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Kärnten: Wild im Tal verhungert

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Rund 170 gefallene Stück Reh- und Rotwild im Bereich der Kärntener Gemeinden Bad Kleinkirchheim, St. Oswald und Reichenau haben zu einer Anzeige des Wiener Tierschutzvereins gegen die Gemeinden, die zuständigen Bezirksjägermeister, das Amt der Kärntner Landesregierung sowie unbekannte Täter geführt.

Ein Stück Fallwild im Schnee. (Symbolbild)
Foto: privat/vk

Die Genannten hätten es bewusst unterlassen, den bereits geschwächten Stücken mit Notfütterungen durch die extreme Kälte des Spätwinters zu helfen, so der Vorwurf des Vereins. Er erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt wegen Tierquälerei. Der Kärntner Landesjägermeister Dr. Ferdinand Gorton zeigte sich davon wenig beeindruckt: Die Fütterungen seien nachweisbar voll gewesen, sagte er auf WuH-Anfrage. Das Wild sei jedoch aufgrund des Witterungsverlaufs zu Beginn des Winters ins Tal gezogen und habe später die höher gelegenen Fütterungen nicht mehr erreichen können, als es auch in den tiefen Lagen extrem kalt wurde. Notfütterungen im Tal habe es aufgrund intensiven Skitourismus teilweise nicht ausreichend angenommen. Gorton zufolge haben Untersuchungen gezeigt, dass das Wild teils erfroren sei. Kärnten hat eine Jahresstrecke an Rotwild von knapp unter 10 000 Stück. In einigen Jahren, zuletzt 2013 und 2014, erreichte die Fallwildquote fast zehn Prozent. Diesen Winter rechnet Gorton mit ungefähr fünf. vk

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