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Keine Hirsche zur Trophäenschau

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Der Nationalpark Harz zeigt die Geweihe der auf seinen Flächen erlegten Hirsche nicht mehr auf der Trophäenschau vor. Bis ins vergangene Jahr wurden dort zumindest die Geweihe der Hirsche ab dem fünften Kopf präsentiert, die im niedersächsischenTeil des Nationalparkes zur Strecke kamen. Auf der diesjährigen Rotwildschau am 1. April fehlten diese.

Harz
Für Nationalpark-Leiter Andreas Pusch ist die Trophäe kein Kriterium für die Bejagung des Rotwildes im Nationalpark Harz. Foto: Markus Hölzel

Nationalpark-Leiter Andreas Pusch begründete das damit, dass man die internationale Anerkennung in der Kategorie 2 der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) erhalten wolle. Die Trophäe dürfe nach den IUCN-Kriterien aber bei der Bejagung von Schalenwildbeständen keine Rolle spielen.

Im Nationalpark, dessen Flächen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt liegen, wird das Rotwild weiter intensiv bejagt, damit sich die ursprünglichen natürlichen Pflanzengesellschaften, hauptsächlich Buchenwälder, wieder einstellen können. Die Motivation der Bejagung sei die Wildbestandsregulierung und nicht die Trophäe, erläuterte Pusch am 31. März auf einer Fachtagung zum Thema „Jagd in Schutzgebieten“ in Hannover. Zur Regulierung werden – anders als in anderen Nationalparks mit Rotwild – auch Hirsche der beiden oberen Altersklassen bejagt. Die Trophäen werden den Erlegern nicht ausgehändigt, der Nationalpark verfolge keinerlei wirtschaftliche Ziele. Zum Vorzeigen sei man laut Pusch nicht verpflichtet, denn der Nationalpark sei den Unteren Jagdbehörden der Landkreise gleich gestellt und könne darüber selbst entscheiden. „Wir dokumentieren damit, dass bei uns andere Ziele im Vordergrund stehen“, sagte Pusch in Hannover.

In den sieben auf niedersächsischer Seite des Nationalparks liegenden Revieren kamen im vergangenen Jagdjahr 551 Stück Rotwild zur Strecke, darunter 34 Hirsche vom fünften Kopf oder älter. mh

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