Niedersachsen: Saufänge ja, Nachtsicht nein

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In Niedersachsen sind aufgrund der Afrikanischen Schweinepest Änderungen am Landesjagdgesetz geplant. Außerdem hat das Land vier Millionen Euro unter anderem für jagdlich relevante Maßnahmen bereitgestellt.

Nachtzieltechnik
Nachtsicht- und Nachtzieltechnik stuft das Landwirtschaftsministerium als „waffenrechtlich problematisch“ ein.
Foto: Dirk Waltmann

Landesweit wird es eine Aufhebung der Schonzeit für Keiler und Bachen geben. Derzeit ist dies noch den Landkreisen überlassen, wobei Bachen mit noch gestreiften Frischlingen nach wie vor dem Muttertierschutz unterliegen. Ältere Frischlinge und Überläufer sind ohnehin ganzjährig frei.

Die aktuell im Nachtragshaushalt bewilligten Mittel in Höhe von vier Millionen Euro sollen insbesondere für den Mehrabschuss von Wildschweinen genutzt werden. So sind für den Einsatz von Jagdhunden bei revierübergreifenden Jagden Aufwandsentschädigungen geplant. Außerdem werden Abschussprämien pro erlegter Sau unter bestimmten Voraussetzungen vorgesehen. Die Gelder sollen zudem in die Intensivierung der Fallwildsuche fließen. Besonders Hauptverkehrsstrecken stehen im Fokus von Jägern und Veterinären. Hygienemaßnahmen wie zum Beispiel die Anschaffung von Containern und Bergematerial für die unschädliche Entsorgung von infiziertem Wild im Seuchenfall sowie gegebenenfalls bauliche Maßnahmen zur Einzäunung sollen damit ebenfalls finanziert werden.

Nachtsicht- und Nachtzieltechnik stuft das Landwirtschaftsministerium (ML) auf Nachfrage durch WILD UND HUND als „waffenrechtlich problematisch“ ein, ein Erfolg der Zulassung sei zweifelhaft. Es sei daher kurzfristig nicht geplant, diese Technik zuzulassen. Dagegen prüfe man derzeit den Einsatz von Saufängen und will diesbezüglich Schulungen anbieten. Eine entsprechende Gesetzesänderung sei in Vorbereitung. Hormonpräparate will man nicht einsetzen. Die Gebühr für die Trichinenschau müssen die Jäger weiter entrichten, denn deren Erhebung liege in der Hand der Kommunalbehörden. Allerdings will sich das ML für eine bessere Vermarktungsmöglichkeit des Wildbrets von Schwarzwild einsetzen. Dazu laufen derzeit Gespräche mit möglichen Kooperationspartnern. mh

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