner untersucht schon seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Bundesforstamt das Verhalten der Rothirsche auf dem Übungsplatz. Mit Hilfe von GPS-Sendern wurden Verhalten und Bewegungsmuster des Rotwildes ohne den Wolf erforscht. Jetzt soll das gleiche noch mal gemacht werden, unter dem Einfluss der jetzt hier nachweislich lebenden Wölfe. Dazu müssen die scheuen Tiere wieder mühsam gefangen und mit einem Senderhalsband versehen werden. Gespannt sehen Marcus, Maria und ihre Kolleginnen dem Ergebnis entgegen.

arte, 18.35 Uhr
Metamorphosen – Die Wildnis kehrt zurück
Englands Biber – Der Chaos-Effekt
Es war eine Sensation! Als 2014 Fotos von freilebenden Bibern in England auftauchten, beherrschte das Thema die britische Presse. Denn während in Deutschland ungefähr 25.000 der pelzigen Tiere heimisch sind, war der letzte englische Biber im 16. Jahrhundert von Jägern erlegt worden. Der Ursprung der Biber war ein Rätsel. Deren mysteriöse Rückkehr polarisierte die britische Öffentlichkeit: Naturschützer feierten den tierischen Neuankömmling als Bereicherung für die Natur. Gegner fürchteten, die Nagetiere könnten Krankheiten auf Nutztiere übertragen und durch den Bau von Dämmen die Überschwemmung von Agrarfeldern verursachen. Als die englische Regierung inmitten der hitzig geführten Kontroverse dazu tendierte, die Tiere einfangen zu lassen, ging die regionale Umweltschutzorganisation „Devon Wildlife Trust“ ein großes Risiko ein. Sie übernahm die Verantwortung für die Biber und konnte die Regierung davon überzeugen, die Tiere nicht einzufangen – zumindest vorläufig. Damit die Biber dauerhaft in Freiheit leben dürfen, mussten die Naturschützer in einem fünfjährigen Forschungsprogramm stichhaltig die positiven Effekten der Biber für die Umwelt beweisen. Der Film begleitet die Naturschützer bei diesem engagierten Projekt. Die bisher gewonnenen Ergebnisse überraschen: Die Tiere mit dem Spitznamen „Ökoingenieure“ verwandeln von Menschen begradigte Bäche in eine feuchte Wildnis mit einer explodierenden Artenvielfalt. Ihre aufgestauten Biberteiche reinigen das Wasser und helfen beim Überflutungsschutz.

3sat, 20.15 Uhr
Rückkehr nach Alaska – Reno Sommerhalder im Urwald von Tongass
Seit 35 Jahren kehrt der Bärenforscher Reno Sommerhalder immer wieder in die Abgeschiedenheit Alaskas zurück, in den Urwald von Tongass, ein Land der Bären, Lachse und Wale. Nun muss der schweizerisch-kanadische Bärenforscher feststellen, dass die Natur, die Tier- und Pflanzenwelt, gelitten hat. Jenseits der Zivilisation: Der größte Nationalforst der USA, der Regenwald von Tongass, auch „Amazonas von Nordamerika“ genannt, erstreckt sich im Südosten Alaskas 500 Kilometer entlang der Pazifikküste über 1000 Inseln hinweg. Er ist eineinhalb Mal so groß wie die Schweiz, kaum besiedelt und selbst in den USA nur wenig bekannt. Doch er ist von unschätzbarem Wert für das Klima. Diesen Sommer will Reno Sommerhalder der Wildnis besonders nahekommen, und so versucht er, so weit möglich, sich die Nahrung aus der Natur zu holen – wie es auch die Bären tun. Lachse sind seine Hauptnahrung, auch Krabben. Er sammelt Beeren und Pilze, gräbt nach Wurzeln. Doch bei seinen Streifzügen muss er feststellen, dass sich der Tongass verändert hat: Die Gletscher schmelzen auch dort, die lebenswichtigen Lachszüge sind unregelmäßig geworden, die Bären seltener. „Die Heringe sind verschwunden“, klagt ein Häuptling der Tlingit, eines indigenen Volkes. „Es gibt keinen anderen Ort wie diesen“, sagt der Schriftsteller Kim Heacox, Autor mehrerer Bücher über diesen magischen Regenwald, „der Tongass ist die Lunge Nordamerikas“. Und doch ist diese Wildnis bedroht. US-Präsident Donald Trump bewilligte in seinen letzten Amtstagen den großflächigen Holzschlag im geschützten Wald, sein Nachfolger Joe Biden hat das Vorhaben wieder gestoppt.

Dienstag, 13. September

3sat, 14.15 Uhr
Schweizer Flussgeschichten – Am Rhein
Kostbare Naturerlebnisse genießen Eveline Hauser und Dominik Waldmeier mit ihren Packziegen. Mit ihren zahmen Tieren bieten sie Trecking-Touren an. Dort, wo der junge Rhein noch ein Wildbach ist. Weiter flussabwärts genießt Rangerin und Wildhüterin Pirmina Caminada ihren spektakulären Arbeitsplatz: die Rheinschlucht, „Ruinaulta“ auf Rätoromanisch. Bei jedem ihrer Kontrollgänge liest sie aus Spuren und tierischen Hinterlassenschaften ihre „Tageszeitung der Natur“.

Mittwoch, 14. September

Phoenix, 20.15 Uhr
Kitz & Co.
Die Kunst des Verschwindens
Warum haben Rehkitze weiße Flecken, die mit dem Auswachsen verschwinden? Wieso sind Frischlinge gestreift und erwachsene Wildschweine nicht? „Somatolyse“ heißt das Zauberwort – der Begriff aus dem Griechischen bedeutet „Auflösung des Körpers“ und bezeichnet eine besondere Schutzfunktion, die für viele Jungtiere in den ersten Lebenswochen wie eine Tarnkappe wirkt. Die Dokumentation „Kitz & Co. Die Kunst des Verschwindens“ des österreichischen Tierfilmers Kurt Mündl spürt die Meister der Tarnung in ihrem Lebensraum auf und geht diesem Kniff der Natur auf den Grund. Wenn Rehgeißen sich auf Nahrungssuche begeben, lassen sie ihre Jungen häufig im Dickicht der Wälder zurück – zu schwach sind die kleinen Rehe kurz nach der Geburt, um der Mutter zu folgen. Schutzlos und allein in der Natur zurückgeblieben, ist die einzige „Waffe“ der Kitze, sich für ihre Feinde quasi unsichtbar zu machen. Die weißen Flecken auf ihrem Rücken helfen ihnen dabei. Doch nicht nur Rehkitze verfügen über diese spezielle Tarnung, die im Fachjargon als Somatolyse bezeichnet wird. Der Feldhase etwa ist, obwohl er eigentlich nur ein schlichtes, braunes Haarkleid trägt, ein Meister der Tarnung. Die feinen Farbnuancen seines Fells lassen ihn mit seiner Umgebung verschmelzen, sodass Hasenbabys oft nicht einmal aus einem Meter Entfernung zu erkennen sind. Auch das Fell junger Wildschweine ist mit weißen Streifen durchzogen und macht sie zwischen Bäumen und Sträuchern unsichtbar. Wie auch bei den Jungrehen gehen die Tarnmuster im Laufe ihres ersten Lebensjahres verloren. Doch bereits seit Jahrtausenden genügt diese Finesse der Evolution, um das Überleben dieser Arten zu sichern. In der Dokumentation begleitet der österreichische Tierfilmer Kurt Mündl das Heranwachsen eines Rehkitzes und zeigt, welche ausgefeilten Tarnstrategien Kitz und Co. vor ihren natürlichen Feinden schützen sollen. Das Phänomen tritt nicht nur bei Säugetieren auf. Auch Wildvögel bedienen sich einer speziellen Farbmusterung, um in ihrem Lebensraum so wenig wie möglich aufzufallen. Wesentlich bei allen Meistern der Tarnung ist ihre Fähigkeit, völlig unbewegt auszuharren, auch wenn Menschen oder Tiere in ihre Nähe geraten.

Donnerstag, 15. September

arte, 7.15 Uhr
GEO Reportage
Dem Wolf auf der Spur
Schnüffeln für den Artenschutz
Hundert Jahre lang galt er als beinahe ausgerottet. Doch in den 90er Jahren kehrte er nach Deutschland zurück: der Wolf. Die Wildbiologin Lea Wirk und ihre Labrador-Hündin Molly suchen in den Wäldern Sachsens und Brandenburgs Spuren des scheuen Raubtiers. Sie arbeitet seit mehreren Jahren für ein Institut für Wolfsforschung in der Lausitz – dort leben die meisten Wölfe in Deutschland. Ihre Arbeit ist wichtig, um einen Überblick darüber zu bekommen, wie viele Wölfe es wirklich gibt. Naturschützer freuen sich über seine Rückkehr. Schafhalter hingegen sehen das Comeback des Wolfs sehr kritisch. Die Lausitz – Heimat der größten Wolfspopulation Deutschlands. Vor über zwei Jahrzehnten ist das Raubtier hierher zurückgekehrt. Die Wildbiologin Lea Wirk erforscht die Reviere der Wölfe zusammen mit Molly, ihrer ausgebildeten Wolfsspürhündin. Sie wollen die Wolfs-Population im Blick behalten – vor allem den Nachwuchs, die Welpen. Jeder Tag ist eine neue, immer wieder überraschende Spurensuche. Lea Wirk und ihre KollegInnen sammeln Daten, aus denen sie abzulesen versuchen, wie viele Wölfe in den verschiedenen Territorien der Region unterwegs sind. Was fressen sie, wie bewegen sie sich, wie verschieben sich die Grenzen ihrer Reviere und wie sieht es mit Nachwuchs aus? Denn eine ausreichende Zahl an Welpen ist wichtig für den Wolf, um sich dauerhaft in ganz Deutschland zu etablieren. Doch wie kommt man den scheuen und klugen Wildtieren auf die Spur? Spürhündin Molly ist darauf trainiert, Wolfskot zu suchen. Anhand dieser und weiterer Spuren wie Fellhaaren, Pfotenabdrücken oder Bildern aus Kamerafallen rekonstruiert Lea den aktuellen Zustand und die Entwicklung der lokalen Wolfspopulationen – das sogenannte Wolfsmonitoring. Leas und Mollys Einsatzgebiet ist die Lausitz, ein im Süden Brandenburgs und im östlichen Teil Sachsens gelegener Landstrich. Um die 30 Wolfsterritorien gibt es hier – es ist das dichteste Vorkommen in Deutschland. Wölfe leben in Rudeln. Diese Familienverbände bestehen aus einem Wolfspaar, dessen Welpen und dem Nachwuchs des Vorjahres. Solange die Welpen klein sind, werden sie vom Rudel mitversorgt. Nach spätestens zwei Jahren wandern sie ab, um selbst ein Rudel zu gründen. So hilft der Nachwuchs, neue Gebiete in Deutschland zu besiedeln und das Wolfsvorkommen weiter zu stabilisieren. Doch was den Wolf freut, sorgt bei anderen für Unbehagen: Schafhalter Rainer Fehrmann hat auf dem Acker vor seiner Weide verdächtige Spuren entdeckt. Ein Wolf auf der Suche nach leichter Beute?

Freitag, 16. September

Bayerisches Fernsehen, 10.35 Uhr
Abenteuer Wildnis
Der Darß – Küste der Kraniche
Zwischen Rostock und Rügen liegt am Rand der Ostsee die lang gestreckte Halbinsel aus Fischland, Darß und Zingst. Noch vor 4.000 Jahren bestand sie aus einzelnen Inseln, die erst durch die Macht des Windes und der Strömungen zusammenwuchsen. Heute schützt diese Landzunge eine einzigartige Lagunenwelt, die in ihrem Windschatten liegt: den Bodden mit seinen Salzwiesen, Prielen und Seen. Vor dem direkten Zugriff der See bewahrt, leben hier sehr viele verschiedene Vogelarten – von den Seeadlern des Darßer Waldes bis zu den Kormoranen der kleinen Boddeninseln, von den Uferschnepfen bis zu den schon fast ausgestorbenen Kampfläufern. Im Herbst und im Frühling beherrschen jedoch die gewaltigen Trupps der Kraniche das Bild, von denen die meisten in Skandinavien und dem Baltikum brüten. Sie suchen hier Stärkung vor dem großen Zug in ihr südwestliches Winterquartier oder auf dem Rückweg gen Norden. Rund 40.000 Kraniche sammeln sich am Bodden – ein beeindruckendes Schauspiel. Zeitgleich werben im Darßer Wald die Rothirsche um die Weibchen. Ihr tiefes Röhren vermischt sich mit dem Rauschen der Wellen und den heiseren Rufen der Kraniche.

arte, 13.30 Uhr
Stadt Land Kunst
Der Bär: Unerwünschtes Wahrzeichen der Pyrenäen
Am Festungswerk Fort Lagarde an den Ausläufern der östlichen Pyrenäen findet jedes Jahr das „Fest des Bären“ statt, mit dem der Winter vertrieben werden soll. In Felle gehüllt und mit rußgeschwärztem Gesicht schlüpfen drei junge Männer in die Rolle der Bären: Dieses jahrtausendealte Ritual steht sinnbildlich für die komplexe Beziehung der Pyrenäen mit dem Raubtier, das bis heute für Polemik sorgt.

Samstag, 17. September

3sat, 10.00 Uhr
Vögel im Hochgebirge
Von Alpendohlen, Bergpiepern und Schneesperlingen
Alpendohlen, Alpenbraunellen, Bergpieper, Schneesperlinge, Hausrotschwänze, Turmfalken, Steinschmätzer und Kolkraben haben sich im Verlauf der Evolution an das Leben in den höchsten Lagen angepasst. Manche Arten können hier auch überwintern, andere weichen in der kalten Jahreszeit in niedrigere Regionen aus und kehren erst im Frühjahr wieder in die Berge zurück. Alpendohlen nisten in Felsnischen bis zu einer Seehöhe von 3.000 Metern. Sie sind meisterliche Flieger und können mühelos große Areale nach Fressbarem absuchen. Im Sturzflug erreichen sie Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h. Bergpieper kommen erst dann in die höchsten Regionen zurück, wenn dort wieder ausreichend schneefreie Flächen vorhanden sind und es Insekten zu fressen gibt. Schneesperlinge können das ganze Jahr über im Hochgebirge ausharren. Hausrotschwänze und Turmfalken kommen in allen Höhenstufen Österreichs vor. Steinschmätzer überwintern südlich der Sahara und tauschen in den Sommermonaten die Savanne gegen verschneite Berghänge ein. Kolkraben waren lange Zeit aus den tiefen Lagen verschwunden, jetzt gibt es sie in Österreich wieder landesweit. Alpenbraunellen sind an das Leben an steilen, schütter bewachsenen Felshängen gewöhnt. Sie ernähren sich von den Pflanzensamen und kleinen Tieren, die sie dort aufspüren.

Sonntag, 18. September

3sat, 18.30 Uhr
SCHWEIZWEIT
Herdenschutzhunde im Kampf gegen den Wolf
Porträtiert werden besonders bemerkenswerte Hunde und ihre Menschen. Hunde, die fernab vom lauten Menschentrubel für Seelenheil und Sicherheit sorgen. So sieht der Herdenschutzhund die Schafe als seine Familie und nicht den Urvater Wolf, den er, wenn es sein muss, bis aufs Blut bekämpft.

