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Forschung: 9-Punkte-Plan gegen Insektensterben

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Auf dem internationalen Insektenschutzsymposium im Naturkundemuseum Stuttgart am 19. Oktober haben Forscher einen neuen Maßnahmenplan zur Bekämpfung des
Insektensterbens präsentiert. Über 150 renommierte Wissenschaftler aus ganz Europa mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Naturschutz diskutierten über die Ursachen des Insektensterbens sowie mögliche Lösungsansätze.

In Städten sollen unter anderem mehr Blühplanzen angebaut werden, um das Insektensterben aufzuhalten.
Foto: Reiner Bernhardt

Am Ende des Symposiums wurden diese in einem 9-Punkte-Plan zusammengefasst, der folgende Forderungen beinhaltet:

1. Pestizideinsatz muss in der Landwirtschaft eingeschränkt werden zum Beispiel durch veränderte Zulassungsverfahren. Neonikotinoide und Totalherbizide sollen verboten werden.
2. Die Landwirtschaft muss unter anderem durch Kopplung der EU-Agrarsubventionen an ökologische Leistungen sowie durch Förderung von Brachflächen und Ökolandbau extensiviert werden.
3. Der Rückgang der Grünlandflächen soll gestoppt werden, um dort die Artenvielfalt zu erhöhen. Die Bewirtschaftung muss insektenfreundlicher werden, indem ausschließlich Mulchgeräte und Mähaufbereiter genutzt werden.
4. Naturschutzgebiete müssen gepflegt und die Anzahl der unter Naturschutz stehenden Flächen erhöht werden.
5. Auf öffentlichen Grünflächen in Städten sollen mehr heimische Blühpflanzen angebaut werden. Rasenflächen müssen zu extensiven Mähwiesen umgestaltet werden.
6. Straßenleuchten sind auf LED umzurüsten. Die Farbtemperatur sollte maximal 3 000 Kelvin betragen, da diese weniger anziehend auf Insekten wirken.
7. Die Bevölkerung soll über Arten intensiver aufgeklärt werden. Insekten-Monitoring muss ausgebaut und naturkund­liche Sammlungen besser unterstützt werden.
8. Wildbienen sollen einen höheren Schutzstatus erhalten und in die FFH-Richtlinie aufgenommen werden.
9. Das Insektensterben soll noch mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden. aml

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