Nordrhein-Westfalen: Keine Obergrenze mehr für Herdenschutzmaßnahmen

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Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsübergriffe werden künftig großzügiger im Land Nordrhein-Westfalen gefördert: Die bisher geltende Obergrenze von 20.000 Euro innerhalb von drei Jahren pro Antragsteller spielt nun keine Rolle mehr. Das verkündete gestern das Landesumweltministerium (MULNV NRW) in einer Pressemitteilung.

Foto: Pixabay

Einen entsprechenden Antrag Nordrhein-Westfalens habe die Europäische Kommission jetzt genehmigt. In den nächsten Tagen werden die neuen Förderrichtlinien „Wolf“ im Ministerialblatt veröffentlicht und treten dann am Folgetag in Kraft, heißt es weiter. Die bisherige 20-Euro-Grenze wird ab diesem Stichtag von den Bezirksregierungen, die die Förderanträge bearbeiten, nicht mehr beachtet. „Unser Antrag auf „Notifizierung“ der Förderrichtlinien Wolf hat alle Hürden genommen. Damit können wir Nutztierhaltern fortan Aufwendungen für Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel die Anschaffung von elektrifizierten Zäunen oder Herdenschutzhunden ohne Obergrenze erstatten. Gleiches gilt auch für die Entschädigungen für Nutztierverluste“, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsstaatssekretär Dr. Heinrich Bottermann.

Da nun wieder vermehrt Weidetier aus den Ställen auf die Weiden gebracht werden, rät das Landesumweltministerium dazu, in allen Wolfsgebieten und im Wolfsverdachtsgebiet Oberbergisches Land die Herdenschutzmaßnahmen umzusetzen.

Nordrhein-Westfalen verfügt mittlerweile über drei Wolfsgebiete (WuH berichtete) mit jeweiligen Pufferzonen (WuH berichtete), ein Wolfsverdachtsgebiet (WuH berichtete) und eine einzelne Pufferzone an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz.

Als das erste Wolfsgebiet „Schermbeck“ am 1. Oktober 2018 vom Land ausgewiesen wurde, war es erstmalig möglich, neben den Entschädigungen für Nutztierverluste durch den Wolf auch intensive Herdenschutzmaßnahmen, wie elektrische Zäune mit bis zu 80 Prozent zu fördern, so das MULNV NRW. Zudem stockte Nordrhein-Westfalen als eines der ersten Bundesländer diese Förderung ab dem 23. März 2019 auf 100 Prozent auf (WuH berichtete).

Dass der Wolf in Nordrhein-Westfalen längst heimisch geworden ist, zeigte erst kürzlich eine Begegnung von Wolf und Hirsch (WuH berichtete).

aml


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