Zeitraum: 19.09.2022 - 25.09.2022

Montag, 19. September

3sat, 13.45 Uhr
Sommer im Allgäu – Das Rappenalptal
Inmitten der Allgäuer Hochalpen erhält eine Handvoll Menschen die traditionelle Kulturlandschaft des Rappenalptals am Leben. Die Dokumentation zeigt, wie diese Menschen den Sommer erleben. Eine Älpler-Familie, ein Viehhirte und ein Berufsjäger arbeiten dort abseits urbaner Welten und gewähren Einblicke in ein Leben voller Herausforderungen und Besonderheiten. Unten im Rappenalptal genießt Berufsjäger Bernhard Striegel mit Dackel Zausel den Sommer und geht seinen Aufgaben nach. Das Wild muss mit Salzlecksteinen versorgt und der Abschuss gesichert werden. Dazu hängt der 37-Jährige Wildkameras auf und sägt Bejagungsschneisen frei. Denn neben der Jagd muss Bernhard Striegel auch dafür Sorge tragen, dass der Schutzwald intakt bleibt.

3sat, 15.15 Uhr
Herbst in den Nationalparks
Wildes Mecklenburg
Drei von 14 deutschen Nationalparks befinden sich in Mecklenburg-Vorpommern: der Müritz-Nationalpark, der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und der Nationalpark Jasmund. Der Serrahner Buchenwald im Müritz-Nationalpark und der Nationalpark Jasmund wurden 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt. Jedes Jahr im Herbst finden dort die eindrucksvollsten Naturschauspiele statt. Im Müritz-Nationalpark buhlen stattliche Rothirsche um die Gunst der weiblichen Tiere und verteidigen ihren „Harem“ gegen Rivalen. Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft findet die Hirschbrunft gar vor der traumhaften Kulisse der Küste statt. Außerdem werden beide Nationalparks im Herbst zu einem internationalen Drehkreuz, wenn Hunderttausende von Kranichen, Enten und Gänsen hier Zwischenstation machen. In den Lagunen der Ostsee – den Bodden – ist der größte Rastplatz für Kraniche in Mitteleuropa.

Dienstag, 20. September

3sat, 11.00 Uhr
Herbst im Allgäu – Das Rappenalptal
Im Herbst kehrt im Rappenalptal im Allgäu allmählich wieder Ruhe ein. Älpler und Hirten samt Vieh ziehen sich nach der Alpsaison zurück. Wanderer und Mountainbiker werden weniger. Und so gehört das Tal wieder ganz der Natur – und den Jägern. Der Schellenklang der Rinder ist im Herbst dem Röhren der Hirsche gewichen. Am südlichsten Ende des Rappenalptals blickt Berufsjäger Bernhard Striegel dem Highlight eines jeden Jägers entgegen: der Hirschbrunft. In der Hoffnung, einen kapitalen Einser-Hirsch zu schießen, macht er sich auf die Jagd. Na dann: Waidmannsheil!

Mittwoch, 21. September

3sat, 13.15 Uhr
Der Flug der Eule
Eulen sind Meister des lautlosen Flugs und geschickte Jäger. Ihr Bestand war lange gefährdet. Nun versucht man, die Tiere wieder anzusiedeln. Im Fokus des Films steht ein Schleiereulen-Weibchen. Intensive Agrarwirtschaft und der Einsatz von Pestiziden haben die Population vieler Eulenarten dezimiert. Da Eulen als Schädlingsvertilger einen positiven Einfluss auf das ökologische Gleichgewicht ausüben, gibt es mehrere Wiederansiedlungs-Initiativen.

3sat, 13.55 Uhr
Zauberberge – Die Wildnis der Hohen Tatra
Im Herzen Europas liegt eine wilde Gebirgslandschaft: die Hohe Tatra. Wie ein gut gehütetes Geheimnis ragt die Bergkette im Norden der Slowakei in den Himmel. Einige Teile liegen in Polen, ein Ausläufer in Tschechien. Die Natur der Hohen Tatra beobachten, heißt auf Zeitreise zu gehen, zurück in eine europäische Wildnis, die noch genug Platz für große Jäger hatte. Der Film stellt Natur und Tiere im Jahresverlauf vor. Die Sommer sind heiß und kurz, die stürmischen, bitterkalten Winter verwandeln die Gipfelregionen monatelang in eine Eiswüste, und die Wetterstürze können mit jenen in den Alpen spielend mithalten. In dieser Region hat sich eine Tierwelt erhalten, die man im restlichen Europa nicht mehr findet. So leben in den slowakischen Karpaten rund 200 Wölfe in Rudeln. Im Unterschied dazu ist der Luchs ein überzeugter Einzelgänger, den man in freier Wildbahn kaum zu sehen bekommt. Die Karpaten sind die letzte Hochburg der Luchse. In der Slowakei gibt es nach Schätzungen von Biologen rund 400 dieser großen Katzen. Auch Braunbären finden in der Hohen Tatra noch ausreichend Lebensraum: Zu Hunderten streifen sie durch die einsamen Wälder, nicht selten zum Ärger von Hirten, Bauern und Imkern. Die Gämsen der Tatra bilden eine eigene Unterart. Dass sie sich von den alpinen Gämsen unterscheiden, hat man erst 1970 entdeckt. Doch die Bestände sind durch intensive Bejagung stark zurückgegangen.

Donnerstag, 22. September

3sat, 17.00 Uhr
Kielings wilde Welt
Wildnis in Gefahr
Nach aktuellen Schätzungen gibt es auf der Erde rund 8,7 Millionen verschiedene Lebensformen. Nur 76.000 – ein kleiner Bruchteil davon – sind bislang wissenschaftlich erfasst. Doch die Forschung ist sich einig: Seit dem Verschwinden der Dinosaurier war das Artensterben niemals so groß wie heute. 26.000 bekannte Arten sind akut bedroht. Evolution findet im Zeitraffer statt. Denn überall auf der Welt beschneidet der Mensch den Lebensraum von Insekten, Pflanzen und Tieren. Zusätzlich erwärmt sich das Klima rasant. Seit Jahren kümmern sich engagierte Wissenschaftler um die gefährdeten Tiere und unternehmen große Anstrengungen, um ganze Lebensräume zu schützen.

Freitag, 23. September

3sat, 15.30 Uhr
Steffens entdeckt: Südafrika
Gezähmte Wildnis
In dieser Folge ist Moderator Dirk Steffens in Südafrika unterwegs. Die Wildnis wird vielerorts von Menschen gemanagt. Sie entscheiden, wo welche Tiere leben dürfen und auch wie viele. Wie im Krüger Nationalpark, dem größten Nationalpark Südafrikas, wo geschützt hinter Zäunen Löwen, Elefanten, Büffel, Nashörner und Leoparden leben.

Phoenix, 21.00 Uhr
Unter Grizzlys
Das Abenteuer beginnt
Die ZDF/BBC Koproduktion „Unter Grizzlys“ verfolgt ein ambitioniertes Ziel: Ein 25-mannstarkes Team erfahrener Naturfilmer und Bärenexperten schlägt für einige Wochen seine Zelte mitten im Eldorado der riesigen Landräuber auf, um mit großem technischen Aufwand den Zuschauer tief in das Leben und Treiben der Bären eintauchen zu lassen. Noch nie wurden die Grizzlys in Nordamerika filmisch so intim, so außergewöhnlich nah portraitiert wie in dieser Dokumentation. In der ersten Folge kämpft eine noch unerfahrene Grizzlymutter um das Überleben ihrer beiden Jungen. Ihr Sommer ist voller tragischer Ereignisse. Hungrig und müde im eiskalten Wasser nach Nahrung suchend, verliert sie eines ihrer Kleinen. Nur die Hälfte der Jungtiere überlebt die Saison in der Wildnis Alaskas. Die Gegend wird beherrscht von einem riesigen Grizzly-Männchen und seiner Partnerin, die die Filmcrew als hoch aggressives Weibchen erlebt. Ausgewachsene hungrige Bären stellen eine tödliche Bedrohung für den Nachwuchs dar. Für die Mutter des überlebenden Jungtiers eine harte Zeit voller unerwarteter Abenteuer und Herausforderungen. Brad Josephs, Chris Morgan und Buck Wilde arbeiten als Bärenführer und Bärenexperten im Katmai-Nationalpark in Alaska. Zusammen haben sie 53 Jahre Erfahrung im Beobachten und Folgen von Grizzly-Bären. Über die Dreharbeiten sagen sie, dass sie die Grizzlys noch nie so intensiv als Individuen wahrgenommen haben wie jetzt mit den Kamerateams.

Samstag, 24. September

arte, 14.25 Uhr
Die Wildnis Afrikas: Vier Jahreszeiten
Frühling
Die vierteilige Reihe dokumentiert den Verlauf der Jahreszeiten in Afrika und zeigt die ganz unterschiedlichen Bedingungen, die Frühling, Sommer, Herbst und Winter in Afrika prägen. Im Frühling blüht neues Leben in Afrika auf: Jetzt müssen die Jungtiere des Kontinents Erfahrungen sammeln und rechtzeitig schwimmen, jagen und fliegen lernen, um ihre künftige Unabhängigkeit erfolgreich zu meistern. Mitte September werden die Tage im Süden Afrikas wieder länger. Licht und Wärme kehren zurück. Für viele Tierarten ist die Zeit gekommen, sich zu vermehren und Nachwuchs zu zeugen. An der Südspitze des Kontinents versammeln sich tausende Kaptölpel zur Brut, während an der Westküste südafrikanische Seebären ihre Jungen zur Welt bringen. Die Kleinen dürfen nicht aus den Augen gelassen werden, denn Fressfeinde lauern bereits, angelockt vom regen Treiben und dem Geruch der Neugeborenen. Im Laufe des Monats wird das Land bevölkert von Zugvögeln. Das warme Wetter beschert ihnen ausreichend Nahrung. An einer Lagune im Westen, wo es kleine Krebse, Fische und Schnecken gibt, scharen sich zahlreiche verschiedene Arten, von Flamingos bis hin zu Gänsen. Im Dezember neigt sich der Frühling schließlich dem Ende zu. Die Jungtiere sind mittlerweile zu jungen Erwachsenen geworden. Nun ist es an der Zeit, sich ihren Familien anzuschließen oder ein eigenes Leben zu starten. Es gilt, auf die Probe zu stellen, was sie in den letzten Monaten gelernt haben. Die kommenden Jahreszeiten erwarten sie mit neuen Herausforderungen. Die vierteilige Reihe dokumentiert den Verlauf der Jahreszeiten in Afrika und zeigt, wie die Tiere sich dem Wechsel von Frühling, Sommer, Herbst und Winter anpassen. Nur wenige wissen, dass auch Afrika ausgeprägte Jahreszeiten mit großen Temperaturunterschieden, variierenden Lichtverhältnissen und langen Regenzeiten hat. Die Filme stellen anhand überwältigend detailgetreuer Geschichten einige unbekannte Wunder vor und zeigen die bekanntesten Tiere des Kontinentes in neuem Licht. Bilder von tiefen Meereswelten, endlosen Wüsten und vereisten Bergen veranschaulichen, wie viel Mut und Ausdauer nötig ist, um den Wechsel der Jahreszeiten in der afrikanischen Wildnis zu überleben.

arte, 15.10 Uhr
Die Wildnis Afrikas: Vier Jahreszeiten
Sommer
Der Sommer ist in Afrika eine extreme Jahreszeit, die die Schwachen von den Starken trennt. In den Ozeanen blüht unter Einfluss des Sonnenlichts das Leben, doch für viele Landtiere birgt die nun einsetzende Nahrungs- und Wasserknappheit große Gefahren. Der Sommer bringt neue Herausforderungen und Chancen für alle, die den Zyklus der Jahreszeiten in der afrikanischen Wildnis überleben. Der Sommer ist die Jahreszeit, in der die Erdachse sich am stärksten zur Sonne neigt. Dies sorgt auf der einen Erdhalbkugel für Licht und Wärme, während auf der anderen Kälte und Dunkelheit herrschen. Diese jahreszeitlichen Verschiebungen führen zu gravierenden Veränderungen im Verhalten der Tiere. Eine Unechte Karettschildkröte schleppt sich nach ihrer 10.000 Kilometer langen Pilgerreise an einen südafrikanischen Strand, um ihre Eier abzulegen. Wenn das Quecksilber im südlichen Afrika steigt, weicht die üppige Frische des Frühlings der Sommerhitze. Doch nicht alle Teile des Kontinents verwandeln sich in Wüsten – in der Wildnis des Okavango-Deltas etwa wechseln sich Feuchtgebiete, Ebenen, Wälder und Lagunen ab. Der Einfluss des Sommers ist im südlichen Afrika überall spürbar. Auf dem Meer wirkt er als Katalysator für Veränderungen. Jetzt statten südliche Buckelwale aus der Antarktis Afrika einen Besuch ab, um sich am Krill zu laben. Im Januar versengen in den südlichen Trockengebieten Temperaturen von 50 Grad Celsius und unablässig wehende Winde das Land. Im Sommer, wenn die Elemente den Lebensrhythmus diktieren, gehen viele Tiere an ihre Grenzen – und darüber hinaus. Die Schwachen leiden, die Starken gedeihen. Mit dem Ende der Jahreszeit kündigt sich ein Wandel an. Die fallenden Temperaturen des beginnenden Herbstes veranlassen viele zum Aufbruch.

arte, 15.55 Uhr
Die Wildnis Afrikas: Vier Jahreszeiten
Herbst
Mit dem Einzug des Herbstes eröffnen sich in Afrika neue Möglichkeiten: Den Landtieren bringt der Regen nach der Sommerhitze Erleichterung; für die Meeresbewohner bricht mit den fallenden Temperaturen eine Schlemmerzeit an. Der Herbst ist die Zeit von Massenwanderungen und kurzen Liebesspielen – denn das Zeitfenster der Gelegenheiten ist klein, bald breitet sich die Trockenzeit über weite Teile Südafrikas aus. Wenn sich die Erdachse gen Sonne neigt, geht in der südlichen Hemisphäre der Sommer zu Ende. Im Herbst werden die Tage kürzer und kälter; die Natur bereitet sich auf die harten Wintermonate vor und speichert Energie für die mageren Zeiten. Im Landesinneren beginnt es jetzt zu regnen und die Resthitze des Sommers prallt auf Gewitterkaltfronten. Der Regen lässt die Vegetation sprießen und hilft so den Grasfressern, sich auf den Winter vorzubereiten. Ende April lassen die ablandigen Böen, die den ganzen Sommer über die Küste peitschen, allmählich nach. Die Regenzeit veranlasst die Chamäleons auf der Insel Madagaskar zu Paarungsspielen, während Haie und Schildkröten beginnen, die Ostküste entlangzuwandern. Zur Zeit des ersten Herbstvollmonds locken die hellen, nebligen Nächte die Kap-Regenfrösche zu einem skurrilen Paarungsritual aus ihren Verstecken. Anfang Mai zieht der Winter auf. Tiere mit längerer Tragzeit müssen sich vor dem Winter paaren, damit ihre Nachkommen im üppigen Frühling geboren werden. Gegen Ende des Herbstes verleiht die Trockenzeit der Savanne ihre typische Winterfärbung – eine wirksame Tarnung für Katzen auf Beutejagd. Die Trockenperiode ist eine Zeit des Überflusses für große Raubtiere, die ihre Beutetiere durch die trockene Vegetation leichter erspähen und erlegen können. Im Herbst verändert sich der Lebenszyklus vieler Tiere. Doch schon bald breitet sich die Trockenzeit über weite Teile Südafrikas aus. Wenn sich den kommenden Monaten mit dem Winter der Kreis der Jahreszeiten schließt, beginnt für alle Lebewesen in der afrikanischen Wildnis eine Zeit harter Herausforderungen.

arte, 16.40 Uhr
Die Wildnis Afrikas: Vier Jahreszeiten
Winter
Der Winter bringt im südlichen Afrika Dürre, Eis und Sturm. Für die Tiere beginnt in dieser von Tod und Neubeginn geprägten Jahreszeit ein harter Kampf – mit dem Wetter, dem Land und miteinander. Die Raubtiere, die sich die harten Bedingungen zunutze machen, schwelgen jetzt in Überfluss; die schwächeren Tierarten üben sich in Zusammenhalt und Überlebenskunst. In den nächsten drei Monaten werden die Tage im südlichen Afrika kürzer und kälter. Der Winter ist hart und unerbittlich: Auf den Berggipfeln bildet sich Eis und die Savanne dörrt aus. Am kürzesten Tag des Jahres tritt eine Erdmännchenfamilie mit ihren Jungen vor ihren Bau: Die kalten Monate sind für sie eine Herausforderung, die sie nur durch engen Zusammenhalt bewältigen kann! Nur einer Spezies bieten die tiefen Temperaturen gute Bedingungen für den Neubeginn: Die Brutzeit der Brillenpinguine fällt mit dem Winteranfang zusammen. Im Krüger-Nationalpark im Landesinneren beginnt im Juni die Trockenzeit. Die dürre Winterlandschaft ist ein Jagdparadies für Raubtiere: Ein Gepardenpaar, das seit Tagen nichts gefressen hat, ist einem Wasserbock auf der Spur. In den Drakensbergen gefrieren die Wasserflächen; die Tiere, die dazu in der Lage sind, verlassen die Hochlagen, um im milderen Klima auf den niederen Hängen zu überwintern. Jene, die oben bleiben, sind an das Überleben in der Kälte angepasst. Ab Ende Juni weht an der Westküste ein frischer Wind: Wenn die warme Landluft auf das eisige Küstengewässer trifft, bildet sich dichter Nebel – ein Winterphänomen, das die Pflanzenwelt an der kargen Küste und landeinwärts bestimmt. In den Nebelwäldern des äthiopischen Simien-Massivs wird ein toter Steinbock zur Nahrungsquelle für Raben, Aasgeier, Adler und einen Bartgeier. Zwei Monate nach Beginn der Trockenzeit ist das Grasland der Savanne zu Staub zerfallen – ein Todesurteil für gebrechliche und schwache Tiere. Eine alte Giraffe wird zum Festmahl für ein Löwenrudel – und für die Geier, die es wagen, sich einen Bissen zu ertrotzen.

