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Wolf soll zur nationalen Angelegenheit werden

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Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) fordert eine nationale Meldestelle für den Wolf.

Markus Hölzel
Ingolf Angermann sieht angesichts von 16 000 Schafen auf den Nordsee-Deichen ein gravierendes Problem durch den Wolf und prophezeit eine Abnahme der Freilandhaltung von Weidetieren. (Fotos: Markus Hölzel)
Das teilte Wenzel am gestrigen Sonntag mit. Hier sollen künftig Beobachtungen und Bewertungen der Wolfsnachweise und –sichtungen zusammengefasst werden. Außerdem soll sich nach dem Willen von Wenzel die Umweltministerkonferenz mit dem Thema Wolf beschäftigen.
 
Laut Frank Faß, Inhaber des Wolfszentrum Dörverden und Vorsitzender des Arbeitskreises Wolfs beim niedersächsischen Umweltministerium können Wölfe mehr als 50 Kilometer pro Tag zurücklegen. Die Landesgrenzen seien zu eng gefasst. Faß hatte den Vorschlag der bundesweiten Meldestelle initiiert. Eine Kommission aus Interessenvertretern, Politikern und Bürgern solle diese beraten. Gegenüber WILD UND HUND sprach sich Faß mit langfristiger Perspektive auch für eine Bejagung aus, wenn die Population den laut EU-Definition „günstigen Erhaltungszustand“ erreicht habe. Dies fördere auch die Akzeptanz des Wolfes in der Bevölkerung.
 
Ähnlich äußerte sich der niedersächsische Landtagsabgeordnete Ingolf Angermann (CDU) am 7. März im Landkreis Celle bei der örtlichen Jägerschaft. Er warf der Landesregierung in Sachen Wolf vor, „nach hinten zu arbeiten, und das nur unter Druck“. Es müsse aber nach vorn gearbeitet werden. Auch die Bejagung des Wolfes müsse wieder möglich sein. Angermann prophezeite eine Zunahme der Stallhaltung beim Weidevieh und eine Abnahme der Freilandhaltung mit zunehmender Wolfsdichte.

Maria Flachsbarth
Maria Flachsbarth (CDU), parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, kündigte ein Fachgespräch auf Bundesebene zum Wolf an.
Und die parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, Maria Flachbarth (CDU), kündigte in Celle an, sich „auf Bundesebene um den Wolf zu kümmern“. Hierzu werde es in Kürze ein Fachgespräch beim Bundesministerium geben, bei dem die Interessen und Einschränkungen aller Gruppen – auch der Jägerschaft – behandelt werden sollen.
 
Bei dem in der Region Vechta mehrfach aufgefallenen Wolf könnten sogar die Bundesgrenzen mittlerweile nicht mehr ausreichen: Er soll in den benachbarten Niederlanden gesichtet worden sein.
 
mh

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