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Vorstehen, Vorliegen, Nachziehen, Festmachen: Was der Hund uns zeigt

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Mehr als 8 000 Mal im Jahr werden auf Verbandsprüfungen und speziellen Rasseprüfungen die Vorstehleistungen der Jagdhunde bewertet. Grund genug, das Gezeigte und dessen Beurteilung auf nationaler und internationaler Ebene zu betrachten.

 

Von Claus Kiefer

Auch wenn alle Welt über den Rückgang der Niederwildjagd diskutiert, ist die Zahl der jährlich im Vorstehen geprüften Hunde eine unbestrittene Größe. Um diese über Jahrhunderte gefestigte Anlage, das „Zeigen“ des Wildes, in der Zucht zu erhalten, wird es von der Jugendsuche (VJP) über die Herbstzuchtprüfung (HZP) bis hin zur „Meisterprüfung“, der Verbandsgebrauchsprüfung (VGP) immer wieder abgefragt. Die Prüfungsordnungen (PO) des Jagdgebrauchshundverbandes (JGHV), der Fédération Cynologique Internationale (FCI) als auch einzelner Rasseverbände haben eines gemeinsam: Sie beschreiben das eigentliche Vorstehen nicht oder nur sehr unzulänglich. Sowohl im nationalen und erst recht im internationalen Vergleich unterliegen die Anforderungen an das Vorstehen und dessen Bewertung großen Schwankungen und Unterschieden. Daher ist es immer schwierig, die Beurteilung von Vorstehhunden international miteinander zu vergleichen.

In der Praxis nicht ganz unproblematisch

Die Bestimmungen der einzelnen Prüfungsordnungen werfen bei näherem Hinsehen eigentlich mehr Fragen auf, als sie Antworten geben. In allen nationalen Prüfungsordnungen wird beispielsweise deutlich zwischen Nase, Vorstehen und Gehorsam abgegrenzt. Das ist in der Theorie auch völlig unproblematisch, nicht ganz so sehr in der Praxis. Vor allem das Zusammenspiel zwischen Nase und Vorstehen wird gelegentlich bei Prüfungen nicht eindeutig differenziert betrachtet. Natürlich muss ich von einem guten Richter erwarten können, dass er weiß, dass ein Hund trotz bester Nase nicht vorsteht, und dass umgekehrt ein Hund, der sehr häufig vorsteht, und wenn, dann aber leer, damit beweist, dass er keine besonders gute Nase hat.

Ein kompliziertes Kapitel

Die meisten Ordnungen enthalten so gut wie keine Definition für das, was eigentlich unter Vorstehen zu verstehen ist. Sie räumen dem Ermessen der Richter einen sehr großen, vielleicht sogar einen zu großen Spielraum ein. Die Auslegungsmöglichkeiten für Vorstehen gehen vom einfachen Stehenbleiben bis eben hin zu dem, was in der VGPO mit „Manieren am Wild“ umschrieben ist. Diesen Vorgang zu beschreiben, ist außerordentlich schwierig, wenn man nicht über dichterische Fähigkeiten verfügt oder ins Schwärmen geraten will. Aber selbst die Beschreibung in der VGPO lässt noch genügend Beurteilungsspielräume. So ist auch dort die Frage, ob zu einem perfekten Vorstehen auch eine völlig ruhige Rutenhaltung gehört, offen. Dies spielt im internationalen Bereich eine größere Rolle als bei uns in Deutschland. Wer Gelegenheit hat, noch auf Federwild, aber auch auf andere Niederwildarten mit dem Vorstehhund zu jagen, weiß, dass die meisten Hunde sich ihrer Sache erst dann völlig sicher sind, wenn auch die Rute sich nicht mehr bewegt.