Sonntag, 25. September

Phoenix, 20.15 Uhr
Wildes Überleben
Geborene Jäger
Jede Tierart sichert sich durch anatomische Besonderheiten, einzigartige Strategien oder enorme Anpassungsfähigkeit den eigenen Fortbestand – zum Beispiel als Jäger. Jäger gibt es in der freien Wildbahn in allen Größen und Formen, vom Insekt bis zum Schwertwal. Der Film stellt in spektakulären Aufnahmen einige dieser Beutemacher – wie Geparde und Steinadler – vor. Die Techniken, Beute zu machen, sind dabei vielseitig und einfallsreich und von vielen Faktoren abhängig – besonders von den physischen Eigenschaften der Jäger und Gejagten.

Phoenix, 21.00 Uhr
Wildes Überleben
Rastlose Wanderer
Viele Tiere unternehmen unglaubliche Wanderungen, manche, um zu Brutgebieten zu gelangen, andere, um zum Überwintern oder um neue Nahrungsgebiete zu finden. Dabei lauern viele Gefahren. Der Film zeigt spektakuläre Aufnahmen einiger dieser tierischen Reisenden – wie die großen Herdentiere der afrikanischen Savannen. Jede Tierart sichert sich durch anatomische Besonderheiten, einzigartige Strategien oder enorme Anpassungsfähigkeit den eigenen Fortbestand selbst in extremsten Lebensräumen. Die Reihe „Wildes Überleben“ stellt diese Fähigkeiten vor.

Zeitraum: 26.09.2022 - 02.10.2022

Montag, 26. September

arte, 18.30 Uhr
Die Odyssee der Tiere
Die Reise der afrikanischen Elefanten
Der Aufstieg der Säugetiere beginnt vor etwa 66 Millionen Jahren: Der Einschlag eines gigantischen Meteoriten und gewaltige vulkanische Eruptionen sorgten für eine Klimakatastrophe, in deren Verlauf die Dinosaurier ausstarben. Es war der Beginn eines neuen Abenteuers. Der nordamerikanische Bär, das eurasische Pferd, das australische Känguru, der südamerikanische Affe, der afrikanische Elefant: Sie alle durchlebten beinahe unglaubliche Entwicklungen, bis sie sich in ihren heutigen Lebensräumen ausbreiteten und zu den Wahrzeichen ihrer Kontinente wurden. Eine wahrhaftige Odyssee der Tiere. In dieser Folge: Afrika gilt zwar als Paradies der Artenvielfalt, doch wenn es ein Tier gibt, das wie kein anderes für diesen Kontinent steht, dann ist es der Elefant. In Afrika begann er seinen Siegeszug um die Welt und seine Vorfahren waren dank einer im Tierreich beispiellosen Evolutionsgeschichte auf allen fünf Kontinenten zu Hause. Über einen Zeitraum von 50 Millionen Jahren wurde aus einem Geschöpf, das gerade einmal die Größe eines Hundes besaß, das größte Landtier der Welt. Heute ist der Afrikanische Savannenelefant einer der letzten drei Vertreter einer Ordnung, die einst 200 Arten umfasste und den Planeten etwa zehn Millionen Jahre lang beherrschte. Sein Fortbestand wird vor allem durch den Menschen bedroht. Mit seinem massigen Körper, langen Rüssel, den riesigen Ohren und Stoßzähnen steht der Afrikanische Savannenelefant für Intelligenz, Weisheit, Macht und Freiheit. Er ist einer der letzten drei Vertreter einer Ordnung, die einst 200 Arten umfasste und den Planeten etwa zehn Millionen Jahre lang beherrschte. Es gab eine Zeit, da war der Elefant überall auf der Welt zu Hause. Sein Siegeszug um den Planeten begann in Afrika. Doch wie verlief er genau? Der Elefant begann seine beispiellose Evolutionsgeschichte im tropischen Regenwald, wo er über einen Zeitraum von 50 Millionen Jahren von einem Geschöpf, das gerade einmal die Größe eines Hundes besaß, zum größten Landtier der Welt wurde.
Doch wie kam er mit den großen Klimaveränderungen zurecht, die es über diesen langen Zeitraum auf der Erde gab? Welche Vorteile verschaffte es ihm, so groß zu sein? Und welche Rolle spielte die Entstehung des Rüssels für seine weitere Entwicklung? Im Verlauf seiner erstaunlichen Evolutionsgeschichte wurde der Elefant zum Wahrzeichen des afrikanischen Kontinents. Heute jedoch wird sein Fortbestand vor allem durch den Menschen bedroht – sein größter Feind und zugleich sein wichtigster Verbündeter.

Dienstag, 27. September

arte, 17.50 Uhr
Der geheimnisvolle Brillenbär
Die Hochebenen der Anden sind der natürliche Lebensraum des Brillenbären. Zum ersten Mal erforscht ein ecuadorianisches Wissenschaftlerteam die Lebensweise der letzten verbleibenden Bärenart Südamerikas. Die Biologen folgen den Spuren zweier Weibchen und ihrer Jungen. Wegen der Ausdehnung der landwirtschaftlichen Anbauflächen schrumpft der Lebensraum der Brillenbären immer weiter, und die Konflikte mit Bauern mehren sich. Zum Schutz des Brillenbären setzen sich Andres Laguna und sein Assistent Danilo Vasquez für die Schaffung von Wildtierkorridoren ein, machen der Bevölkerung die Bedrohung der seltenen Tierart bewusst und siedeln allzu abenteuerlustige Exemplare um. Wegen der weißen Zeichnung rund um seine Augen wird der Andenbär auch Brillenbär genannt. Seit 1973 ist er als gefährdete Tierart gelistet, und ab 2030 wird er voraussichtlich als vom Aussterben bedroht eingestuft, wenn er durch Entwaldung und Wilderei weiter seinen natürlichen Lebensraum verliert. In den Nebelwäldern des ecuadorianischen Andenmassivs leben nur noch schätzungsweise 2.000 bis 3.000 Exemplare. Der Biologe Andres Laguna und sein Assistent Danilo Vasquez erforschen Brillenbären, um einen effizienten Rettungsplan für die Tiere auszuarbeiten. In einem Tal im Norden Ecuadors beobachten sie etwa 30 Tiere. Jedes einzelne statten sie mit Erkennungsbogen und Namen aus, einige auch mit Peilsender. Seit zehn Jahren ziehen die beiden Wissenschaftler Rückschlüsse aus den von den Bären hinterlassenen Spuren. Dank neuer Wildkameras können sie die Gewohnheiten der Bären ergründen und die Tiere genau verorten. Im Nebelwald verfolgen sie die Bärin Martina mit ihren Jungen und beobachten bisher unbekannte Verhaltensweisen. Brillenbären besitzen die bemerkenswerte Angewohnheit, auf Bäumen zu schlafen, um sich so in bis zu 20 Meter Höhe vor am Boden lauernden Gefahren zu schützen. Die einzelgängerischen Tiere haben klar festgelegte Reviere. Da die Landwirte ihr Acker- und Weideland immer weiter auf die angestammten Verbreitungsgebiete der Bären ausdehnen, sind die Tiere gezwungen, sich Nahrung auf den Bauernhöfen und Feldern zu suchen. Die listige Bärendame Martina dringt ganz keck auf die Felder der Bergbauern vor. Den Bauern ist das Zusammenleben mit den Bären, die ihre Maisfelder plündern und ihr Weidevieh anfallen, ein Dorn im Auge. Die Biologen müssen sich etwas einfallen lassen.

arte, 18.30 Uhr
Die Odyssee der Tiere
Die Reise der nordamerikanischen Bären
Der Aufstieg der Säugetiere beginnt vor etwa 66 Millionen Jahren: Der Einschlag eines gigantischen Meteoriten und gewaltige vulkanische Eruptionen sorgten für eine Klimakatastrophe, in deren Verlauf die Dinosaurier ausstarben. Es war der Beginn eines neuen Abenteuers. Der nordamerikanische Bär, das eurasische Pferd, das australische Känguru, der südamerikanische Affe, der afrikanische Elefant: Sie alle durchlebten beinahe unglaubliche Entwicklungen, bis sie sich in ihren heutigen Lebensräumen ausbreiteten und zu den Wahrzeichen ihrer Kontinente wurden. Eine wahrhaftige Odyssee der Tiere. In dieser Folge: Der Grizzlybär gehört zu den symbolträchtigsten Tieren des Yellowstone-Nationalparks in den USA. Er wird den Raubtieren zugeordnet, einer großen Unterart der Säugetiere, die sich vor etwa 60 Millionen Jahren herausbildete. Der Höhlenbär erreichte auf den Hinterbeinen stehend eine Größe von über drei Metern und wog bis zu 500 Kilogramm. Das massive Tier starb dennoch vor circa 20.000 Jahren aus – vermutlich, da ihn die Klimaveränderungen im Zuge der Eiszeit zu einer vegetarischen Ernährungsweise zwangen. Kein Tier symbolisiert Nordamerika besser als der Bär. Da sie aufrecht stehen können, werden sie von den Indigenen auch „Menschenbrüder“ genannt: Braun-, Schwarz- und Eisbären sind auf dem nordamerikanischen Kontinent so häufig vertreten wie nirgends sonst. Insbesondere der Grizzly trug in der Neuen Welt zur Legendenbildung bei. Doch er und seine Artgenossen haben einen weiten Weg hinter sich … Der Vorfahr des Grizzlys lebte vor etwa 33 Millionen Jahren und war zehnmal kleiner und 20-mal leichter als das Tier, das wir heute kennen. Im Zuge der geologischen und klimatischen Veränderungen der Erde wanderte er von Eurasien bis in die weiten Landstriche Amerikas. Natürlich musste sich der Grizzly im Laufe seiner Geschichte, die sich über mehrere Kontinente und Zeitalter erstreckt, an neue Nahrungsquellen, Temperaturveränderungen und Feinde anpassen. Das Verhalten der so anhänglichen wie bedrohlichen Wesen wirkt mitunter rätselhaft. Woher kommt diese große Tierfamilie? Wie konnte sie sich in Nordamerika durchsetzen? Forscherinnen und Forscher blicken auf die Ursprünge der Bären zurück und zeichnen ihre beeindruckende Entwicklung nach.

Mittwoch, 28. September

3sat, 13.15 Uhr
Die Raubkatzen von Herberstein
Der Film dreht sich um das Leben von Löwen, Geparden, Luchsen und Pumas in der „Tierwelt Herberstein“, einem der touristischen Leitbetriebe in der Oststeiermark. Er zeigt die Versorgung der Raubkatzen ebenso wie Gesundheits-Checks durch den Zoo-Tierarzt. Schwerpunkt ist aber die Partnersuche – wie europäische Zoos Raubkatzen nach genetischen Richtlinien tauschen, um Rudel aufzufrischen und zu züchten.

arte, 17.50 Uhr
Wilde Tierkinder
Ganz gleich ob in ursprünglichen Naturschutzgebieten oder in einer vom Menschen gestalteten Umwelt, alle Tiere haben dieselbe Aufgabe: Sie müssen sich um ihren Nachwuchs kümmern. Nur wenn das Heranwachsen der Jungen gesichert ist, hat der eigene Fortbestand Aussicht auf Erfolg. „Wilde Tierkinder“ zeigt, wie die verschiedenen heimischen Tierarten ihre Jungen großziehen und sie beschützen und versorgen. Sei es nun der Fuchs, der Feldhamster, der Hecht, der Steinadler oder die Schornsteinwespe – jede Art hat dabei ihre ganz eigene Strategie. Acker, Kornfeld, Wald, Wasser oder Schilf: Jeder Lebensraum ist auch eine Kinderstube. Und überall dort, wo Kinder sind, sind auch Eltern, die sich mit mal weniger, mal mit mehr Fürsorge um ihre Jungtiere kümmern. Manche Arten legen massenhaft Eier ab und überlassen diese sich selbst, wie etwa der Hecht. Andere setzen auf das Einzelkind, um das sie sich regelrecht aufopferungsvoll kümmern, wie zum Beispiel der Steinadler. Besonders weit entwickelt ist die Brutfürsorge bei den Säugetieren: Der Feldhamster gräbt Tunnel und Höhlen ins Erdreich, um seine Neugeborenen dort vor Fressfeinden zu verstecken. Der Luchs zieht hingegen seinen flauschigen Nachwuchs im Familienverbund groß und lässt diesen auch nach der Fütterung kaum aus den Augen. Alle Tiere, die heute auf der Erde leben, haben im Laufe der Evolution eine perfekte Strategie und oft unglaubliche Tricks entwickelt, um das Großwerden der nächsten Generation zu sichern. Die Zeit des Kinderkriegens ist jedoch nicht nur für den gerade die Welt erblickenden Nachwuchs eine gefährliche Angelegenheit. Blesshuhn-Eltern beispielsweise kämpfen um den besten Brutplatz und versuchen bei diesen Rangeleien, den Konkurrenten zu ertränken. Denn jeder weiß: Nur wer das eigene Erbgut in Form von Nachwuchs erhält, hat eine langfristige Chance auf Überleben. „Wilde Tierkinder“ zeigt einen Querschnitt aus der mitteleuropäischen Tierwelt.

