Grundsätzliches

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Selbstverständlich kann dieses umfassende Thema mit seinen vielen Schwerpunkten
hier nur im groben Überblick behandelt werden. Veterinärmedizinische Fachbücher, Spezialisten und Wissenschaftler haben schon über die unterschiedlichsten Ernährungstechniken berichtet, die nur das eine wollen: die optimale Ernährung für Ihren Hund

 

In diesem Artikel sind die wichtigsten Ernährungsgrundsätze zusammengefasst

Vom WuH- Team

Zunächst sollten Sie sich nach der Übernahme des Welpen an die bisherigen Fütterungsgewohnheiten halten und erst allmählich auf die für Sie am sinnvollsten erscheinende Ernährung umstellen.

Die heutige Futtermittelindustrie bietet ein überaus großes Angebot an Produkten, die welpengerecht sind und einer Mindestnorm entsprechen. Obwohl das angebotene Fertigfutter eine ausgewogene Menge an Mineralien und Vitaminen aufweist, können Sie dem kleinen Hund ruhig ein gewisses Zusatzangebot von unserem Tischmenü anbieten.

In wirklich geringen Mengen können Reis, Gemüse, Eigelb oder Quark eine Hundemahlzeit auch unter dem Gesundheitsaspekt durchaus bereichern.

Nicht zuviel des Guten

Natürlich kann es bei Übertreibungen zu Fehlversorgungen führen. Bedient man sich eines Welpenfertigfutters, das inhaltlich schon reich mit Calcium ausgestattet ist, sollte man natürlich nicht in großen Mengen noch Milchprodukte hinzufügen. Zuviel des Guten taugt auch hier nichts.

Calcium ist übrigens ein wichtiges Mineral für den heranwachsenden Knochenbau und sollte ausreichend durch Knochen oder durch vernünftigen Ersatz (Futterkalk) hinzugefügt werden. Jedoch Vorsicht bei einer Überversorgung, denn zuviel Calcium wird nicht wie bei einem erwachsenen Hund einfach wieder ausgeschieden, sondern führt zu einer Umschichtung im Skelettaufbau.

Bis zu viermal täglich braucht der Welpe anfangs noch seine Futterration. Zeigt er sich dann immer noch hungrig, lassen Sie ihm ruhig eine weitere Portion zukommen. Er befindet sich im Wachstum und braucht diese zusätzliche Kalorienzufuhr, um den täglichen Anforderungen gewachsen zu sein.

Eine regelmäßige Einhaltung der Futterzeiten erzieht ihren Hund zu diszipliniertem Fressverhalten und verhindert einen ständig auf Nahrungssuche konzentrierten Hund. Bei aufmerksamer Beobachtung werden Sie schnell bemerken, ob sich Ihr Hund adäquat zu seinem Bewegungsdrang ernährt oder sich einfach überfrisst.

Eine regelmäßige über den Tag verteilte Nahrung ist übrigens auch der Verdauung sehr zuträglich.

Die Zufütterung von abgekochten Knochen sollte nur mit Vorbehalt erwogen werden. Harte und scharfkantige Knochen sollten Sie nicht verwenden.

Grundsätzlich sind rohes Fleisch oder die Knochen vom Schwein zu meiden, um die tödlich verlaufende Infektion mit dem Aujeszky-Virus auszuschließen.

Zum Kauen werden Kalbsknochen oder größere Knorpelstücke empfohlen. Auch die im Handel erhältlichen Kauknochen aus Büffelhaut sind durchaus geeignet. Das Kauen fördert die Kiefertätigkeit und verhilft den Zähnen zum Durchbruch.

In einem Alter von etwa sechs Monaten kann der Hund bis auf zwei Mahlzeiten und mit etwa zwölf Monaten auf eine Mahlzeit am Tag umgestellt werden. Die festen Fütterungszeiten sollten auch dann eingehalten werden.
In der Schüssel zurückbleibendes Futter verwahren Sie entweder kurzfristig geschützt und gekühlt oder werfen es fort, denn es besteht die Gefahr von Bakterienbildung.

Achten Sie stets darauf, dass Ihr Hund immer ausreichend frisches Trinkwasser zur Verfügung hat. Besonders an heißen Tagen oder nach vermehrter Bewegung.

Wie man außergewöhnliche Belohnungshappen und die zusätzlich verabreichten Mahlzeiten nach besonderer Kraftaufbietung handhabt, bleibt jedem selbst überlassen.

Natürlich hat ein Hund, der ein guter „Futterverwerter“ ist, ein größeres Fressbedürfnis als ein schlechter Futterverwerter. Ob dies allerdings an einem vermehrten Kraftaufwand liegt, krankheitsbedingt ist oder einfach nur an unzureichendem Futtermittel liegt, lässt sich durch aufmerksame Beobachtung und letztlich durch ärztliche Maßnahmen feststellen.

Schließlich gibt es auch bei Hunden unterschiedliche vegetative Beschaffenheiten, die trotz gleich großer Leistungsfähigkeit unterschiedlichen Nahrungsbedarf zur Folge haben.