Ein ganz besonders kompliziertes Kapitel beginnt dann, wenn der Hund fest und ausdrucksvoll vorsteht und dann vor dem Hund kein Wild aufsteht, beziehungsweise wenn die Richter kein Wild sehen können. Hier stellt sich zuerst die Frage, ob eine bestimmte Wildart festgelegt ist, die der Hund vorstehen muss. Die meisten nationalen Prüfungsordnungen bringen hier zum Ausdruck, dass am liebsten gesehen wird, wenn der Hund Federwild vorsteht. Es zählt aber auch das Vorstehen an anderen Niederwildarten, wenn kein Federwild vorhanden ist. Dies ist eine sehr gute, weil praxisnahe Regelung. Die Beschränkung auf eine ganz bestimmte Wildart, wie wir sie teilweise im internationalen Reglement finden, sollte nicht zwingend sein. Zumal uns unsere Altvorderen beigebracht haben, dass ein Hund, der beispielsweise einen Hasen in der Sasse vorsteht, in punkto Nasenqualität ganz besonders hoch einzustufen ist. Wohingegen das Überlaufen festliegender Hasen nicht negativ gewertet werden darf.

Problematisch ist bereits die Feststellung, ob ein Hund „leer“ vorgestanden hat, das heißt, ohne dass Wild vor ihm war. Hier sind zunächst die Richter gefragt. Wenn sie nah beim Führer beziehungsweise Hund sind, sollten sie feststellen können, ob zum Beispiel in den hohen Rüben ein Hase oder ein Kaninchen oder aber auch Federwild abgelaufen ist. Vor dem Urteil, der Hund hat „leer“ vorgestanden, muss man außerordentlich vorsichtig sein. Dass tatsächlich nachgewiesenes leeres Vorstehen in fast allen Prüfungsordnungen zumindest negative Auswirkungen auf die Benotung hat, halte ich für völlig konsequent. Hunde, die ohne Wild vorstehen, können in der praktischen Jagd zu einem enormen Störfaktor werden. Es gibt wohl nichts Schlimmeres, als mit der Flinte schon halb im Anschlag auf das aufstehende Wild zu warten, und dies dann regelmäßig umsonst.

Die Richter sind gefordert

Die nächste Problematik kann mit dem Begriff „Nachziehen und Festmachen“ umschrieben werden. Ein firmer Hund muss zumindest weglaufendem Wild in ausdrucksvoller Manier und in stetigem Nasenkontakt folgen. Wobei die Länge des Nachziehens nicht vom Hund, sondern vom Wild bestimmt wird. Entscheidend sollte sein, ob der Hund am Ende seiner Nachzieh- und Festmachleistung in der Lage ist, das Wild zu zeigen. Es also zum Abstreichen oder Ablaufen zu veranlassen. Was den Nasenkontakt des Hundes mit ablaufendem Wild angeht, sollten keine allzu strengen Maßstäbe angelegt werden. Jeder erfahrene Jäger und Richter weiß, dass beispielsweise Fasane im sehr lockeren Bewuchs schnell ablaufen können, was natürlich auch bei dem Hund ein entsprechendes Nachziehtempo erzwingt. Noch problematischer wird es, wenn, und auch das ist gerade bei Fasanen gar nicht selten, der Hund das Wild nach rückwärts umschlagen muss, weil es nach hinten abläuft. In einem solchen Fall sollte, wenn der Hund die Arbeit erfolgreich zu Ende bringt, auch ein kurzzeitiges Hochnehmen der Nase und ein kurzzeitiges Sich-Neu-Orientieren nicht unbedingt bestraft werden. Ganz im Gegenteil: Dies ist eine besonders wertvolle und vor allen Dingen für die praktische Jagd wichtige Arbeit. Auch hier sind die Richter gefordert, echtes Nachziehen außerordentlich positiv zu bewerten.

In den meisten nationalen Prüfungsordnungen endet das, was unter dem Fach „Vorstehen“ zu beurteilen ist, mit dem Abstreichen oder Aufstehen des vorgestandenen Wildes. Das Verhalten beim Abstreichen oder Aufstehen des Wildes wird unter der Überschrift „Gehorsam mit Wildberührung“ beurteilt. Dies ist im internationalen Reglement etwas anders geregelt. Vom Ergebnis her kann man mit der einen Regel genauso leben wie mit der anderen. Natürlich gehört der ganze Ablauf von der Sache her zusammen. Denn der Gesamtvorgang ist eigentlich erst dann beendet, wenn feststeht, wie der Hund beim Schuss auf abstreichendes Federwild reagiert. Also ob er ohne jegliche Einwirkung des Führers „hält“ oder „nachprellt“, oder ob er sich durch entsprechende Kommandos halten lässt. Ob hier Fehler bei der Note des Vorstehens berücksichtigt werden oder unter der Rubrik „Gehorsam“, ist im Grunde egal. Dass der Hund auch ohne Kommando apportieren darf, wenn er das Stück fallen sieht, ist eine gute, praxisnahe Regel in den nationalen Prüfungsordnungen.