Donnerstag, 29. September

arte, 17.50 Uhr
Der Wald der wilden Katzen
Der Harz ist Katzenland. Hier leben die einzigen beiden wilden Katzenarten Deutschlands. Luchs und Wildkatze teilen sich ein riesiges Gebiet von über 2.000 Quadratkilometern. In der Mitte thront der über elfhundert Meter hohe Brocken. Luchse waren hier ausgerottet und wurden erst seit dem Jahr 2000 wieder angesiedelt. Inzwischen leben schon gut 90 „Pinselohren“ hier. Der Reichtum an natürlichen Strukturen im Harz bietet gleichzeitig über 500 Wildkatzen Schutz. Jetzt werden die Katzenreviere knapp. Die ersten Nachkommen müssen den Wald der wilden Katzen verlassen und neue erobern. Der Harz ist Katzenland. Hier leben die einzigen beiden wilden Katzenarten Deutschlands. Luchs und Wildkatze teilen sich ein riesiges Gebiet – mit Gebirge und Vorland zusammen über 2.000 Quadratkilometer. In der Mitte thront der über elfhundert Meter hohe Brocken. Dass beide Katzenarten hier zu entdecken sind, ist keine Selbstverständlichkeit. Raubtiere hatten und haben es schwer im dicht besiedelten Deutschland. Der Luchs wurde vor 200 Jahren ausgerottet. Der letzte Harzer Luchs wurde 1818 erlegt. Erst seit dem Jahr 2000 wurden die „Pinselohren“ wieder angesiedelt. Inzwischen leben schon 55 erwachsene und 35 Jungluchse hier. Auch die Wildkatze wurde bejagt und stark zurückgedrängt. Ihre Art überlebte nur in kleinen, inselartigen Gebieten. Eines davon ist der Harz. Sonnige Waldsäume und leuchtende Bergwiesen sind das Jagdgebiet der Wildkatze. Der Reichtum an natürlichen Strukturen hat ihr das Überleben im Verborgenen ermöglicht und bietet heute über 500 Tieren Schutz. Im März hallen die klagenden Rufe der Luchse durch den Wald. Es ist Paarungszeit bei den gefleckten Katzen. Doch nun werden die Katzenreviere knapp. Die ersten Nachkommen müssen den Wald der wilden Katzen verlassen und neue erobern. Kein einfaches Unterfangen. Denn Straßen und zersiedelte und bewirtschaftete Flächen hemmen die Wanderungen von Deutschlands wilden Katzen. Wo aber Wildbrücken und -zäune das sichere Queren von Autobahnen und Schnellstraßen ermöglichen, lassen sich selbst entfernte Naturräume miteinander vernetzen und so eine Ausbreitung von Wildkatze und Luchs in Deutschland fördern.

Freitag, 30. September

arte, 10.55 Uhr
Wildschweine – Das Comeback
Sie sind die Schweizer Messer unter den Tieren: kompakt, unverwüstlich und für alle Fälle gerüstet. Im vorletzten Jahrhundert galten Wildschweine in Europa als ausgerottet. Heute leben wieder mehrere Millionen Tiere in unseren Wäldern. Und das aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften: soziale Kompetenz und Anpassungsfähigkeit. Eine Dokumentation über ein Tier, das in unseren Wäldern lebt und völlig unterschätzt wird. Und es ist zugleich die Geschichte über sein bemerkenswertes Comeback Sie haben alles, was zum Überleben wichtig ist: ein ausgeprägtes Sozialverhalten, Intelligenz und Kommunikationsfähigkeit – vor allem aber: Sie sind lernfähig. Wildschweine sind die heimlichen Herrscher des Waldes. Das war nicht immer so. Noch vor Jahrhunderten waren sie in vielen Teilen Europas ausgerottet – aufgrund intensiver Bejagung und Abholzung der Wälder. Doch die Wildschweine sind zurück. Ihr Comeback ist spektakulär: In den europäischen Wäldern leben mittlerweile wieder mehrere Millionen Tiere. Und ihre Population dehnt sich weiter aus. Das Wildschwein des 21. Jahrhunderts findet im Vergleich zu seinen Vorfahren veränderte Lebensbedingungen vor. Seine natürlichen Hauptfeinde Braunbär und Wolf existieren in Europa nicht mehr oder stellen zumindest keine Gefahr dar. Der Uhu greift sich zwar immer wieder einzelne Jungtiere, aber gefährden kann er den Bestand nicht. Und auch der größte natürliche und alljährlich wiederkehrende Feind – die winterliche Kälte – kann das Comeback nicht stoppen. Denn durch Klimawandel und Erderwärmung werden die Winter milder, was die Population zwangsläufig begünstigt. Doch die Klimaveränderungen erklären ihr Comeback nur unvollständig. Die Dokumentation „Wildschweine – Das Comeback“ geht vor allem der Frage nach, was das „Erfolgsrezept“ der Tiere ist. Für Regisseurin Astrid Miller war es wichtig, das Sozialverhalten in der Gruppe und die Anpassungsfähigkeit der Tiere filmisch zu dokumentieren. Die Dokumentation zeigt das Leben von Wildschweinen in drei unterschiedlichen Habitaten Europas – im Osten Österreichs, im Süden Frankreichs und im Osten Polens.

Samstag, 1. Oktober

arte, 11.25 Uhr
Die Geschichte von Mensch und Tier (1/2)
Von den Anfängen bis zum Mittelalter
Die Geschichte der menschlichen Zivilisation ist die Geschichte der Tiere, die sie ermöglicht haben. Ein Film über den Aufstieg des Menschen und über die Tiere, die ihn auf diesem Weg seit Jahrtausenden begleiten. Der erste Film spannt den Bogen von den Anfängen im Neolithikum bis zum Mittelalter und stellt Fragen nach den ethischen, ökologischen und sozialen Konsequenzen, die sich aus dieser nicht immer freiwilligen Symbiose ergeben. Ohne Tiere hätte unsere Spezies den Sprung vom Jäger und Sammler zum Erbauer von Städten und Maschinen nie geschafft. Seit Jahrtausenden schon bedient sich der Mensch der Kraft seiner Nutz- und Haustiere, ihrer überlegenen Sinne, ihres Fleischs und ihrer Instinkte. Und er genießt ihre Loyalität und Freundschaft. Das Verhältnis von Mensch und Tier ist eine gewachsene Symbiose mit allen Facetten zwischen Ausbeutung und Verehrung. Die Dokumentation erzählt, wie sich der Mensch vom nackten Schwächling zum Herrn der Welt aufschwingen konnte – buchstäblich auf dem Rücken der Tiere. Der erste Film spannt den Bogen von den Anfängen im Neolithikum bis zum Mittelalter und stellt Fragen nach den ethischen, ökologischen und sozialen Konsequenzen, die sich aus dieser nicht immer freiwilligen Symbiose ergeben. Er dokumentiert die Veränderungen, der diese Tierarten selbst durch den Menschen unterworfen wurden: gezähmt, optimiert, verniedlicht und vermenschlicht. Die Dokumentation thematisiert nicht weniger als den vielleicht größten Glücksfall unserer Geschichte: als aus Konkurrenten und Gegnern im Überlebenskampf der Steppen und Savannen unsere Gefährten wurden.

arte, 12.10 Uhr
Die Geschichte von Mensch und Tier (2/2)
Von der Industriellen Revolution bis heute
Der zweite Teil der Dokumentation zeigt die radikalen Veränderungen, denen Hunde, Hühner, Schweine und Kaninchen durch den Menschen unterworfen wurden. Mit der Industrialisierung vollendet der Mensch seinen Aufstieg zum Herrn der Welt. Doch selbst im Zeitalter der Effizienz erobern sich Tiere neue Nischen in unserem Leben. Heute erscheint das Band zwischen Mensch und Tier stärker denn je. Doch wird es auch die digitale Revolution überstehen? Der zweite Teil der Dokumentation zeigt die radikalen Veränderungen, denen Hunde, Hühner, Schweine und Kaninchen durch den Menschen unterworfen wurden. Sie wurden gezähmt, optimiert, verniedlicht und vermenschlicht, aber auch gequält, unterworfen und entwürdigt. Haustiere leben heute einerseits oft in einem Wohlstand, der für viele Menschen unerreichbar ist. Auf der anderen Seite ist die Existenz der meisten Nutztiere im Zeitalter der Hochtechnologie nicht viel mehr als ein Warten auf das Schlachtmesser im fensterlosen Massenstall. Doch mit Robotik, Genforschung und den Verheißungen der künstlichen Existenz könnte auch dieses Zeitalter unseres Lebens von und mit den Tieren bald an sein Ende kommen – wenn Roboterhunde unsere Gefährten und Laborfleisch unsere Nahrung werden. Bedeutet die digitale Revolution daher das Ende unserer Zehntausende Jahre dauernden Beziehung zu den Tieren, die uns den Aufstieg zum Herrscher der Welt ermöglichte? Oder stehen wir vor einer Renaissance des Verhältnisses zu unseren Tieren, dessen Wert wir erst jetzt zu erkennen in der Lage sind, da Klimakrise und Artensterben unser eigenes Überleben gefährden?

arte, 12.55 Uhr
Yellowstone – Park der Extreme
Wildes Wasser
Der Yellowstone-Nationalpark verzaubert mit seinen spektakulären Naturschauspielen wie wohl kaum ein anderer Ort in Nordamerika. Zwei Jahre lang haben die Filmemacher den ersten Nationalpark der Welt in allen vier Jahreszeiten mit der Ultra-HD-Kamera durchstreift. Die bildstarke vierteilige Dokumentation zeigt den Yellowstone-Nationalpark in faszinierenden Aufnahmen und aus einer völlig neuen Perspektive. Im Frühjahr verwandelt das Schmelzwasser den Yellowstone River in einen reißenden Strom. Die Dokumentation folgt dem längsten naturbelassenen Fluss Nordamerikas von den Rocky Mountains bis zu den Great Plains im Westen und beobachtet die hier beheimatete Fauna – wie Schaufelstöre, Kanadareiher, Fischotter, Bisons oder Bären. Aus völlig neuer Perspektive fängt sie rund ums Jahr faszinierende Bilder von diesen und vielen anderen Tieren ein, die im Fluss oder an seinen Ufern leben. Wild und ungezähmt bahnt sich der Yellowstone River seinen Weg von den Rocky Mountains bis zu den Great Plains im Westen der USA. In der Mitte des Nationalparks liegt der Yellowstone Lake, der größte Bergsee Nordamerikas. Obwohl er mit einer dicken Eisschicht bedeckt ist, tummeln sich an seinem nördlichen Ufer Trompeterschwäne, die am Abfluss des Yellowstone River, wo das Wasser von heißen Quellen erwärmt wird, Nahrung suchen. Nach dem Austritt aus dem See stürzt der Yellowstone River durch die berühmten Wasserfälle Upper und Lower Falls tosend hinab, die höchsten Fälle des Parks, die selbst für geübte Schwimmer gefährlich sind. Eine Fischotterfamilie wagt sich die verschneiten Felsen hinab, um die Fischgründe am Fuß des Wasserfalls zu erreichen. Mit der Schneeschmelze im Frühjahr verwandelt sich das gefrorene Band in einen reißenden Fluss, und die Wassermassen graben die Yellowstone-Schlucht immer tiefer. Auf dem Weg zu ihren Sommerweiden müssen Grizzlybären und Bisonherden den angeschwollenen Fluss überqueren. Eine Bärin und eine Bisonkuh durchwaten heimtückische Stromschnellen und achten darauf, dass ihre Jungtiere nicht von der Strömung mitgerissen werden. Mit Beginn des Sommers fließt der Yellowstone River ruhiger. An der Grenze zwischen Wyoming und Montana tritt er aus dem Nationalpark aus und durchquert wieder sanftere, von Menschen bevölkerte Landschaften. Die steigenden Temperaturen locken Steinfliegennymphen vom Flussboden an die Oberfläche, wo sie ihre Metamorphose beginnen. Im östlichen Teil des Bundesstaats Montana, wo die Ausläufer der Rocky Mountains in die Great Plains übergehen, ist eine sehr alte Tierart im Fluss zu finden: Der Schaufelstör hat die Dinosaurier überlebt und bevölkert noch heute die letzten Abschnitte des Yellowstone River. Kurz hinter der Grenze zwischen Montana und North Dakota fließt der Fluss in den Missouri. Theoretisch endet hier die Reise des Yellowstone River, aber in seinem Quellgebiet beginnt sie immer wieder neu …

arte, 13.40 Uhr
Yellowstone – Park der Extreme
Mit schnellen Schwingen
Der Yellowstone-Nationalpark verzaubert mit seinen spektakulären Naturschauspielen wie wohl kaum ein anderer Ort in Nordamerika. Zwei Jahre lang haben die Filmemacher den ersten Nationalpark der Welt in allen vier Jahreszeiten mit der Ultra-HD-Kamera durchstreift. Die bildstarke vierteilige Dokumentation zeigt den Yellowstone-Nationalpark in faszinierenden Aufnahmen und aus einer völlig neuen Perspektive. Von der Paarung bis zum Flüggewerden der Jungen: Den Yellowstone-Park aus der Vogelperspektive zu erleben, ist pures Glück. Steile Felswände steigen aus grünen Tälern in den Himmel, endlose Kiefernwälder und Flüsse voller Forellen, so weit das Auge reicht. Den gefiederten Bewohnern des Parks ist dieser atemberaubende Blick tagaus tagein beschieden. Aber ob für Grauwasseramsel, Fischadler oder Kanadakranich – die Wildnis stellt die Vögel auch vor ganz besondere Herausforderungen. Diese Folge erzählt vom Leben im Yellowstone-Park aus der Vogelperspektive: Aber so mühelos, wie es aussieht, wenn die Vögel über den Geysir Old Faithful, die Lower-Falls-Wasserfälle oder die Thermalquelle Grand Prismatic Spring dahingleiten, ist das Leben in der extremen Umgebung nicht. Der Winter taucht die Wildnis des Parks in große Stille, nur durchbrochen vom einsamen Gesang der Grauwasseramsel. Die einzige Wasseramselart Nordamerikas ist hervorragend an das Leben in der Kälte angepasst. Sie ernährt sich von kleinen Insekten, die sie am Flussboden findet. Der imposante Weißkopfseeadler dagegen wird unter den rauen Bedingungen zum Aasfresser. Im Frühling, wenn die Vögel aus ihren Winterquartieren zurückkehren, erfüllt ein vielstimmiger Chor die Lüfte Für den Kanadakranich beginnt mitten im Grizzly-Gebiet das alljährliche Balzritual. Dabei erneuern die Kranichpaare, die lebenslange Partnerschaften eingehen, ihre Beziehung. Bei den Beifußhühnern ist die Paarung eine kurze und dramatische Angelegenheit. Die Hähne stolzieren auf und ab, spreizen die schwarz-weiß getupften Schwanzfedern und plustern das weiße Brustgefieder auf. Die beiden Luftsäcke, die darin verborgen sind, können sie prall aufpumpen und dann unter kullernden Lauten wieder entleeren. Konkurrenten jagen einander durch die Balzarena und stechen ihre Rivalen aus. Dann kommt der Sommer mit all seinem Überfluss. Wenn hungrige Schnäbel um Futter betteln, wird jede Mahlzeit zu einer harten Prüfung für die Vogeleltern. Ein himmelblaues Berghüttensänger-Pärchen fliegt stündlich mehr als ein Dutzend Mal zwischen Futterquellen und Nisthöhle hin und her. Ein Fischadler wehrt den Angriff eines Wanderfalken ab, der es auf das Futter für sein Küken abgesehen hat. Der Weißkopfseeadler müht sich ebenfalls, seine Jungen satt zu bekommen. Kanadakraniche sind Bodenbrüter. Sie müssen ihre frisch geschlüpften Kleinen gleich vor zwei Gefahren schützen: vor lauernden Kojoten und einer geschickt jagenden Habichtart, der Kornweihe. Zum Ende des Sommers ist die Aufregung groß, denn ein ganz besonderer Moment wird vorbereitet: das Flüggewerden. Hoch oben auf einer Felsnadel an den Lower Falls müssen die Fischadlerjungen bald das berühmteste Nest des Parks verlassen.