Fütterung mit Verstand und Augenmaß

Grundsätzlich sollte man sich aber darüber im klaren sein, dass Jagdgebrauchshunde, die dem Welpenalter entwachsen, eine andere Ernährung brauchen als die üblichen Begleithunde.

Über ihren normalen Energie-Erhaltungsbedarf, den man mühelos über eine normale hochwertige Vollnahrung decken kann, wird der Gebrauchshund unterschiedlichen Einsatz-Kategorien zugeordnet werden müssen.

Unterschiedliche Arbeitseinsätze, Größe und Gewicht, Außentemperaturen, Streß und der Wechsel von Arbeits- und Ruhephasen beeinflussen maßgeblich die Ernährung.

Bei einem kurzfristigen Krafteinsatz, der aber einen deutlich erhöhten Energiebedarf mit sich bringt, muß der Hund nicht nur einen Körpereinsatz bewältigen, sondern auch Stresshormone und äußere Witterungseinflüsse abwehren.

Durch eine ausreichende kohlenhydratreiche Fütterung ist dem Hund sowohl für die Nerven als auch die Muskeln Genüge getan.

Hält die körperliche Belastung aber an, muß der Hund auf körpereigene Reserven zurückgreifen, nämlich auf körpereigene Fette. Bei andauernder Leistung werden vorrangig Fettsäuren aus dem eigenen Fett verbrannt und damit die Kraft geschöpft.

Aus Studien geht hervor, das bis zu 70 Prozent der Energie aus körpereigenem Fett erschlossen wird. Nur ein kleiner Teil der Energie wird also von den Kohlenhydraten abgedeckt.

Dies ist insofern sinnvoll, da der Energiestoffwechsel des Hundes, die nicht verbrauchte Energie der Kohlenhydrate im Fettgewebe lagert und bei kurzfristiger Belastung sehr rasch wieder zu energielieferndem Zucker umgewandelt wird. Es bedeutet eine schnelle Energieversorgung, die dem Gebrauchshund zu seinem typischen explosionsartigen Einsatz verhilft.

Kohlenhydrate decken den Energiebedarf für eine nicht lang anhaltende Belastung, bei einer Ausdauerleistung muß dagegen auf einen deutlich erhöhten, hochwertigen Fettanteil in der Nahrung geachtet werden. Hochwertige Fette sind auch für die Verdauung förderlich und regen den Appetit an.

Ein wichtiger Aspekt für den arbeitswilligen Hund, der vielleicht seiner Arbeitsleistung wenig angemessenen Appetit zeigt und nur unzureichend Nahrung aufnehmen will.

Ein weiterer Grundbaustein neben Kohlenhydraten und Fetten ist das Eiweiß. Es wird im Körper für die Herstellung von Enzymen, Hormonen, Zellen und Blut gebraucht. Als Energiequelle spielt es eher eine untergeordnete Rolle.

In den handelsüblichen Futtermitteln wird das Eiweiß als Protein oder Rohprotein bezeichnet, das wiederum in pflanzliche und tierische Eiweiße unterschieden wird. Die Verarbeitung dieser Eiweiße im Körper hängt von der unterschiedlichen Eiweißquelle ab. Fleisch z. B. ist eine vollwertige Eiweißquelle und garantiert auch eine optimale Ausnutzung.

Gemüse dagegen, also pflanzliches Eiweiß, wird weniger umgesetzt. Eine auf Eiweiß basierende Fütterung nach schwerer Arbeit weckt bei dem erschöpften Hund schnell wieder die Lebensgeister.

Bei aller Wissenschaft und aller Kenntnis über richtige Ernährung bei einem Leistungshund, von dem hier nur ein Bruchteil angesprochen werden kann, ist eine artangemessenen Vollnahrung, ausgewogen an Vitaminen, Mineralien und den wichtigen Grundbausteinen, immer einen richtige Konstellation.

Selbst bei gesteigerter Aktivität ist eine spezielle Zufütterung von Nährstoffen nicht notwendig. Lediglich eine Erhöhung der Gesamtnahrungsmenge, vorausgesetzt ausgewogen, reicht aus, um dem Hund gerecht zu werden.

Erfahrungen haben sogar gezeigt, dass Überdosierungen von Nährstoffen, eine Art Doping, keine Leistungssteigerungen gebracht haben, sondern vielmehr Nachteile.

Gebrauchshunde sind oft Ausnahmesituationen ausgesetzt, die Stress und ungewohnte Reaktionen hervorrufen.

Um dem entgegenzuwirken, muß auch eine ausreichende Vitaminversorgung gewährleistet sein. Aber auch die ist gegeben bei einer ausgewogenen Vollwerternährung und bedarf keiner zusätzlichen Unterstützung

Um den Hund leistungsstark zu machen und zu erhalten, ist auch der richtige Zeitpunkt für eine Fütterung zu wählen. Opulente Mahlzeiten vor einer zu bewältigenden Aufgabe sind kaum der richtige Antriebsschub. Sie erschweren unnötig den Körper, erhöhen den Wasserbedarf und die Körpertemperatur und vermindern damit natürlich die Leistungsfähigkeit.