Es gibt rassespezifisch und je nach Prüfungsordnung erhebliche Unterschiede in der Wertigkeit des Vorstehens. Nach außen hin treten diese nicht so sehr in Erscheinung. Aber vor allen Dingen bei Prüfungsordnungen, die keine Preiseinteilung mehr vorsehen, sondern bei denen nach dem „12“-Punkte-System gerichtet wird, ist dies der Fall. Dort kann man allenfalls an der Fachwertziffer – dem Multiplikator – erkennen, welche Bedeutung diesem Fach zugemessen wird. Bei der Herbstzuchtprüfung zum Beispiel hat das Vorstehen die Fachwertziffer „2“ im Gegensatz zur Spurarbeit und zur Nase, die die Fachwertziffer „3“ haben. Bei der Verbandsgebrauchsprüfung hat das Vorstehen die Fachwertziffer „4“, während die Schweißarbeit die Fachwertziffer „8“ beziehungsweise „5“ hat und der Nasengebrauch die Fachwertziffer „6“. Die Prüfungsordnungen des Deutsch-Kurzhaar-Verbandes beispielsweise geben dem Vorstehen eine deutlich höhere Wertigkeit. Für einen 1. Preis, gleichgültig, ob bei Derby, Solms, IKP oder Dr.-Kleemann-Ausleseprüfung, muss der Hund, ebenso wie in den Fächern Nase und Suche, die Höchstnote „4“ haben. Anders ausgedrückt, ein Hund mit einem 1. Preis auf einer Zuchtprüfung des Deutsch-Kurzhaar-Verbandes hat immer Höchstnote in Nase, Suche und Vorstehen.

International spielt nur der „Nasengebrauch“ bei der Bewertung eine Rolle

Und nun einige Anmerkungen zum internationalen Reglement der FCI, vor allem für die „Field-Trials“: Der erste wesentliche Unterschied besteht darin, dass bei diesen Field-Trial-Prüfungen eine Bewertung der Nasengüte, und dies gar mit einer Note, nicht stattfindet. Während wir in Deutschland gewohnt sind, aus verschiedensten Anzeichen Rückschlüsse auf die Güte der Nase unserer Hunde zu ziehen und dies dann in einer Nasennote zum Ausdruck bringen, spielt international nur der „Nasengebrauch“ bei der Bewertung der Leistung eines Hundes eine Rolle. Ausfluss dieser Problematik ist der deutlichste Unterschied der beiden Systeme: Während es national bei all den Jagdhundrassen und -schlägen, die die Arbeit auf der Gesundspur des Hasen vorsehen, außerordentlich erwünscht ist, wenn der Hund mit tiefer Nase einer Wildspur folgt, ist dies bei einem Field-Trial geradezu verpönt. Dort will man den Hund sehen, der mit relativ hoher Nase, bei bester Ausnutzung des Windes und des Geländes, sucht. Dort wird eine intensive Beschäftigung mit Spuren und Geläufen mit dem Ausschluss aus der Prüfung geahndet. Ob wir es in Deutschland richtig machen, wenn wir rückschließend eine Note für die Nasengüte vergeben oder, wie es international üblich ist, ob wir nur das beurteilen, was wir effektiv sehen können, nämlich wie der Hund seine Nase einsetzt, tritt in diesem Zusammenhang natürlich in den Hintergrund.