arte, 14.25 Uhr
Yellowstone – Park der Extreme
Die Rückkehr der Beutegreifer
Der Yellowstone-Nationalpark verzaubert mit seinen spektakulären Naturschauspielen wie wohl kaum ein anderer Ort in Nordamerika. Zwei Jahre lang haben die Filmemacher den ersten Nationalpark der Welt in allen vier Jahreszeiten mit der Ultra-HD-Kamera durchstreift. Die bildstarke vierteilige Dokumentation zeigt den Yellowstone-Nationalpark in faszinierenden Aufnahmen und aus einer völlig neuen Perspektive. Die Wölfe und die Grizzlybären sind wieder zurück im Yellowstone-Nationalpark: Ihre Population hat sich erholt. Pumas gibt es seit jeher im Yellowstone-Gebiet. Dass Beutegreifer eine wichtige Rolle für das Gleichgewicht des Ökosystems im Nationalpark spielen, ist bekannt. Doch was braucht es tatsächlich, um zu überleben, sein Revier zu verteidigen, Junge aufzuziehen – und sich an der Spitze der Nahrungskette zu halten? Die Wölfe sind nach 70 Jahren wieder zurück und die Grizzlybären-Population im Yellowstone-Nationalpark hat ein Hoch erreicht. Pumas leben nach wie vor hier. An einem versteckten Ort im Herzen des Nationalparks haben sich die Bisons versammelt. Doch jetzt wartet das berüchtigte Wapiti-Wolfsrudel auf sie. In der Vergangenheit hat das 20 Tiere starke Rudel bereits ausgewachsene Bisons erlegt, und jetzt könnte es weiterwachsen: Blacktail, ein einsamer Wolf, hat sich auf den weiten Weg gemacht, um sich seinen Artgenossen anzuschließen. Seine Geschichte steht exemplarisch für die Kämpfe, die der Wolf seit seiner Wiederansiedlung im Jahr 1995 ausfechten musste. Heute halten die Wölfe das Ökosystem des Yellowstone-Nationalparks im Gleichgewicht. In den vergangenen 40 Jahren hat sich aber auch eine andere Spezies erholt: der Grizzlybär. Seit Mitte der 70er Jahre auf der Liste der bedrohten Arten, erlebte er ein bemerkenswertes Comeback. Von einem Tiefstand mit 150 Tieren wuchs die Grizzly-Population auf über 700 Exemplare an. Ein Symbol für die Erholung der Grizzly-Bestände in den letzten 20 Jahren ist die „Matriarchin“ von Yellowstone, Quad Mom. Als sie 2010 mit ihren vier Jungen aus dem Bau auftauchte, war das in der Geschichte des Nationalparks erst der vierte Grizzly-Vierlingswurf. Mit Einbruch der Dunkelheit taucht ein dritter Beutegreifer auf, vielleicht der effektivste in ganz Yellowstone: der Puma. Alle drei bis fünf Tage tötet er ein neues Opfer. Weil er im Schutz der Dunkelheit jagt, entging seine Art – im Gegensatz zu Grizzlys und Wölfen – der Verfolgung und wurde in Yellowstone nicht dezimiert. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Pumas sind die geheimen Fressplätze, an deren er seine Beute vor anderen Beutegreifern versteckt. Zum Ende des Winters hat Blacktail das Wapiti-Rudel erreicht. Mit nunmehr 23 Wölfen ist es eines der größten in der Geschichte des Yellowstone-Nationalparks.

Sonntag, 2. Oktober

arte, 7.00 Uhr
Tierisch schlau!
Ausgefuchste Ziegen
Die Dokumentarreihe „Tierisch schlau!“ beschäftigt sich mit den kognitiven Fähigkeiten von Nutztieren. Obwohl sie seit Jahrhunderten mit dem Menschen zusammenleben, bergen diese Tiere noch immer viele Geheimnisse. Nun widerlegen Forscher und Züchter so manches Klischee rund um Gans, Ziege und Kaninchen. Die Reihe wirft einen neuen Blick auf vertraute Tierarten, die oft weitaus intelligenter sind als vermutet. Ziegen gelten als zänkisch, rastlos und launisch, verblüffen aber auch durch ihre Energie und Schalkhaftigkeit. Von allen Nutztieren sind sie ihren Naturinstinkten am nächsten geblieben. Obwohl Ziegen schon seit rund 10.000 Jahren an der Seite des Menschen leben, sind manche Facetten ihres Verhaltens noch immer ein Rätsel. So legten Ziegen bei jüngsten wissenschaftlichen Experimenten überraschende Fähigkeiten an den Tag und erwiesen sich als überaus ausgefuchst.

arte, 7.55 Uhr
Tierisch schlau!
Kaninchen, viel mehr als niedlich
Die Dokumentarreihe „Tierisch schlau!“ beschäftigt sich mit den kognitiven Fähigkeiten von Nutztieren. Obwohl sie seit Jahrhunderten mit dem Menschen zusammenleben, bergen diese Tiere noch immer viele Geheimnisse. Nun widerlegen Forscher und Züchter so manches Klischee rund um Gans, Ziege und Kaninchen. Die Reihe wirft einen neuen Blick auf vertraute Tierarten, die oft weitaus intelligenter sind als vermutet. Mit ihren langen Ohren, scharfen Zähnen und dem weichen Fell sind Kaninchen dem Menschen ein vertrautes Wesen. Doch weder das Wild- noch das Hauskaninchen hat alle Geheimnisse seiner Art preisgegeben. Züchter und Forscher ergründen die bisher unerforschten Naturinstinkte dieses neugierigen, aber auch sehr scheuen Tieres, das viel mehr als nur niedlich ist.

arte, 10.25 Uhr
Der Wald der wilden Katzen
Der Harz ist Katzenland. Hier leben die einzigen beiden wilden Katzenarten Deutschlands. Luchs und Wildkatze teilen sich ein riesiges Gebiet von über 2.000 Quadratkilometern. In der Mitte thront der über elfhundert Meter hohe Brocken. Luchse waren hier ausgerottet und wurden erst seit dem Jahr 2000 wieder angesiedelt. Inzwischen leben schon gut 90 „Pinselohren“ hier. Der Reichtum an natürlichen Strukturen im Harz bietet gleichzeitig über 500 Wildkatzen Schutz. Jetzt werden die Katzenreviere knapp. Die ersten Nachkommen müssen den Wald der wilden Katzen verlassen und neue erobern. Der Harz ist Katzenland. Hier leben die einzigen beiden wilden Katzenarten Deutschlands. Luchs und Wildkatze teilen sich ein riesiges Gebiet – mit Gebirge und Vorland zusammen über 2.000 Quadratkilometer. In der Mitte thront der über elfhundert Meter hohe Brocken. Dass beide Katzenarten hier zu entdecken sind, ist keine Selbstverständlichkeit. Raubtiere hatten und haben es schwer im dicht besiedelten Deutschland. Der Luchs wurde vor 200 Jahren ausgerottet. Der letzte Harzer Luchs wurde 1818 erlegt. Erst seit dem Jahr 2000 wurden die „Pinselohren“ wieder angesiedelt. Inzwischen leben schon 55 erwachsene und 35 Jungluchse hier. Auch die Wildkatze wurde bejagt und stark zurückgedrängt. Ihre Art überlebte nur in kleinen, inselartigen Gebieten. Eines davon ist der Harz. Sonnige Waldsäume und leuchtende Bergwiesen sind das Jagdgebiet der Wildkatze. Der Reichtum an natürlichen Strukturen hat ihr das Überleben im Verborgenen ermöglicht und bietet heute über 500 Tieren Schutz. Im März hallen die klagenden Rufe der Luchse durch den Wald. Es ist Paarungszeit bei den gefleckten Katzen. Doch nun werden die Katzenreviere knapp. Die ersten Nachkommen müssen den Wald der wilden Katzen verlassen und neue erobern. Kein einfaches Unterfangen. Denn Straßen und zersiedelte und bewirtschaftete Flächen hemmen die Wanderungen von Deutschlands wilden Katzen. Wo aber Wildbrücken und -zäune das sichere Queren von Autobahnen und Schnellstraßen ermöglichen, lassen sich selbst entfernte Naturräume miteinander vernetzen und so eine Ausbreitung von Wildkatze und Luchs in Deutschland fördern.

Zeitraum: 03.10.2022 - 09.10.2022

Montag, 3. Oktober

arte, 18.30 Uhr
Baumeister des Tierreichs
Maßgeschneiderte Behausungen
Nachhaltige und modulierbare Architektur zu schaffen, ist kein Fachwissen, das nur dem Menschen vorbehalten ist. In der Folge „Maßgeschneiderte Behausungen“ führen Zwergmäuse, Biber und Töpfervögel ihr Können vor. Ihre erstaunlichen Bauten aus Holz, Blättern oder Strohlehm sind perfekt an ihre Umgebung angepasst und erfüllen alle denselben Zweck: Schutz für die Familie vor Unwetter und Fressfeinden. Die meisten Tiere bauen keine Behausungen, da diese zeit- und energieraubende Tätigkeit für den Erhalt ihrer Art nicht zwingend notwendig ist. Manche allerdings sind hervorragende Architekten. Als der Homo sapiens noch in Höhlen hauste, errichteten diese Tiere bereits echte Wohnungen für ihre Familien und Nachkommen. Lang vor dem Menschen wussten sie, wie man aus Lehm Ziegeln macht, wie man Grashalme verwebt und sogar wilde Ströme bändigt. Diese geduldig erlernten Techniken und Bauweisen erfüllen bei den Tieren denselben Zweck wie beim Menschen: Es geht darum, geschützt vor Unwetter und Fressfeinden Nahrung zu verspeisen und zu lagern sowie sich fortzupflanzen und die Jungen aufzuziehen. Deshalb versteckt die Zwergmaus ihr kugelrundes Nest geschickt im hohen Gras. Der Töpfervogel baut ein hermetisch verriegeltes Nest aus Lehm. Der Biber platziert seinen Bau mitten in einem ausgeklügelten System von Staudämmen. Doch all diese Behausungen wecken Begehrlichkeiten. Manch einer lässt sich von ihnen inspirieren oder stibitzt ein Stück Mauerwerk. Andere dringen in die Bauten ein, fressen die Jungen oder jubeln den nichtsahnenden Bewohnern ihren eigenen Nachwuchs unter. Und wieder andere besetzen fremde Wohnungen, nachdem sie die Eigentümer vertrieben oder gar getötet haben. In dieser Folge stellen drei Baumeister des Tierreichs unter Beweis, dass sie mit jeder Technik und jedem Baustoff umgehen können, und zeigen, dass jede maßgeschneiderte Behausung perfekt an ihre Umgebung angepasst sein muss.

Dienstag, 4. Oktober

arte, 7.15 Uhr
GEO Reportage
Namibias Geparden – Hoffnung für die Raubkatzen
Ob Kalahari, Namib oder Etosha: Namibia verfügt über eine Fülle von Schutzgebieten und Tierreservaten. Fast 40 Prozent der Landesfläche stehen ganz oder teilweise unter staatlichem Schutz. Davon profitieren auch die Raubkatzen im Südwesten Afrikas. Es gibt schätzungsweise noch 8.000 Geparden, wobei mehr als ein Drittel von ihnen in Namibia leben. Einst war ihr Bestand um ein Vielfaches höher, doch Trockenheit, Wilderer sowie der Wettbewerb mit den Leoparden setzen ihnen zu. Engagierte Tierschützer, Veterinäre und Fährtenleser kämpfen nun um das Überleben der Großkatzen. Namibia verfügt über zahlreiche Schutzgebiete und Tierreservate. Fast 40 Prozent der Landesfläche stehen ganz oder teilweise unter staatlichem Schutz. Davon profitieren auch die dort beheimateten Raubkatzen. Es gibt schätzungsweise noch 8.000 Geparden, wobei mehr als ein Drittel von ihnen in Namibia leben. Einst war ihr Bestand um ein Vielfaches höher, doch die zunehmende Trockenheit, die Jagd der Wilderer sowie der Wettbewerb mit den größeren und stärkeren Leoparden setzen ihrer Population zu. Tierschützer und Veterinäre, ideenreiche Frauen und Fährtenleser kämpfen nun um das Überleben der Großkatzen. Die Raubkatzen Namibias leben meist gar nicht in den eher trockenen Schutzgebieten und Tierreservaten, sondern auf dem fruchtbaren Farmland. Dort werden Abertausende Rinder, Schafe und Ziegen gezüchtet, die für die schnellen Räuber eine leichte Beute sind. Dies führt jedoch zu Konflikten mit den Farmern – sie greifen häufig zum Gewehr. Die Zahl der Geparden geht seit Jahrzehnten kontinuierlich zurück. Tierschutzorganisationen zeigen den Viehzüchtern Alternativen auf, um die Raubtiere nicht erschießen zu müssen. So rücken mobile Eingreifteams aus, um die Raubkatzen einzufangen und mit Sendern auszustatten, die den Tierschützern und Farmern die Positionen der Tiere melden. Erfahrene Fährtenleser wie Buschmann Debe helfen den Gepardenrettern beim Aufsuchen und Einfangen der Tiere. Das Gepardenweibchen Amber ist ihm besonders ans Herz gewachsen.

arte, 18.35 Uhr
Baumeister des Tierreichs
Nachhaltige Bauweisen
Städtebau ist Menschensache, könnte man meinen. Dabei sind zahlreiche Tiergemeinschaften in der Lage, Infrastrukturen zu errichten, die in ihrer Komplexität unseren Städten in nichts nachstehen. Sie nehmen dazu die Baustoffe, die sie vor Ort vorfinden, und passen ihre Architektur stets perfekt der Umgebung an.Diese Bauten sind dem Tierreich, was uns Menschen Einfamilienhaussiedlungen und soziale Wohnanlagen sind. Städtebau ist Menschensache, könnte man meinen. Dabei waren zahlreiche Tiergemeinschaften schon lange vor uns in der Lage, durch kollektive Organisation und Arbeitsaufteilung Infrastrukturen zu errichten, die in ihrer Komplexität unseren Städten in nichts nachstehen. Allerdings ist die tierische Baukunst immer perfekt in ihre Umgebung eingepasst und steht im wechselseitigen Nutzen mit der Natur, anstatt sie auszubluten. Man findet im Tierreich das Äquivalent menschlicher Einfamilienhaussiedlungen, sozialer Wohnanlagen oder gar großer Metropolen. In dieser Folge stellen vier dieser tierischen Architekten ihr Können unter Beweis. Sie leben in sehr unterschiedlichen Biotopen und ihre Bauten müssen jeweils andere und immer höhere Ansprüche erfüllen. Die Tiere zeigen, dass es möglich ist, im Einklang mit der Natur zu leben. Den Anfang macht die Grundel in ihrer Residenz am Rande des Korallenriffs. Weiter geht es mit dem Siedelweber, der als Koloniebrüter riesige Gemeinschaftsnester in den Baumwipfeln der Kalahari baut, dann geht es hinab ins unterirdische Reich des Nacktmulls und schließlich in die weitverzweigte Stadt der Blattschneiderameise. Sie alle haben mit ganz unterschiedlichen Widrigkeiten zu kämpfen, und doch schaffen sie es, trotz hoher Bevölkerungsdichte nachhaltige Siedlungen zu bauen und sie im Einklang mit der Natur zu bewohnen.

