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Bundesjagdgesetz: Novelle in der Ressortabstimmung

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Noch vor der parlamentarischen Sommerpause im Juli soll eine Novelle des Bundesjagdgesetzes im Kabinett beschlossen werden. Das teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) auf WuH-Anfrage mit. Ein Entwurf, der demnächst in die Länder- und Verbändeanhörung gehe, sei derzeit in der Abstimmung zwischen Bundesumwelt- und Bundeslandwirtschaftsministerium.

Abschusspläne fürs Rehwild sollen bald der Vergangenheit angehören.
Foto: Pixabay

Inhaltlich geht es bei der Gesetzesreform in erster Linie um die im Koalitionsvertrag festgelegten Themen. Dazu gehören die künftigen Anforderungen an Büchsenmunition, wie neue Parameter zur ­Tötungswirkung sowie die Minimierung des Bleigehalts. Des ­Weiteren will der Bund einheitliche ­Bestimmungen für die Jäger- und Falknerprüfung ­sowie einen Schießübungsnachweis festschreiben. Soweit entspricht der Entwurf bereits dem, was in der vergangenen Legislaturperiode ­unter Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) verhandelt wurde und auf den letzten Metern durch die Intervention der Bauernverbandslobby in der Schublade verschwand.

Neu sind nach den extremen Schäden im Wald in dem Entwurf Regelungen zum Thema Wald und Wild, wie dies Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) beim Waldgipfel 2019 angekündigt hatte. So werde das Ziel der Naturverjüngung im Bundesjagdgesetz festgeschrieben, heißt es aus gut unterrichteten Kreisen des BMEL. Damit einhergehen soll die Abschaffung des Abschussplanes für Rehwild, der nach rheinland-pfälzischem Vorbild durch Abschussvereinbarungen zwischen Verpächter und Pächter ersetzt werden soll. Falls es in dieser Vereinbarung zu keiner Einigung käme, sollen die Behörden Mindestabschusspläne erlassen. Eine gewichtige Rolle könnten dabei künftig Forstbehörden und deren Vegetationsgutachten spielen. Diese Ideen wurden unter anderem von einem Expertenrat in der Waldstrategie 2020 der Bundesregierung geäußert, an der derzeit parallel gearbeitet und die in eine Waldstrategie 2050 münden soll.

Eine Allianz jagdlicher Verbände (Deutscher Jagdverband, Bund Deutscher Berufsjäger, Internationaler Jagdrat, Deutsche Wildtier Stiftung, Bayerischer Jagdverband und Deutscher Jagdrechtstag) hatte diese Ideen kritisiert. Der Wald sei mehr als nur ein Produktionsort für Holz, heißt es in ­einer gemeinsamen Erklärung. Die Verbände warnen davor, Schalenwild zum Sündenbock für waldbauliche Fehler zu machen, und fordern, auch den Bedürfnissen von Wildtieren beim Waldumbau Rechnung zu tragen.

hho

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