Alles dreht sich um den „Punkt“

Der nächste wesentliche Unterschied ist ein Formulierungsproblem. In dem internationalen Reglement spricht man nicht vom Vorstehen, sondern vom so genannten „Punkt“. Der „Punkt“, englisch „Point“, hat der Rasse Pointer (Punktemacher) sogar den Namen gegeben, und auch der Deutsch-Kurzhaar heißt im englischen Sprachgebrauch „German-Shorthair-Pointer“. Zu einem „Punkt“ gehört dann konsequenterweise das gesamte Spektrum vom möglicherweise weiten Anziehen bis zum Verharren beim Aufstehen des Wildes und bis zur Ruhe beim Schuss. Man kann hier ohne Weiteres sagen, dass der „Punkt“ das A und 0 der gesamten Field-Trial-Prüfung ist. Um diesen „Punkt“ dreht sich im Endergebnis alles bis hin zur Klassierung der Hunde, also wer aus einem solchen Wettbewerb als Sieger hervorgeht. Dies hat zur Folge, dass ein Hund, der nicht mindestens einen „Punkt“, und das an Federwild, gemacht hat, bei einer solchen Prüfung nicht qualifiziert werden kann. Es ist hier nicht der Ort, sich mit den Vor- und Nachteilen der beiden Prüfungssysteme auseinander zu setzen. Eins kann aber festgehalten werden: Die Vielseitigkeit unserer Vorstehhunde, und unsere Hunde als Vollgebrauchshunde können bei diesen Prüfungen nur einen Teil ihrer jagdgebrauchshundlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Umgekehrt ist es dann natürlich nicht verwunderlich, dass der Art und Weise des Vorstehens die allergrößte Aufmerksamkeit gewidmet wird. Unter der Überschrift „Das Richten/Die Klassierung“ beschreiben diese Prüfungsordnungen sehr ausführlich, was alles zum „Punkt“ gehört und wie die einzelnen Aktionen zu erfolgen haben. Die Grundregeln sind im Prinzip dieselben, die wir in Deutschland haben. Danach beginnt der „Punkt“ mit einem eventuellen weiten Anziehen, was nicht immer der Fall sein muss, gefolgt von festem Vorstehen, möglicherweise einem Nachziehen auf Befehl oder einem Herausstoßen auf Befehl. Die Unbeweglichkeit an Ort und Stelle beim Aufstehen des Wildes, der Ruhe beim Schuss und das Anleinen des Hundes beenden den Vorgang.

Neu in das internationale Reglement wurde das Herausstoßen auf Befehl aufgenommen, im englischen Sprachgebrauch „Flush“ genannt. Dies geschieht vor allem im Interesse der Länder, in denen in besonders unwegsamen Gelände gejagt wird. Dort kann es vorkommen, dass der Jäger gar nicht bis zu seinem vorstehenden Hund kommen kann. In einem solchen Fall macht es Sinn, wenn der Hund auf Kommando des Führers das vorgestandene Wild herausstößt. Allerdings muss er dann genauso unbeweglich auf seinem Platz verharren, wie wenn das Wild ohne den „Flush“ abgestrichen wäre.

Das kleinste Nachprellen wird geahndet

Fein unterschieden wird auch zwischen dem Nachziehen auf Befehl des Führers nach dessen Ankunft beim vorstehenden Hund und der spontanen Annäherung an das Wild, um mit diesem Kontakt zu halten, bevor der Führer beim Hund ist. Bereits aus der Formulierung „Das Nachziehen wird unter bestimmten Voraussetzungen geduldet“ kann entnommen werden, dass der ideale „Punkt“ der ist, bei dem sich die Hühner – die meisten Field-Trials sehen nur Hühner als vorzustehendes Wild vor – so nahe im Einzugsbereich des Hundes befinden, dass diese vom Führer herausgetreten werden können.

Ganz besonderen Wert wird auf das Verhalten des Hundes bei abstreichenden Hühnern und beim Schuss gelegt. Der Hund muss ohne jegliche Einwirkung des Führers auf der Stelle verharren, auf der er vorgestanden beziehungsweise sich durch Nachziehen herangearbeitet hat. Hier wird bereits das kleinste Nachprellen geahndet. Das höchste Prädikat, ein „CACIT“, die Anwartschaft für den Internationalen Arbeitschampion, kann nur erteilt werden, wenn der Hund absolut auf dem Platz verharrt.

Natürlich gehören auch bei einem „Field-Trial“ Suche, Suchenstil und vor allem Gehorsam am Haarwild zu weiteren Voraussetzungen für ein gutes Abschneiden. Bei Suche und Suchenstil wird deutlich differenziert zwischen den einzelnen Jagdhundrassen. Gewünscht ist ein rassespezifischer Suchenstil, wobei allerdings oft die Maßstäbe, vor allem auch an das Tempo bei der Suche, bei unseren deutschen Vorstehhunden von den Richtern etwas überspitzt werden. Dies wird verständlich, wenn man bedenkt, dass viele international tätige Richter ursprünglich aus dem Lager der englischen Vorstehhunde kommen.