Mittwoch, 5. Oktober

arte, 17.50 Uhr
Wenn die Natur aufhorchen lässt
Das Mysterium des lautlosen Schreis
Tiere kommunizieren auf unendlich viele Arten miteinander. Doch die akustische Kommunikation ist der sicherste und schnellste Weg der Verständigung im Tierreich. Wissenschaftler aus aller Welt erforschen die Kommunikation der Tiere. Daraus entstand eine neue, eigenständige Disziplin: die Bioakustik oder Tierstimmenforschung. Von den Meerestiefen vor der Südspitze Afrikas bis zu den Weiten der kanadischen Prärie – in dieser Reihe gewähren Tierstimmenforscher auf fünf Kontinenten Zutritt zu ihren Freilichtlaboren: Sie vermitteln faszinierende Einblicke in ein unbekanntes und kurioses Reich der Töne. Die Kamera begleitet sie auf ihren vielfältigen Klangreisen – unter Wasser, zu Lande und in der Luft. Die aktuelle Folge untersucht die Sprache der Landtiere: Im Etosha-Nationalpark in Namibia fängt Caitlin O’Connell mit Hilfe unterirdischer Messgeräte die „Gespräche“ von Elefanten ein. In der Kalahari-Wüste untersucht Marta Manser seit über 20 Jahren, wie sich Erdmännchen verständigen. Jayne Yack befasst sich in Boston mit den Klängen von Insekten und Raupen. Raupen können bei Gefahr Schreie von sich geben, obwohl sie über keinen Stimmapparat verfügen. Im Laufe der Evolution entwickelten die Tiere unterschiedliche Arten akustischer Kommunikation. Landtiere nutzen zum Beispiel die Beschaffenheit des Bodens, um sich mit ihren Artgenossen zu unterhalten oder Eindringlinge zu vertreiben. Im Etosha-Nationalpark in Namibia fängt Caitlin O’Connell mit Hilfe unterirdischer Messgeräte die „Gespräche“ von Elefanten ein. Die Dickhäuter haben Sensoren an ihren Fußsohlen, mit denen sie Signale ihrer Artgenossen wahrnehmen können. Doch nicht nur Elefanten haben außergewöhnliche Verständigungsarten entwickelt. In der Kalahari-Wüste untersucht Marta Manser seit über 20 Jahren das Verhalten von Erdmännchen und wie sie sich in ihrer Gemeinschaft verständigen. Sie haben über 30 verschiedene Laute in ihrem Vokabular – ein Rekord im Tierreich. Kanadische Präriehunde kommunizieren per Ultraschall, damit ihre Feinde sie nicht hören. Insekten wiederum produzieren eine unglaubliche Vielfalt an Klängen, wie Jayne Yack in Boston nachgewiesen hat. Manche Schmetterlingsarten haben Ohren, um herannahende Feinde hören zu können. Raupen vermögen bei Gefahr Schreie von sich geben, obwohl sie über keinen Stimmapparat verfügen. Das Schreien der Raupen ist ein Abwehrmechanismus gegen Vögel und andere Fressfeinde, die dadurch erschreckt und verscheucht werden sollen. Rund um die Welt nutzen Tiere die ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um Töne zu produzieren und damit zu kommunizieren. Nach und nach lüftet die Wissenschaft die Geheimnisse dieser verblüffenden Sprache.

arte, 18.35 Uhr
Baumeister des Tierreichs
Tierische Landschaftsplaner
Tierische Landschaftsplaner sind die wahren Demiurgen unserer Ökosysteme. Hartnäckig und nur mit Hilfe ihrer Mundwerkzeuge, Mäuler, Pfoten oder Tentakeln haben sie Savannen, Wälder, Wasserläufe und sogar Ozeane mitgeprägt. Termiten, Regenwürmer, Korallen und Biber demonstrieren, dass es beim Gestalten und Bewohnen von Lebensräumen nicht auf Kraft und Technologie ankommt, sondern auf einen verständigen Umgang mit der Umwelt, der großartige Konstruktionen ermöglicht und eigene Bedürfnisse befriedigt, ohne die Existenz anderer Arten zu gefährden. In der großen Familie der tierischen Baumeister nehmen die Landschaftsplaner eine Sonderstellung ein. Sie sind die wahren Demiurgen unserer Ökosysteme. Der Mensch in seinem Unwissen hat sie gejagt und beinahe ausgerottet. Da sie oft winzig klein sind, könnte man sie tatsächlich für unwichtig halten. Dabei bauen sie für ihre Größenordnung gigantische Anlagen. Die tierischen Landschaftsplaner sind kleine Architekten mit großer Energie, die nicht nur eine Wohnung für den Eigenbedarf einrichten, sondern die ganze Umwelt umgestalten. Überall, wo sie zugegen sind, verändert sich mit der Zeit die Landschaft und Flora und Fauna erstrahlen in einer verblüffend reichen Artenvielfalt. Jeder Landschaftsplaner hat sein Spezialgebiet. Da gibt es einmal die Bodenexperten. In ariden Regionen legt die Termite mit ihrem Bau überall in der Savanne Oasen der Biodiversität an. In gemäßigteren Zonen produziert ihr Kollege, der Regenwurm, Humus in Form von Kothäufchen – ein unerlässliches Substrat für einen gesunden und lebendigen Boden. Für Bäche, Flüsse und Seen ist der Biber zuständig. Als kompetenter Ingenieur für Wasser- und Forstwirtschaft entwirft er um seinen Bau die Auenlandschaften von morgen. Und auf dem Grund der warmen Meere baut die Koralle ihre Festung – ein Sammelpunkt für alles Leben unter Wasser und fester Bestandteil der Tropenlandschaft. Die tierischen Landschaftsplaner zeigen, dass man bei diesem Beruf über den eigenen Tellerrand hinausschauen muss. Die Schönheit einer Landschaft beruht auf ihrer Artenvielfalt, und wer sie gestalten will, muss biodivers denken.

Donnerstag, 6. Oktober

arte, 18.35 Uhr
Gefiederte Nachbarn
Die bunte Welt der Gartenvögel
Geheime Dramen, raffinierte Überlebensstrategien und starke Persönlichkeiten zeigen sich unter den Vögeln in der täuschend idyllischen Kulisse eines Gartens in Klagenfurt. Durch die Jahreszeiten wetteifern Singvögel miteinander um Nahrungsquellen, immer auf der Hut vor ihren tödlichen Feinden: der Katze, die ständig auf der Schwelle lauert, dem Sperber, der von jenseits des Gartenzauns heruntersaust, und der Äskulapnatter, die unbeaufsichtigte Eier raubt.  Rotkehlchen, Zaunkönige, Blaumeisen, Amseln, Schwalben, Mauersegler und Stare sind die Stars dieser Dokumentation, die eine andere Sichtweise auf ein anscheinend vertrautes Territorium zeigt. Die Sendung ist auch online verfügbar von 29/09 bis 05/11 auf dem Internetportal von ARTE.

Freitag, 7. Oktober

arte, 7.15 Uhr
GEO Reportage: Italien
Die Igel-Retter aus dem Piemont
In seinem Job hat Massimo Vacchetta schon fast alles an tierischen Patienten behandelt, vor allem Rinder. Bis die kleine Ninna das Herz des Tierarztes so sehr berührte, dass er sich fortan der Rettung einer Art verschrieb: der Igel. Die uralte Villa des „Igel-Doktors“ hoch über den Weinbergen im Nordwesten Italiens ist inzwischen eine Institution. Doch wie sieht der Alltag in der Igel-Ambulanz eigentlich aus? Wer bringt die Wildtiere zu Dottore Massimo? Und können die oft schwer verletzten Patienten überhaupt wieder zurück in die Wildnis? Orecchio, Ettore, Pino oder Onorina – sie alle sind Patienten bei Dr. Massimo Vacchetta, in der einzigen Igelklinik Italiens. Die nachtaktiven Tiere sind Opfer von Autos, motorisierten Heckenscheren, Sensen oder Mährobotern, ihre Verletzungen sind oft schwerwiegend. Dottore Massimo betreut seine Schützlinge zusammen mit fünf Angestellten und vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern rund um die Uhr. Mit Feingefühl und auch unkonventionellen Methoden werden die stacheligen Patienten oft wochenlang aufgepäppelt. Das große Ziel: Sie wieder fit zu machen für ein Leben in der Natur. Angefangen hat alles mit einem winzigen Igelmädchen: „Als ich das erste Mal Ninna in der Praxis eines Kollegen sah, war sie noch sehr klein. Sie wog gerade mal fünfundzwanzig Gramm. Ich war tief berührt – und mir wurde so einiges klar. Zum Beispiel, dass es die kleinen Dinge sind, die einen glücklich machen. Ich betrachtete den Igel, der so zufrieden und glücklich war, wenn er einen Tropfen Milch zu sich nahm und dann in meiner Hand einschlief. Im Grunde lehrte er mich, dass ich den Sinn des Lebens woanders suchen musste.“ Heute, wenn Massimos stachelige Patienten gesund genug sind, werden sie mit größtmöglicher Fürsorge in die Freiheit entlassen. Für den „Igel-Doktor“ ist das jedes Mal aufs Neue ein Moment des Glücks, gemischt mit einer Prise Wehmut – wenn sich seine Igel wieder in ihren natürlichen Lebensraum aufmachen. Die Sendung ist auch online verfügbar von 30/09 bis 05/01 auf dem Internetportal von ARTE.

Samstag, 8. Oktober

arte, 7.25 Uhr
GEO Reportage
Das Leben der Eule
Ob nun die Schleiereule mit ihrem weißen herzförmigen Gefieder im Gesicht, der Uhu mit seinen charakteristischen Federohren, die er anlegen oder aufstellen kann oder der Steinkauz mit seinen großen leuchtend gelben Augen: Sie sind alle Vertreter der Ordnung der Eulen. Die Könige der Nacht sind lautlose Jäger – und doch zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Engagierten Eulenschützern ist es zu verdanken, dass sich die Eulenpopulation in Deutschland und Europa langsam erholt. Doch was so einfach klingt, ist eine Aufgabe in der viel Herzblut und Leidenschaft steckt. Der Film zeigt die wichtige Arbeit verschiedener Wildvogel-Pflegestationen und Eulenhüter im Rheinland und der Eifel.

Bayerisches Fernsehen, 10.00 Uhr
Welt der Tiere
Bärengeschwister – Das neue Zuhause
Außergewöhnliche und seltene Bilder zeigen, wie die jungen Bären ihre Umwelt gemeinsam mit Vaclav Chaloupek erkunden, wie sie von ihrer „Ersatzmutter“ lernen, aber auch, was an Wissen bereits in ihren Genen steckt. Die witzigen und überraschenden Situationen, in die die drei geraten, machen den Film zu einem unterhaltsamen und spannenden Abenteuer. Die jungen Bären sind nun schon richtig groß. Immer mehr entfernen sie sich von Vaclav Chaloupek, der die Bärenwaisen aufgezogen hat. Je älter die Bären werden, umso schwieriger wird es, die beiden auf ihren abenteuerlichen Streifzügen durch den fast unberührten Böhmerwald zu bändigen. Vor allem, wenn ihnen doch einmal fremde Menschen begegnen. Die Bärengeschwister sind nicht aggressiv, aber sie haben Menschen gegenüber keine Scheu. Das könnte ihnen irgendwann zum Verhängnis werden. Weil Bären so unglaublich klug sind, gelingt es ihnen schnell, sich in einer durch Menschen geprägten Umwelt zurechtzufinden. Aber mehr noch: Sie akzeptieren ihre besondere Situation nicht nur, sie fühlen sich anscheinend auch noch sehr wohl. Ein Zeichen dafür, wie anpassungsfähig Bären sind. Seltene Filmaufnahmen dokumentieren, wie die Bären ihre Umwelt gemeinsam mit Vaclav Chaloupek erkunden, wie sie lernen, und was an Wissen bereits in ihren Genen steckt.

Das Erste (ARD), 11.30 Uhr
Quarks im Ersten
Wölfe in Deutschland – wie gefährlich sind sie wirklich?
Der Wolf ist zurück in Deutschland. Er gilt als böse, listig und blutrünstig – immer wieder reißt er auch Nutztiere. Und immer mal wieder begegnen Menschen nun Wölfen in Deutschland. Müssen wir jetzt Angst haben in den Wald zu gehen? Und wie wahrscheinlich ist es eigentlich, dass ich überhaupt mal einem Wolf begegne? „Quarks“ zeigt, wie die Wölfe wirklich ticken und wie wir uns am besten verhalten, wenn es mal soweit kommt. Wölfe wurden vor mehr als einem Jahrhundert vom Menschen in Deutschland ausgerottet. Jetzt sind sie zurück bei uns – dank Schutzmaßnahmen. Mittlerweile leben in der Bundesrepublik wieder 157 Rudel. Das freut aber längst nicht alle. Denn die Schäden in der Landwirtschaft sind groß. Wir wollen herausfinden: Wie gefährlich sind Wölfe wirklich für Nutztiere und wie kann man sie richtig schützen? Es gibt aber auch viele Menschen in Deutschland, die sich über die Rückkehr der Art freuen. Und das hat einen Grund: Die Tiere sind nämlich wichtig für das ökologische Gleichgewicht. Und selbst Jägerinnen und Jäger können ihre Funktion nicht so einfach ersetzen. Warum Wölfe so ein gespaltenes Image bei uns haben und wie genau sie tatsächlich die Natur vor unserer Haustür verändern könnten – all das klären wir in dieser Sendung.

Bayerisches Fernsehen, 19.00 Uhr
Gut zu wissen
Stadt, Land oder Wildnis – wie schützen wir Artenvielfalt am besten?
Ökologen streiten sich, wie man den Artenschwund am besten stoppen kann. Die einen fordern mehr Wildnis und Schutzgebiete, die niemand betreten darf. Die anderen sehen gerade menschliche Eingriffe in die Natur als eine Quelle von Artenvielfalt. Die einen sehen den Menschen als Zerstörer, die anderen als Bewahrer von Artenvielfalt. Das „Gut zu wissen“-Team begleitet Forscherinnen und Forscher im Biosphärenpark Wienerwald bei ihrer Suche nach Pflanzen und Tieren wie Fledermäusen, Flusskrebsen, Wiesenblumen und Pilzen. Ihr Ziel: die Artenvielfalt zu erfassen. Der 105.000 Hektar große Biosphärenpark grenzt direkt an die Millionenstadt Wien an. Auf dem Areal leben fast eine Million Menschen. Der Großteil ist frei zugänglich. Tausende Wanderer, Spaziergänger und Mountainbiker sind hier täglich unterwegs. Ist der Biosphärenpark Wienerwald ein Beispiel für die Zukunft? Zeigt er, wie man auf einer Fläche alles schaffen kann: Erholung für die Stadtbewohner, Tourismus, bewirtschaftete und besiedelte Flächen und trotzdem Natur und Artenvielfalt?

Sonntag, 9. Oktober

WDR Fernsehen, 20.15 Uhr
Montenegro
Naturwunder und Bären in den Nationalparks
Der Durmitor-Park ist der größte der fünf Nationalparks des Landes. Mittendrin: die Tara-Schlucht – fast 80 Kilometer lang, rund 1.300 Meter tief. Sie gilt als längste und tiefste Schlucht Europas. Namensgeber ist die 140 Kilometer lange Tara, die wegen der vielen Stromschnellen beliebt ist bei Rafting-Fans. Den Biogradska Gora, den zweitältesten Nationalpark der Welt, erkundet Ramon Babazadeh mit einem Ranger. Der zeigt ihm stille Gletscherseen, einen der letzten Urwälder Europas und die Futterstelle für die Braunbären, die im Park leben.

