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Wenn es auf den Tag ankommt

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Belegungs-Terminierung:
In der Hundezucht ist es heute die Regel, eine Hündin nur einmal pro Läufigkeit zu belegen. Deshalb muss man wissen, wann der „beste“ Tag ist.

 

In wenigen Tagen ist es so weit. Wenn der Züchter alles beachtet hat, kann er dem Wölfen seiner Hündin mit ruhigem Gewissen entgegensehen

Es werden in der Hundezucht – besonders bei den Jagdgebrauchshunden – heutzutage meist gezielte Anpaarungen gewählt. Das hat nicht selten zur Folge, dass bestimmte Rüden, die sich entweder durch besondere Leistungen hervorgetan haben, oder bereits bewiesen haben, dass sie gute Vererber sind, überfrequentiert werden. Auch wenn viele Zuchtverbände hier – vorrangig wegen der Gefahr zu enger Blutführung innerhalb der Rasse – einen Riegel vorschieben indem sie die zulässigen Deckakte der einzelnen Rüden begrenzen, sind diese meistens „reichlich ausgelastet“.

Hinzu kommt, dass häufig Rüden- und Hündinnenhalter weit von einander entfernt wohnen und deshalb die Hündin nur in den seltensten Fällen mehrere Tage nacheinander zum Rüden kann. So mancher Züchter ist schon „in gu-ter Hoffnung“ vergeblich viele hundert Kilometer gefahren, um unverrichteter Dinge wieder den Heimweg anzutreten. Auch wenn eine Hündin Nachbars „Bello“ duldete, heißt das noch lange nicht, dass es mit dem fremden Rüden auch klappt. Um derartige Enttäuschungen zu vermeiden, ist es ratsam, den Zeitpunkt des Eisprungs möglichst genau zu terminieren. Und das ist möglich.

Unregelmäßige Regelmäßigkeit

Die Läufigkeit einer Hündin folgt zwar einem bestimmten Zyklus, der jedoch individuell erheblichen Schwankungen unterliegt. Es ist nicht möglich, ohne weitere Untersuchungen den Zeitpunkt des Eisprungs genau vorherzusagen. Wenn die Läufigkeit bei Hündinnen normalerweise etwa 14 Tage andauert, ist eine Streuung zwischen neun und 21 Tagen möglich. Deshalb ist es nicht vorherzusagen, ob nun beispielsweise der 11. oder der 19. Tag der richtige ist.

Die Läufigkeit beginnt mit der Absonderung eines blutigen Scheidensekrets (die Hündin färbt). Zum Zeitpunkt des Eisprungs gegen Ende der Läufigkeit wird der Ausfluss klarer. Die Schnalle ist zu dieser Zeit stark geschwollen und die Hündin wehrt aufdringliche Rüden nicht mehr ab, sie duldet sie.

Blutprobe und Scheidenabstrich

Neben variablen äußeren Erscheinungen gibt es Untersuchungsmethoden, mit deren Hilfe der Zyklusstand der Läufigkeit genauer bestimmt werden kann. In der Praxis werden am häufigsten ein Scheidenabstrich und eine Blutuntersuchung auf Progesteron durchgeführt. Daneben ist es möglich, über eine vaginoskopische Untersuchung die Schleimhaut im Bereich der Scheide und des Muttermundes direkt zu beurteilen. In sehr gut ausgestatteten Spezialkliniken kann man zusätzlich die Eierstöcke per Ultraschall darstellen und deren Veränderung während der Läufigkeit beurteilen.

Die älteste und nach wie vor wichtigste Methode, den Zyklusstand der Hündin zu beurteilen, ist der Scheidenabstrich. Aus dem Bereich der Schnalle werden mit einem Tupfer Zellen abgestrichen, auf einen Objektträger aufgetragen, gefärbt und mikroskopisch untersucht.

Zu Beginn der Läufigkeit findet man überwiegend rote Blutkörperchen und Zellen aus den unteren Schleimhautschichten. Dieses Bild ändert sich erheblich im Verlauf der Läufigkeit. Um den Zeitpunkt des Eisprungs findet man praktisch keine roten Blutkörperchen mehr und nur noch oberflächliche Schleimhautzellen, die weitgehend ihre Zellkerne verloren haben.

Da die Veränderungen der Zellen kontinuierlich und nicht schlagartig erfolgen, ist es besser, zur Feststellung des Eisprungs gleich mehrere Scheidenabstriche zu untersuchen.

Die Läufigkeit und der Eisprung werden durch Hormone gesteuert. Es liegt deshalb nahe, über Hormonbestimmungen im Blut eine Termination durchzuführen. Besonders geeignet hat sich die Bestimmung des Progesterons. Dieses Hormon liegt zu Beginn der Läufigkeit nur in geringen Konzentrationen im Blut vor, im Verlauf der Läufigkeit steigt die Konzentration zunächst kontinuierlich und um den Eisprung schlagartig an.

Durch wiederholte Blutuntersuchungen kann man den Zeitpunkt des Eisprungs genau terminieren. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, die Hündin zum erfolgversprechens-ten Zeitpunkt zum Rüden zu bringen. Soll eine Hündin punktgerecht belegt werden, dann empfiehlt sich folgendes Vorgehen. Ab dem fünften Tag der Läufigkeit sollten bis zum Tag des Eisprungs wiederholte Untersuchungen der Scheidenschleimhaut und Blutprogesteron-Bestimmungen durchgeführt werden. Die Belegung findet dann am Folgetag statt. Liegen keine inneren Erkrankungen vor, die das Einnisten der Eizellen verhindern, dann ist durch diese Methode auch ein Erfolg weitgehend gesichert.

Ab etwa der dritten Trächtigkeitswoche kann heutztage problemlos durch die Ultraschall-Untersuchung festgestellt werden, ob die Hündin aufgenommen hat

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