Vor und nach den erforderlichen Leistungen sollte der Hund keine größeren Fütterungen zu sich nehmen. Bis zu vier Stunden vor und bis zu einer Stunde danach könnten als Richtlinien dienen.

Die Futtermenge und auch die Häufigkeit der Fütterungen bei den unterschiedlichen Rassen ist nochmals zu differieren und in Abhängigkeit zu der Aktivität des Hundes zu sehen. Ein kleiner und sehr laufaktiver Hund braucht unter Umständen ein konzentrierteres, gehaltvolleres Fressen, und das vielleicht in Ausnahmefällen und bei besonderer Beanspruchung sogar zweimal am Tag, während ein großer, ruhiger Hund, der zwar schon aus Gründen des Energieerhaltungsbedarfs mengenmäßig mehr Fressen braucht, durchaus in Relation zum kleinen Hund gesehen, weniger zu sich nimmt.

Wichtig bei allen gewählten Ernährungsweisen ist das ständig bereitstehende frische Trinkwasser. Durch jede verbrauchte Energie wird Wärme freigesetzt, die der Hund durch Verdunstung über den Rachenraum abführt.

Gerade bei sich in Aktivität befindlichen Hunden muß der Wasserhaushalt stimmen. Stimmt dieser nicht, ist es dem Hund nicht möglich sich auszuschwitzen, und die Wärme entweicht über die Körperoberfläche.

Durch diese zusätzliche Belastung der Hautdurchblutung steigt die Körpertemperatur noch mehr, und es entstehen Kreislaufprobleme, die wiederum einen Leistungsabfall nach sich ziehen. Das heißt, das eine Wasserzufuhr auch während der Aktivität durchaus sehr wichtig ist.

Das Angebot an Fertigfutter ist überaus groß und könnte für einen Neuling verwirrend sein. Prinzipiell, geht man von der auf der Verpackung beschriebenen Deklaration aus, beinhaltet ein Alleinfuttermittel sämtliche notwendigen Nährstoffe.

Eine zusätzliche Fütterung von Vitaminen oder anderen eiweißhaltigen Leckerbissen wie Pansen würde eine Überdosierung bedeuten. Gelegentlich kann man schon mal auf diese Vorzugskost als Belohnung z. B. zurückgreifen, dann sollte man aber die übrige Tagesnahrung einfach mal austauschen, um das gesamte Nährstoffbild wieder zu komplettieren.

Feucht oder trocken?

Die Hauptunterscheidungsgruppen sind: das Feucht- und Trockenalleinfutter und die Gruppe der Ergänzungsfuttermittel. Unter Feuchtfutter verstehen wir das in Dosen und Schalen angebotene Alleinfutter.

Mit hohem Feuchtigkeitsgehalt, wärmebehandelt und keimfrei, ist es nahezu unbegrenzt haltbar, und trotzdem wird der volle Nährstoffgehalt gewährleistet. Meistens beinhalten diese Feuchtfutter eine Kombination von Fleisch und Gemüse. Getreide oder eine andere kohlenhydratstarke Beilage ist dabei nicht so oft vertreten.

Die auf dem Markt befindlichen Trockenfutterprodukte sind ebenso nährstoffhaltig wie gut sortiert. Lediglich sind sie durch den Wasserentzug bei der Herstellung einfacher und sauber zu handhaben.

Sie beinhalten ebensoviel Fleisch und Gemüsekombinationen, aber auch Getreideprodukte. Auch hier benötigt man keine Zufütterung. Bei beiden Produktarten versorgen Sie Ihren Hund bequem und sicher mit den für ihn wichtigen vollwertigen Nährstoffen.

Wer allerdings eine selbst hergestellte Kost für seinen Hund bevorzugt, der kann problemlos auf die vielen Ergänzungsfuttermittel, die uns als Flocken geläufig sind, zurückgreifen. Dabei muß allerdings zwischen den kohlenhydrathaltigen, den eiweißreichen und den mit Vitamin und Mineralien versetzten Flockenfutter unterschieden werden.

Das kohlenhydrathaltige, oft als Getreideflocken erhältliche Futter sollte mit einem Fleischprodukt Ihrer Wahl vermischt werden, während das eiweißreiche Futter mit Reis, Haferflocken oder sogar Kartoffeln vermischt werden sollte, um eben die angestrebte Ausgewogenheit zu erreichen. Alle Trockenfuttermittel sind jedoch nicht auf diese Hauptbestandteile reduziert, sondern zusätzlich durch Mineralien und Vitamine angereichert.

Diese Ernährungsbeschreibung ist nur in groben und einfachen Erklärungen erfolgt. Sie deckt aber im wesentlich alle wissenswerten Grundkenntnisse ab.

 

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