Die deutschen Prüfungsordnungen lassen sowohl das Vorstehen als auch das Vorliegen gleichwertig zu. Dies missfällt den Anhängern der deutschen Vorstehhundrassen, insbesonders den Anhängern von Deutsch-Kurzhaar vor allem in Italien, aber auch in Spanien. Der Hauptgrund hierfür ist, dass die Auffassung vertreten wird, das Vorliegen sei mehr für den Setter rassetypisch als für kontinentale Vorstehhunde. Eigentlich gibt es aber keinen Grund, einen Hund deshalb geringer zu werten, weil er in allerletzter Anspannung und Intension, zum Beispiel am Ende eines Nachziehens, fast kriecht oder eben vorliegt.

Große Vielfalt natürlicher Schwierigkeiten

Der Präsident des französischen Kurzhaar-Verbandes, René Gerlet, hat einmal formuliert: „Bevor man Prüfungssysteme und Prüfungsleistungen von Hunden beurteilt, muss man die Jagdart und die Wildarten kennen, die im Einzelfall im betreffenden Land oder gar im betreffenden Erdteil gejagt werden.“ Dies wurde besonders deutlich bei meinem Besuch in Argentinien. Eine argentinische Spitzenhündin hätte beispielsweise bei Anlegung des internationalen Prüfungsreglements und der strengen Beachtung der Grundsätze auch für das Vorstehen gelegentlich auch den einen oder anderen kleinen Abstrich erhalten an einem langen Jagdtag. Warum das so ist, hat Graf Jorge Kesselstatt in seinem leider vergriffenen Buch in spanischer Sprache über die „Gebrauchshunde“ vortrefflich zum Ausdruck gebracht und wie folgt formuliert:

„An gewissen Tagen passiert es, dass die Perdices (Rebhühner) sehr weit laufen und dann auffliegen, ohne vorher anzuhalten. In diesen Fällen ist es nicht ein Fehler des Hundes, wenn er nicht vorsteht und ihnen langsam folgt. Ohne Zweifel ist die Arbeit des Hundes in Argentinien in diesem Punkt viel schwieriger, weil das südamerikanische Huhn sehr viel weiter läuft als das europäische, bevor es aufsteht. In Argentinien läuft das Huhn mehr oder weniger beeinflusst von der Windrichtung, von der allgemeinen Wetterlage und von der Vegetation. Wo das Huhn gute Deckung hat, bleibt es fester sitzen. Wenn das Gelände niedrigen Grasbewuchs hat, läuft das Huhn mehr. Bei ungünstigen Bedingungen ist es möglich, dass das Huhn aufsteht, bevor der Hund mit der Arbeit begonnen hat. Andererseits gibt es Tage mit sehr starkem Wind, an denen die Hunde sehr sicher markieren, obwohl das Huhn sich 50 Meter entfernt aufhält. Der argentinische Jäger muss die große Vielfalt natürlicher Schwierigkeiten kalkulieren, die sich dem Hund in einem so ausgedehnten Gebiet bieten, wenn er unvoreingenommen die Arbeit des Hundes in den riesigen Territorien der Republik Argentinien beurteilen will.“ Auch die Bewertung des dauernden Nasenkontaktes mit dem Rebhuhn kann nicht so eng gesehen werden wie bei Rebhühnern im Frühjahrs-Field-Trial.

Bei der Bewertung der Vorstehleistungen, der Nase beziehungsweise ihrer gesamten jagdlichen Anlagen sind die äußeren Umstände, wie Witterung und Geländeverhältnisse, das bejagte Wild und die Jagdart im hohen Maße mit zu berücksichtigen.

Das Sekundieren:Mit hoher Nase, unbeweglich vor Anspannung stehen zwei Deutsch-Kurzhaar vor. Macht sich das Wild auf, sollen sie nachziehen und es festmachen, bis das Wild abstreicht beziehungsweise abläuft

 

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