Und plötzlich steht ein Jagdhund auf der Straße

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Westfälische Dachsbracke „Atti“ verfolgt kilometerlang Rotwild und läuft aus dem Wald – Helfer bringen das Tier seinem dankbaren Führer zurück.

Uwe Epping, Fotograf der Goslarischen Zeitung, entdeckte den müden Bracken-Rüden „Atti“ auf der Straße und half den Führer des Hundes ausfindig zu machen.
Foto: Privat

Eine herzerwärmende Geschichte mit Happy End ist Uwe Epping im wahrsten Sinne des Wortes vor das Auto gelaufen. Bei Hahnenklee, einem Ortsteil von Goslar, entdeckte der Fotograf der Goslarschen Zeitung eine Westfälische Dachsbracke, vollkommen durchnässt, zitternd und einsam auf der Fahrbahn sitzend. Mithilfe von Klaus-Dieter Rogge, einem weiteren aufmerksamen Autofahrer auf der Bundesstraße 241, und Hahnenklees Revierförster Jörg Schlabitz brachten sie den Vierläufer zu seinem dankbaren Führer zurück.

Gerd Cappell (75) ist „Attis“ Besitzer und seit 57 Jahren Jäger. Er war extra aus Stade angereist, um in Schulenberg im Harz jagen zu gehen. Der Besitzer erklärte, dass sein Vierläufer dabei meist selbstständig im Wald unterwegs sei und ein Ortungsgerät trüge. Auf dem Bildschirm des Empfangsgerätes sah Capell, dass „Atti“ über Kilometer hinweg Rotwild verfolgte und aus dem Wald bei Schulenberg in Richtung Norden gelaufen ist. Bei Auerhahn riss das GPS-Signal dann ab.

Als Uwe Epping und Klaus-Dieter Rogge den Jagdhund auf der Straße entdeckten, hätten sie nicht anders gekonnt, als anzuhalten und den frierenden Vierläufer in eine Decke zu wickeln. An seinem Halsband fanden sie Cappells Telefonnummer und benachrichtigen ihn, dass es seinem Hund gut geht. Der Jäger war erleichtert darüber, dass ihn Hahnenklees Revierförster Jörg Schlabitz auch gleich zu ihm zurück nach Schulenberg brachte. Capell konnte so seinen geliebten Jagdhelfer zur Mittagszeit wieder in die Arme schließen.

Corinna Knoke

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