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Baden-Württemberg: Versöhnungsangebot der Grünen

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Die Grünen lenken beim Thema Wolf offenbar ein: In einer Podiumsdiskussion beim Landesjägertag in Kircheim/Teck am 21. April sagte ihr jagdpolitischer Sprecher und Mitglied des Landtags (MdL) Reinhold Pix: „Auf Dauer kommen wir nicht umhin, den Wolf ins Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) zu überführen.“

Landesjägertag
von links: Reinhold Gall, MdL, jagdpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion; Moderator Prof. Dr. Ulrich Schraml, FVA Freiburg; Reinhold Pix, MdL, jagdpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion; Dr. Hans-Ulrich Rülke, MdL, Fraktionsvorsitzender der FDP-Fraktion; Stellvertr. Landesjägermeister Christian Kunz; Udo Stein, MdL, jagdpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion; Manuel Hagel, MdL, jagdpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion
Foto: Vivienne Klimke

Vorangegangen war viel Kritik an Äußerungen des Staatssekretärs im Umweltministerium, Dr. Andre Baumann. Der sagte bei einer Veranstaltung des Ministeriums für Ländlichen Raum am 19. März die Aufnahme des Wolfs ins JWMG sei nicht nötig, da die Rolle der Jagd im Management überschaubar sei. Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann bezeichnete diese Aussage als in ihrer Wirkung verheerend und sprach von einer unsäglichen Artenfeilscherei. Dass die Jäger zwar Monitoring betreiben, aber nicht jagen sollten, wies auch der Stellvertretende Landesjägermeister Christian Kunz klar zurück.

Ebenso wie der Landesjagdverband forderten die übrigen Teilnehmer der Podiumsdiskussion einhellig eine Aufnahme des Wolfs ins JWMG. Manuel Hagel, MdL, jagdpolitischer Sprecher der CDU-Faktion, mahnte aber an, eine Wildschadenspflicht auszuschließen. Dr. Hans-Ulrich Rülke, MdL, Fraktionsvorsitzender der FDP-Fraktion, kritisierte die Eigenmächtigkeit des Umweltministeriums in Sachen Wolf. Reinhold Gall, MdL, jagdpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, sieht eine Evaluation des JWMG geboten. Udo Stein, MdL, jagdpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, will die Ansiedlung von Wölfen in Baden-Württemberg komplett ausschließen.

In der internen Sitzung am Nachmittag verabschiedeten die gut 400 Delegierten des Landesjägertags unter anderem ein Positionspapier, in dem sie die Behandlung des Wolfes im Wildtierbericht, seine Aufnahme ins Jagdrecht sowie eine Erweiterung des Handlungsleitfadens zum Managementplan fordern. „Wir halten es für unabdingbar, dass wir Jäger beim Management von Anfang an mit im Boot sind“, so Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann. vk

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