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Baden-Württemberg: ASP entfacht neue Kritik am Jagd- und Wildtiermanagementgesetz

2016

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV) hat anlässlich seines Landesjägertags am 21. April in Kirchheim/Teck ein Positionspapier zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) veröffentlicht und das Thema in einer Podiumsdiskussion aufgegriffen.

Dr. Jörg Friedmann
Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann
Foto: Vivienne Klimke

Der Verband mahnt in seinem Papier den Tierschutz an, fordert bürokratische Erleichterungen für die Jagd und nimmt Kommunen, Landwirtschaft und Forst als Unterstützer in die Pflicht. Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann wird mit dem Satz zitiert: „Wer Bachen von säugenden Frischlingen wegschießt, handelt tierschutzwidrig“, was wohl darauf anspielt, dass das Ministerium für Ländlichen Raum (MLR) im vergangenen Winter den Abschuss führender Bachen bei Drückjagden nicht mehr geahndet hatte.

Der Verband wolle die Bestandsreduktion eher über eine dauerhafte Schonzeitaufhebung, gelockerte Vorschriften zur Jagd an Sonn- und Feiertagen sowie erleichterte Regelungen zur Verkehrssicherung bei Drückjagden erreichen, heißt es im Positionspapier. Bei der Podiumsdiskussion sorgte das Thema ASP für wechselseitige Attacken – auch zwischen den Koalitionspartnern Grüne und CDU – und Kritik am Jagd- und Wildtiermanagementgesetz. Viel Applaus erntete FDP-Fraktionschef Dr. Hans-Ulrich Rülke, Mitglied des Landtags (MdL), für die Aussage, dass die ASP entlarve, dass das ganze Gesetz falsch konzipiert sei. CDU-Sprecher Manuel Hagel, MdL, verteidigte den Zwölf-Punkte-Plan seines Ministers und forderte die Landkreise auf, die Trichinengebühren abzuschaffen. Abschussprämien lehnte er mit dem Argument ab, dass Wildbret das Image eines Abfallprodukts bekommen könnte. Von Grünen-Sprecher Reinhold Pix, MdL, kam die Kritik, dass ein Modellprojekt zu Frischlingsfängen 2015 vom LJV aus Tierschutzgründen abgebrochen wurde. Jetzt sind sie von Ministeriumsseite wieder eingeplant. Mehr als die Forderung, Gebühren bei der Verkehrssicherung abzuschaffen und die Saujagd unbürokratisch zu ermöglichen, war aus dem grünen Lager aber auch nicht zu vernehmen. vk

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