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Was ist „wolfssicher“?

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03.11.2015

Eine Wölfin im Landkreis Vechta hat offenbar gelernt, auch „wolfssichere“ Zäune zu überwinden: Sie überwand einen Elektrozaun von 1,60 Meter Höhe.

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So sah es nach dem Wolfsangriff bei Schäfer Tino Barth in aus. (Foto: Fabienne Barth/mh)
Bereits viermal konnte die Wölfin im Landkreis Vechta per DNA-Analyse als Verursacherin von Nutztierrissen festgestellt werden. Weit über 100 Nutztiere sind in der Region während des letzten Jahres gerissen worden. Bei Schäfer Tino Barth in Goldenstedt schlug sie nachweislich am 2. Oktober zu. Neun Schafe fielen ihr zum Opfer. Ein erneuter Angriff erfolgte am 28. Oktober. Ein Schaf starb, drei weitere mussten aufgrund ihrer schweren Verletzungen eingeschläfert werden, weitere sind in tierärztlicher Behandlung. Das Ergebnis der DNA-Untersuchung steht noch aus.
Laut der niedersächsischen „Richtlinie Wolf“ muss der elektrische Schutzzaun mindestens 90 Zentimeter hoch sein. Barths Zaun war 1,60 Meter hoch und mit einer Spannung von 8 000 Volt versehen. „Dieser Wolf hat offenbar gelernt, sehr hohe Zäune zu überwinden“, sagt Wolfsexperte Frank Faß gegenüber WILD UND HUND. „Das Umweltministerium ist jetzt gefordert“, sagt Faß. Dieser eine Wolf sei geeignet, die Akzeptanz aller Wölfe bei den Nutztierhaltern nachhaltig zu beschädigen.
Laut Niedersächsischem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz habe der Wolf bisher nur einmal nachweislich einen Zaun überwunden, der gemäß der „Richtlinie Wolf“ einen Grundschutz darstellte – noch kein Grund, Isegrim zum Abschuss freizugeben. Die Untersuchungen würden noch andauern, so lange sei nichts bewiesen. Auch wenn dies der Fall sei, wolle man erst andere zumutbare Alternativen wie Herdenschutzhunde oder das Einpferchen der Schafe prüfen.
Schäfer Tino Barth fühlt sich von den Behörden im Stich gelassen. „Beim nächsten Wolfsangriff geben wir die Schafszucht auf. Denn dann sind wir pleite“, sagt er.
mh

 

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