Berliner Sauen sind keine Müllfresser

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Das Schwarzwild in Berlin profitiert nicht etwa von Komposthaufen und anderen Abfallresten, wie Wissenschaftler bislang dachten. Eine Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung zeigte, dass die Schwarzkittel vielmehr von der Mast der vielen Laubbäume in der Innenstadt leben.

Berlin Sauen
Die Sauen in Berlin ernähren sich lieber von der Mast vieler Laubbäume wie von Abfallresten. Foto: David Wiemer / Leibniz-IZW

Das Forscherteam untersuchte die Mägen von 247 erlegten Schwarzkitteln auf Zusammensetzung und Energiegehalt ihres Inhalts. Dabei wurden vorrangig Eicheln, Engerlinge, Fasern oder auch Mais gefunden. Nur in vier Mägen fanden sich dagegen Brot mit Wurst und Käse, in weiteren fünf Plastikpartikel. Der Energiegehalt in den Mägen der Berliner Sauen erwies sich höher als von erlegten Sauen in Brandenburg, was vermutlich auf die erhöhte Aufnahme der Eicheln zurückzuführen ist. Nicht das Stadt- oder Landleben an sich, sondern die Zusammensetzung der Landschaft innerhalb des Streifgebiets eines Stück Schwarzwild bestimmt demnach die Nahrungsqualität. vk