Zeitraum: 10.10.2022 - 16.10.2022

Montag, 10. Oktober

Bayerisches Fernsehen, 10.35 Uhr
Abenteuer Wildnis
Korsika – Wildnis zwischen Bergen und Meer
Schneebedeckte Gipfel, malerische Sandstrände: Korsika ist eine Insel der Gegensätze und bietet zudem eine überraschende Tier- und Pflanzenvielfalt. Bis heute sind nicht weniger als 146 endemische Pflanzen und rund ein Dutzend endemische Tierarten gezählt worden, also Arten, die es ausschließlich auf Korsika gibt. Die Filmemacher Heike Grebe und Michael Riegler porträtieren die unterschiedlichen Lebensräume der Mittelmeerinsel, die hohe Anforderungen an die dort lebenden Tiere stellen. Korsika ist die Heimat des Korsischen Hirschen und bedrohter Schildkröten. Hier liefern sich Mufflons spektakuläre Massenkämpfe und es gibt fliegende Schweine. Korsikas Tierwelt ist tatsächlich sehr speziell. Auf den ersten Blick erscheint Korsika als eine sanfte Mittelmeerinsel mit malerischen Sandstränden. Doch gleich dahinter erheben sich mächtige Felswände. Auf dem „Gebirge im Meer“ sind Wetterextreme keine Seltenheit: extreme Trockenheit, heftige Regenfälle, Brände oder plötzliche Wintereinbrüche bestimmen den Rhythmus, von den mächtigen Gebirgen mit den charakteristischen Laricio-Schwarzkiefern durch die dicht bewaldeten Täler bis hin zu Pflanzenformationen wie der von immergrünen Macchia bedeckten Klippen und subtropischen Stränden. Die Filmemacher Heike Grebe und Michael Riegler sind immer wieder auf die vielfältige Tierwelt Korsikas gestoßen: vom Mufflon, dem Wappentier der Insel, bis zum Korsischen Hirschen, dem endemischen Feuersalamander und den bedrohten Hermann-Schildkröten. Sehr schnell zeigte sich, dass die unterschiedlichen Höhenlagen und ihre Wetterextreme ganz verschiedenartige Anforderungen an die Tiere und Pflanzen stellen, die hier ihren Lebensraum haben. Vor rund 20 Millionen Jahren wurde Korsika vom europäischen Festland abgetrennt. Seitdem ist die Mittelmeerinsel eine Schatztruhe außergewöhnlicher Arten geworden. Obwohl Korsika ein populäres Urlaubsziel ist, sind die seltenen und ungewöhnlichen tierischen Bewohner weitgehend unbekannt. Die Dokumentation rückt sie und ihren Lebensraum ins Zentrum. Zu sehen sind erstaunliche Verhaltensweisen von Tieren, das es nur hier zu bewundern gibt, sowie von Tieren, die in Europa sehr selten geworden sind.

arte, 18.30 Uhr
Extremadura, ein Naturparadies in Europa
Die Extremadura bietet eine reiche Vielfalt an Lebensräumen und Ökosystemen und gilt als wahres Naturparadies. Die 40.000 Quadratkilometer große Region liegt im Südwesten Spaniens an der Grenze zu Portugal und den spanischen Regionen Kastilien und León sowie Andalusien. Ein Drittel der Fläche der Extremadura ist Naturschutzgebiet. Hier finden bedrohte Arten wie der Iberische Luchs, der Rabengeier, der Schwarzstorch und der Spanische Kaiseradler Zuflucht. In der Dehesa, einer einmaligen Vegetation mit Stein- und Korkeichenhainen, leben Stiere, Merinoschafe und Schwarzfußschweine Die Gegend ist zudem reich an Vogelarten: In der Extremadura sind die Großtrappe, der Iberienadler, der Rötelfalke, das Purpurhuhn, der Mittelmeer-Steinschmätzer, der Australische Gleitaar und der Weidensperling beheimatet. Bei einer Bevölkerungsdichte von etwa sieben Einwohnern pro Quadratkilometer erfreut sich die Region einer enormen Biodiversität und abwechslungsreicher Landschaften. Reißende Flüsse und Bäche durchziehen die dichten Wälder im Norden, im Süden erstrecken sich die Dehesas und ebene Flächen. Zahlreiche Tierarten wie der Iberische Rothirsch, die Bergziege, die Ginsterkatze, die Perleidechse, der Steinadler, die Wasseramsel, der Gänsegeier oder der Ichneumon sind hier ansässig. Kraniche und andere Zugvögel aus Europa und Afrika verbringen in der Extremadura den Sommer oder kommen wie der Rötelfalke zur Paarung in die Gegend. Der Dokumentarfilm entstand in einer sechsjährigen Beobachtungs- und einer dreijährigen Produktionsphase. Er folgt dem Lauf der Jahreszeiten, und gibt einen Einblick in diese einzigartige Natur, ihre landschaftliche Vielfalt mit ihrer Fauna und Flora. Der Dokumentarfilm betrachtet die unterschiedlichen Verhaltensweisen von Arten, die mitunter zum ersten Mal mit der Kamera aufgenommen werden konnten, wie etwa die Bienenfresser, die Steinchen schlucken, um ihre Beute besser zu verdauen.

Dienstag, 11. Oktober

Bayerisches Fernsehen, 10.35 Uhr
Abenteuer Wildnis
Abenteuer Überleben – Strategien aus dem Tierreich
Von der Geburt bis zum Tod – in der Natur sind die meisten Tiere vielen Gefahren ausgesetzt. Um zu überleben, entwickelten sie die unterschiedlichsten Strategien, wie Naturfilmer Andreas Schulze zeigt. Um zu überleben, entwickelten sich im Tierreich die unterschiedlichsten Strategien. Jungtiere können dabei oft auf die Hilfe ihrer Eltern zählen und später dann, mit etwas Glück, eigenen Nachwuchs haben. Zuerst aber müssen sich die passenden Partner finden. Unermüdlich tragen die Männchen von Goldammer, Grauammer, Heidelerche und Birkhuhn ihren Gesang vor. Faszinierend ist das Leben der Rosenstare: In Europa brüten sie nur ganz im Südosten regelmäßig. Manchmal jedoch dringen sie bis nach Ungarn vor. Weitere Vogelarten, die im Film gezeigt werden, sind unter anderem Bienenfresser, Feldlerche, Flussregenpfeifer, Flussseeschwalbe, Grauschnäpper, Haubentaucher, Haussperling, Kiebitz, Mittelmeermöwe, Nachtigall, Nebelkrähe, Neuntöter, Schafstelze, Schwarzkopfmöwe und Weidensperling. Während Vögel verhältnismäßig wenige Eier haben, aber meist eingehend auf sie achten, ist es bei der Erdkröte umgekehrt: Sie legt Tausende von Eiern, um die hohen Verluste auszugleichen, die dadurch entstehen, dass sie sich weder um ihr Gelege noch um die Kaulquappen kümmert. Auch in das Leben von Honigbiene, Hornisse, Strandkrabbe, Maurischer Landschildkröte und anderen gibt Filmautor Andreas Schulze Einblick. Jede Tierart folgt ihrer eigenen, oft überraschenden Strategie.

3sat, 16.15 Uhr
Wildes Polen
Tatra, Ostsee und Masuren
Wo leben in Europa noch Wisente in freier Wildbahn? Und wo brüten vermutlich mehr Zugvögel als in jedem anderen europäischen Land? In Polen! Die Natur dort steckt voller Überraschungen. Der Süden des deutschen Nachbarlands wird von den über 2000 Meter hohen Gipfeln der Tatra überragt. Im Nordosten formt die Biebrza eines der größten Sumpfgebiete Europas, ein Paradies für seltene Vögel wie den Kampfläufer. In Masuren brüten Abertausende Weißstörche, mehr als irgendwo sonst auf der Erde. Doch auch die viel scheueren und seltenen Schwarzstörche finden Schutz in großen Wäldern, die bis an die Ostsee reichen. Im Winter fegt ein eisiger Wind über Polens Osten. Nur wer ein dickes Fell hat, kann die kalte Jahreszeit in der Grenzregion zu Weißrussland überstehen. Den Wisenten macht die Kälte nichts aus. Ihr warmes Fell schützt die urtümlichen Rinder gegen jeden Schneesturm, doch der Hunger macht ihnen im Winter zu schaffen. Die Wisente dort gehören zu den Letzten ihrer Art. Einst bevölkerten wilde Herden die meisten Regionen Europas. Heute existieren die einzigen frei lebenden Herden Mitteleuropas im Osten von Polen. Klirrender Frost im Winter in Polen scheint Fischotter und Biber nicht zu stören, sie schwimmen und tauchen unbekümmert im eiskalten Wasser. Beide haben extrem dichtes Fell, das sie perfekt vor der Eiseskälte schützt. Obwohl Otter wie Biber im Wasser leben, sind sie keine Konkurrenten: Biber sind Vegetarier und ernähren sich im Winter von den Blatt- und Rindenvorräten. Fischotter sind das ganze Jahr über aktive Jäger und leben von Fischen und Krebsen. Sobald der Frühling in Polen Einzug erhält, wird es an der Biebrza laut: Abertausende lärmende Vögel nutzen das riesige Sumpfgebiet, um zu rasten und zu brüten. Weißflügelseeschwalben und Schwarzhalstaucher bauen ihr Nest. Und die Balz der Kampfläufer beginnt: Mit auffälligen Gesten präsentieren sich die Männchen den Weibchen. In den ländlichen Regionen Polens leben die Menschen noch im Einklang mit der Natur. Dabei erinnert vieles an bei uns längst vergangene Zeiten: Ein Pferd zieht den Pflug, gemäht wird mit der Sense. Morgens werden die Kühe auf die Feuchtwiesen am Fluss getrieben. Wo sie das Gras kurzhalten, herrschen für Uferschnepfen ideale Bedingungen. Im Norden Polens, in Masuren, leben mehr Störche als irgendwo sonst in Europa. Über 50.000 Brutpaare beziehen jedes Jahr auf Dächern und Kirchtürmen ihre Nester. Überall hört man es klappern, wenn die großen Vögel balzen, sich begrüßen oder ihr Nest verteidigen. Masurens Wälder sind auch die Heimat des scheuen Schwarzstorches, der dort zurückgezogen lebt. Anders als sein vornehmlich weiß gefiederter Verwandter sucht er die Ruhe der Wälder, er ist ein Kulturflüchter. Sogar sein Klappern klingt zurückhaltend, dafür hat der Schwarzstorch weitere leise Rufe und Gesänge im Repertoire. 500 Kilometer lang ist die polnische Ostseeküste. Die Wanderdünen im Slowinski-Nationalpark verwandeln den Strand in eine wahre Wüstenlandschaft. Jahr für Jahr bewegen die Sandmassen sich weiter und überrollen, was ihnen im Weg steht: Wo eine Düne den Wald erreicht, haben Bäume keine Chance mehr, zu wachsen.

Mittwoch, 12. Oktober

3sat, 13.15 Uhr
Vielfältige Vogelwelt Österreich
Von Bienenfressern, Fichtenkreuzschnäbeln und Stelzenläufern
In Österreich sind mehr als 400 Vogelarten nachgewiesen. Manche fallen durch optisch besonders auf: etwa der farbenprächtige Bienenfresser, der Fichtenkreuzschnabel oder der Stelzenläufer. Der Bienenfresser zählt zu den buntesten Vögeln Europas. Er ernährt sich nicht nur von Bienen, sondern von allerlei großen Insekten. Der Fichtenkreuzschnabel besitzt tatsächlich einen überkreuzten Schnabel, mit dem er leicht an Fichtensamen gelangt. Die Beine des Stelzenläufers sind die längsten Vogelbeine weltweit – im Verhältnis zur Körperlänge. Auch wenn nicht alle der in Österreich nachgewiesenen mehr als 400 Vogelarten durchgehend vorkommen, ist diese Zahl für ein kleines Binnenland relativ hoch. Wann und wo welche Vögel entdeckt werden können, hängt zu einem beträchtlichen Teil von den Witterungsverhältnissen und den landschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Innerhalb eines Jahresverlaufs sind im Schnitt etwa 300 Arten zu beobachten. Im Gebiet des Neusiedler Sees leben die meisten österreichischen Vogelarten. Der Bienenfresser liebt trockenes, warmes Wetter. Bei Sonnenschein ist seine Beute aktiv. Durch die Klimaerwärmung verbreitet er sich derzeit stark in Österreich. Die Vogelwelt der kühlen Bergwälder unterscheidet sich stark von jener in der trockenen Tiefebene. Insektenfresser kommen hier nur in den Sommermonaten vor. Vögel aber, die im Winter Samen fressen, können auch in den Bergen überwintern. Der namengebende überkreuzte Schnabel des Fichtenkreuzschnabels ist ein hoch spezialisiertes Werkzeug, mit dem der Vogel gut die nahrhaften Fichtensamen herauslösen kann, die unter den Zapfenschuppen liegen. Die langen Beine des Stelzenläufers sind eine ideale Anpassung an etwas tiefere Gewässer. So kann er in Bereichen fressen, zu denen verwandte Arten keinen Zugang haben. In Österreich gehört der Stelzenläufer zu den zahlreichen Brutvögeln, die sich am Neusiedler See etabliert haben.

3sat, 13.30 Uhr
Eichkätzchen & Co.: Wilde Nachbarn in der Stadt
Sie gelten als frech, akrobatisch – und manchmal auch als zutraulich: Eichhörnchen. Heimisch in den Wäldern des Voralpenlandes, zählen sie zu den elegantesten Kletterern der Tierwelt. Quirlig, leichtfüßig und elegant begeistern die kleinen Nagetiere durch ihre luftigen Sprünge. Die Grazer Parks und Stadtgärten schaffen Lebensqualität: Sie sind eine „Grüne Lunge“ zum Wohl der Menschen – und Lebensraum für diese Wildtiere. In Graz, in der Nähe vom Hilmteich, gibt es eine kleine Auffangstation, die jährlich bis zu 5000 bedürftige Wildtiere versorgt.

3sat, 13.55 Uhr
Miloš und die Luchse
Zwei kleine Luchse aus dem Tierpark sollen in die Heimat ihrer Vorfahren, in die Wälder der Malá Fatra im Herzen der Slowakei zurückkehren. Der Film begleitet den Weg zurück in die Wildnis. Zwei Jahre lang verfolgen Milos Majda, ein stiller Naturbursche und Ranger im Malá-Fatra-Nationalpark, und der Biologe und Tierfilmer Tomas Hulik den Weg der Luchsgeschwister. Dabei ist die Geschichte einer hart erkämpften Freundschaft entstanden.

3sat, 14.40 Uhr
Der Prinz der Alpen
Es ist das imposanteste Schauspiel des Jahres in den Alpen: die Brunft des Rotwildes. Die stärksten Hirsche versammeln einen Harem und verteidigen ihn gegen Rivalen. Die Dokumentation begleitet ein Hirschkalb durch das erste Jahr seines Lebens. Sie beginnt mit den ersten Lebenstagen, schildert die weiten Wanderungen mit seiner Mutter, das Zusammenleben im Rudel und den Überlebenskampf des Wildes im Winter.

3sat, 15.30 Uhr
Radioaktive Wölfe
Tschernobyl, 30 Jahre nach dem Super-GAU: Am Schauplatz des größten Reaktorunfalls der Geschichte ist in den letzten Jahrzehnten ein unbeabsichtigtes ökologisches Experiment abgelaufen. Für Menschen ist das Gebiet immer noch verbotene Zone. Doch riesige Rudel von Wölfen haben die Region erobert und streifen durch die Schwemmgebiete des Prypjat und die verlassenen Siedlungen. Was einst die Kornkammer der Sowjetunion war, ist nun von Wäldern bedeckt. Mit der neuen Vegetation sind Bisons, Luchse und Wölfe zurückgekehrt. Für diese Dokumentation konnte erstmals ein westliches Filmteam mit den Wolf-Experten Barbara und Christoph Promberger in die verbotene Zone vordringen und dieser spektakulären Wiederkehr der Natur nachforschen. Der Film von Klaus Feichtenberger zeigt eine faszinierende, paradoxe Welt, die beides zugleich ist: ein Blick in die Zeit lange vor der menschlichen Zivilisation und ein Fenster in die Zukunft nach der ultimativen nuklearen Katastrophe.

