Wolf ins Jagdrecht: DJV-Positionspapier in der Kritik

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Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert in einem Positionspapier die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht.

An der Frage, ob der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden soll, scheiden sich die Geister.
Foto: Horst Arndt

„Wenn es um die Entnahme von Wölfen geht, muss immer der ortskundige Jäger erster Ansprechpartner sein, alles andere wäre ein inakzeptabler Eingriff ins Eigentumsrecht“, so DJV-Präsident Hartwig Fischer in einer Pressemitteilung. Der Verband fordert weiterhin, den Wolf vom Schutzstatus IV auf V der FFH-Richtlinie zurückzustufen und ein wissenschaftlich belastbares, internationales und der Öffentlichkeit zugängliches Wolfsmonitoring einzuführen. Zudem sollen von unabhängigen Labors erarbeitete genetische Analysen mehr Transparenz liefern.

Für die klare Positionierung erhält der Bundesverband einerseits Zuspruch einiger Landesjagdverbände, andererseits kritische Stimmen, darunter vom Bayerischen Jagdverband (BJV). Auch Biber und Kormoran seien nicht im Jagdrecht und würden trotzdem angemessen reguliert, so BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke. Die Entscheidung zur Entnahme liege allerdings bei der zuständigen Fachbehörde. Weiterhin sollen laut BJV durch den Wolf verursachte Wildschäden nicht auf Kosten der Jäger gehen dürfen, sollte der Grauhund tatsächlich ins Jagdrecht aufgenommen werden.

Der Deutsche Tierschutzbund warf dem DJV vor, fragwürdige Behauptungen wie unzureichende Transparenz aufzustellen. Die Jäger würden lediglich eigene Interessen verfolgen. Dennoch sehen die Tierschützer Handlungsbedarf in Sachen Wolfmanagement: Prävention und Kompensation von Wolfsübergriffen müssen zentrale Aufgaben des Managements sein. Dabei sollen Tierhalter unbürokratisch und zeitnah entschädigt werden.

Deutliche Worte formulierte der agrarpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion Dr. Friedrich Bullinger: „Richtig ist, dass wir die Förderung der Haltung von Raufutterfressern, wie Schafen, Ziegen oder Rindern, (…) deutlich verbessern müssen (…). Wenn die Grünen und der NABU ihre blauäugige Wolfsromantik fortsetzen, werden wir darüber aber künftig gar nicht mehr reden müssen.“ fa

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