Donnerstag, 13. Oktober

Bayerisches Fernsehen, 10.35 Uhr
Abenteuer Wildnis
Die Schwäbische Alb – Die Tricks des Eichelhähers
Im Herzen Baden-Württembergs liegt eines der artenreichsten Mittelgebirge Deutschlands: die Schwäbische Alb. Sie wird in dieser spannend erzählten Naturgeschichte von einer ganz neuen Seite gezeigt. Vor allem die beeindruckenden Verhaltensweisen des Eichelhähers und die atemberaubenden Blickwinkel aus Hubschraubern, Drohnen und Segelfliegern mit Spezialoptiken, Zeitraffern und Superzeitlupen machen die Dokumentation zu einem faszinierenden Naturerlebnis. Die Schwäbische Alb ist eines der artenreichsten Mittelgebirge Deutschlands. Einst erstreckte sich hier ein kalkreiches Jurameer, dessen Meeresboden im Laufe der Jahrmillionen zu einem Mittelgebirge angehoben wurde. Durch den Kalkboden, den Regen und Frost unaufhaltsam zersetzen, entstanden über die Jahrtausende viele verschiedene extreme Lebensräume: Deutschlands größte Quelltöpfe, urige Wasserfälle, geheimnisvolle Höhlensysteme, bizarr geformte Felsenlandschaften und Trockentäler. Unzählige Burgen, Schlösser und Ruinen wie Schloss Lichtenstein oder die Burg Hohenzollern thronen auf den Berghängen des Albtraufs, der nördlichen Kante der Schwäbischen Alb. Überall auf der Alb ist der Eichelhäher unterwegs. Er nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit in einen besonderen Lebensraum, die Wacholderheide. Sie ist ein Markenzeichen der Schwäbischen Alb. Dieser einzigartige Lebensraum ist entstanden durch Wanderschäferei und Schafhaltung. Denn Schafe fressen keine stacheligen, giftigen und bitteren Pflanzen. So konnten sich Silberdisteln, Frühlingsenziane, Küchenschellen und viele seltene Orchideen wie Hundswurz, Bocksriemenzunge oder Hummelragwurz auf den kargen Wacholderheiden ausbreiten. Diese besiedeln vor allem wärmeliebende Tiere wie die Erdhummel und der Rote Apollo, einer der seltensten Schmetterlinge Deutschlands. Weitere Raritäten, wie der Schmetterlingshaft oder die Rotflügelige Schnarrschrecke haben die heißen Trockenhänge erobert. Doch die Wacholderheiden drohen zu verschwinden. Die vielen Schafe, die vor 50 bis 150 Jahren die Alb besiedelten und die Wacholderheiden pflegten, gibt es vielerorts nicht mehr. Daher drängt heute der Wald mit seinen Bewohnern in die Wacholderheiden. Vor allem der Eichelhäher mit seinen Tricks trägt maßgeblich dazu bei. Die Erdhummelkönigin wiederum braucht die bunte Pflanzenvielfalt auf der Heide für den Aufbau ihres Volkes und wird durch den Häher bedroht. Mit Eichelhäher und Erdhummel als zwei gegensätzliche Vertreter ihres Lebensraumes erzählt Filmautor Klaus Weißmann eine einzigartige Naturgeschichte mit der Wacholderheide als Kampfzone der Ökologie.

3sat, 11.00 Uhr
Schneebabys – Der erste Winter
Was bedeuten Schnee, Eis und Minustemperaturen für Jungtiere in den Polarregionen? Der Film begleitet junge Füchse, Eisbären und Kaiserpinguine in ihrem ersten Winter. Kleine Polarfüchse und Karibus kommen im kurzen Polarsommer in den Tundren der nördlichen Hemisphäre zur Welt. Die wichtigsten Fähigkeiten für das Überleben müssen rasch erworben werden, bevor der Winter die Natur am Ende der Welt grundlegend verändert. Zu Winterbeginn sind die Jungfüchse in den arktischen Gebieten schon selbstständig und müssen nicht mehr von den Elterntieren mit Nahrung versorgt werden. Ihr braunes Sommerfell verwandelt sich nun rasch in ein schneeweißes Tarnkleid. Und die Geschicklichkeit, die sie im Sommer beim übermütigen Spiel mit ihren Geschwistern erworben haben, erweist sich jetzt als unverzichtbare Grundlage für das Überleben. Wenn die Eisbärin das Kleine zum ersten Mal aus der winterlichen Höhle führt, in der sie es geboren hat, ist die Polarregion eine durch und durch gefrorene Welt. Für junge Eisbären beginnt das „Abenteuer Leben“ mit einer Rutschpartie den Hang hinunter. Die Bärenmutter hingegen ist nach der langen Winternacht völlig ausgehungert. Sie muss dringend wieder Nahrung finden, und der Nachwuchs folgt ihr bei der Robbenjagd auf Schritt und Tritt. Lässt aber die Sonne das Eis langsam schmelzen, zerrinnt dem kleinen Bären die Welt, wie er sie kennt, buchstäblich unter den Füßen. Nahe dem Südpol hingegen, in der Antarktis, werden die kleinen Kaiserpinguine von ihren Vätern just im Winter ausgebrütet, wenn das Land in extremer Kälte erstarrt. Bis die Jungen erste Watschelschritte auf dem ewigen Eis machen können, dauert es allerdings noch Wochen, denn die frisch geschlüpften Vögel sind auf die Wärme in der Brutfalte angewiesen. Solange sie noch nicht ihr Federkleid haben, würden sie draußen binnen Minuten erfrieren. Die heranwachsenden Jungvögel werden sich später in Gruppen zusammendrängen, um sich gegenseitig warm zu halten, während sie auf die Rückkehr der Eltern und das mitgebrachte Futter warten. Erst wenn das wasserabweisende Gefieder des erwachsenen Tieres das flauschig warme Daunenkleid des Jungtieres ersetzt hat, stürzen sich die herangewachsenen Pinguine in die Fluten und verlassen die Eiswelt der Antarktis für einige Monate.

3sat, 13.15 Uhr
Überleben in der Savanne – Der Etosha-Nationalpark
Der Etosha-Nationalpark im Norden Namibias mit seiner trockenen Salzpfanne ist eines der bedeutendsten Wildreservate Afrikas. Nahrung und Wasser sind für die Tiere jedoch ein knappes Gut. Zu Etoshas Wildtierpopulation gehören unter anderem Elefanten, Löwen, Spitzmaulnashörner und Hunderte Vogelarten. Die karge Vegetation stellt sie vor extreme Herausforderungen. Und die Plätze an den wenigen und weit verstreuten Wasserlöchern sind hart umkämpft.

Freitag, 14. Oktober

Bayerisches Fernsehen, 10.35 Uhr
Abenteuer Wildnis
Auf der Fährte des Jaguars – Im Dschungel Guyanas
Guyana ist die Heimat exotischer Lebewesen. Der Herrscher im Dschungel des kleinen Lands im Norden Südamerikas ist der Jaguar. Marion Pöllmann und Rainer Bergomaz folgen mit der Kamera seiner Fährte und entdecken so manche Überraschungen in einer grünen Welt voller Leben. Nicht nur hoch oben im üppigen Kronendach der Tropenwälder pulsiert das Leben. Guyana ist eine der artenreichsten Regionen der Erde. Im tropischen Klima Guyanas fällt mehr als doppelt so viel Regen wie in Deutschland. In diesem empfindlich aufeinander abgestimmten Zusammenspiel hunderttausender Arten können schon kleine Veränderungen eine verheerende Wirkung haben. Der Herrscher über diesen Dschungel ist der Jaguar. Marion Pöllmann und Rainer Bergomaz folgen mit einem Kamerateam seiner Fährte und entdecken dabei große und kleine Überraschungen in der grünen Wunderwelt, die voller Leben steckt.

Samstag, 15. Oktober

arte, 11.25 Uhr
Metamorphosen – Die Wildnis kehrt zurück
Englands Biber – Der Chaos-Effekt
Es war eine Sensation! Als 2014 Fotos von freilebenden Bibern in England auftauchten, beherrschte das Thema die britische Presse. Denn während in Deutschland ungefähr 25.000 der pelzigen Tiere heimisch sind, war der letzte englische Biber im 16. Jahrhundert von Jägern erlegt worden. Der Ursprung der Biber war ein Rätsel. Deren mysteriöse Rückkehr polarisierte die britische Öffentlichkeit: Naturschützer feierten den tierischen Neuankömmling als Bereicherung für die Natur. Gegner fürchteten, die Nagetiere könnten Krankheiten auf Nutztiere übertragen und durch den Bau von Dämmen die Überschwemmung von Agrarfeldern verursachen. Als die englische Regierung inmitten der hitzig geführten Kontroverse dazu tendierte, die Tiere einfangen zu lassen, ging die regionale Umweltschutzorganisation „Devon Wildlife Trust“ ein großes Risiko ein. Sie übernahm die Verantwortung für die Biber und konnte die Regierung davon überzeugen, die Tiere nicht einzufangen – zumindest vorläufig. Damit die Biber dauerhaft in Freiheit leben dürfen, mussten die Naturschützer in einem fünfjährigen Forschungsprogramm stichhaltig die positiven Effekten der Biber für die Umwelt beweisen. Der Film begleitet die Naturschützer bei diesem engagierten Projekt. Die bisher gewonnenen Ergebnisse überraschen: Die Tiere mit dem Spitznamen „Ökoingenieure“ verwandeln von Menschen begradigte Bäche in eine feuchte Wildnis mit einer explodierenden Artenvielfalt. Ihre aufgestauten Biberteiche reinigen das Wasser und helfen beim Überflutungsschutz.

Sonntag, 16. Oktober

3sat, 16.30 Uhr
Big Five Asien (1)
Der Amurtiger
In Asien stehen seltene Großtiere vor dem Aussterben. Die Doku-Reihe „Big Five Asien“ spürt fünf der größten dieser rar gewordenen Tierarten auf. Im ersten Teil geht es um Amurtiger. Amur-Tiger sind die weltweit am nördlichsten lebenden Tiger und eine von zwei Tiger-Unterarten, die einst in Russland beziehungsweise der Sowjetunion lebten. Die Tiger im russischen Fernen Osten stehen beispielhaft für die Probleme und Rückschläge beim Kampf um ihre Erhaltung. Als einzige Tigerform haben sich Amur-Tiger diesen winterkalten Lebensraum erschlossen. Über sechs Monate im Jahr friert es, und dichte Schneefälle sind an der Tagesordnung. Nicht selten sinken die Temperaturen auf unter minus 40 Grad Celsius. Im kurzen ussurischen Sommer steigen sie regelmäßig bis auf über 30 Grad. Der Landstreifen am Japanischen Meer ist dicht besiedelt. „Tiger-Mensch“-Kontaktzonen sind somit allgegenwärtig. Straßen, Dörfer und Holzfäller-Camps schieben sich immer tiefer in die Taiga. Die Tiger können kaum noch wie gewohnt wandern, ohne zunehmend auf menschliche Ansiedlungen zu stoßen. Die Nähe zu China tut ihr Übriges. Das Land ist der weltweit größte Abnehmer von Tigern und deren „Produkten“. Das Reich des Herrschers der Taiga ist bedroht. Die fernöstlichen Wälder werden geplündert, abgeholzt und exportiert. Die benachbarten Länder Japan, Südkorea und natürlich China haben einen schier unstillbaren Holzhunger. Reiche Russen chartern Kleinflugzeuge und machen Jagdausflüge bis tief in die Wildnis. Auch die unablässige Wilderei auf zentrale Beutetiere des Tigers, dazu zählen Kragenbären, Sikahirsche und Wildschweine, bedroht die noch etwa 400 bis 500 wilden Amur-Tiger. In winterstarrer Taiga am Japanischen Meer hat sich ein Filmteam auf die Suche nach den letzten „Schneetigern“ gemacht.

3sat, 17.15 Uhr
Big Five Asien (2)
Der Löwe
Die meisten Menschen denken, dass allein Afrika die Heimat der Löwen sei. Doch einst lebten sie in Griechenland, in der Türkei, sie durchstreiften die Halbwüsten Asiens bis an die östliche Grenze Indiens. Und es sind die Jahreszahlen bekannt, als in jedem Land der letzte Löwe an einer Gewehrkugel starb. Gerade mal ein Dutzend Löwen hatte in einem kleinen Waldstück im Nordwesten Indiens die Jagdlust der Menschen überlebt, als sie in ihrem Wald unter Schutz gestellt wurden. Und der König der Tiere begann, um sein Überleben zu kämpfen. Mittlerweile gibt es wieder über 400 Asiatische Löwen. Sie im Nationalpark Gir Forest aufzuspüren und mit der Kamera zu verfolgen, ist ungleich schwieriger als in den Savannen Afrikas. In ihrem Wald, in dem verkrüppelte Teakbäume und Akazien die Sicht versperren, ist das Filmteam gezwungen, den Raubkatzen zu Fuß zu folgen, um sie filmen zu können. Begleitet von Spurensuchern, deren einzige Waffe ein Stock in der Hand ist, macht sich ein Team auf die Suche nach den Löwen und entdeckt nach und nach, dass sich Asiatische Löwen und ihre Verwandten in Afrika zwar äußerlich stark ähneln, aber ihr Sozialleben grundverschieden ist. Die Löwen im Gir Forest zu filmen, ist ein Abenteuer, und je länger es dauert, umso mehr erfährt das Team, dass bei allen Schutzbemühungen des Nationalparks die Zukunft der letzten Löwen Asiens doch ungewiss ist.

3sat, 22.55 Uhr
Tiger hautnah! (1/3)
Die ersten Schritte
Die dreiteilige Reihe des preisgekrönten Tierfilmers John Downer zeigt Tiger im indischen Dschungel hautnah: Spezialkameras werden dafür von trainierten Elefanten mitgeführt. Sie liefern einzigartige Bilder der Großkatzen. Die erste Folge präsentiert vier kaum zehn Tage alte Tiger-Kinder, die bereits neugierig ihre Umgebung erkunden. Zunächst beschützt und gesäugt von ihrer Mutter, wachsen zwei Weibchen und zwei Männchen heran. Eines Tages ist die Tigerin auf der Jagd und ihr Nachwuchs allein, als plötzlich ein hungriger Leopard auftaucht – und die jungen Tiger in höchster Gefahr schweben.

3sat, 23.40 Uhr
Tiger hautnah! (2/3)
Zeit des Lernens
Im Mittelpunkt der zweiten Folge steht eine wichtige Lebensphase von vier halbwüchsigen Tigern im indischen Dschungel: die „Zeit des Lernens“. Ihre Mutter bringt ihnen alles bei. Sie lernen, selbst jagen zu können: vom korrekten Anpirschen über das geduldige Lauern bis zur erfolgreichen Attacke. Immerhin müssen sich die beiden Tiger-Männchen und ihre Schwestern schon bald allein versorgen können, um ihr Überleben zu sichern. Während die Jungen langsam heranwachsen, absolvieren sie auch erste Rangkämpfe – in spielerischen Raufereien erproben sie immer wieder ihre Kräfte und trainieren ihre Reaktionen. Dazwischen erholt sich die Familie bei einem erfrischenden Bad. Am Teich versammeln sich viele weitere Tiere wie Wildschweine und Lippenbären. Die Begegnung mit einem fremden Artgenossen sorgt für höchste Alarmstufe bei den jungen Tigern.

3sat, 0.25 Uhr
Tiger hautnah! (3/3)
Herrscher des Dschungels
In der dritten Folge sind die vier jungen Tiger beinahe ausgewachsen. Sie bleiben bis zu zwei Jahren bei ihrer Mutter, dann haben sie gelernt, was sie im indischen Dschungel benötigen. Tiger werden in freier Wildbahn bis zu zehn Jahre alt. Daher ist es für den Nachwuchs langsam an der Zeit, sich eigene Reviere zu suchen. Von nun an sind die vier unerfahrenen Tiger auf sich selbst gestellt – und wachsen langsam zu Herrschern des Dschungels heran. Während die Männchen zu diesem Zweck Dschungelregionen aufsuchen, die relativ weit von ihrem Geburtsort entfernt sind, bleiben die Weibchen eher in der Nähe und teilen gelegentlich sogar das Revier mit ihrer Mutter.


ANZEIGE
Aboangebot