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Polen: Folgenschwere Jagdgesetz-Änderung

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Der polnische Senat hat Mitte März einer Jagdgesetz-Änderung zugestimmt. Das geht aus einer Pressemeldung der FACE, der Dachorganisation europäischer Jagdverbände, hervor.

Polen Flagge
In Polen wird das Jagdgesetz grundlegend geändert.
Foto: Pixabay

Das Jagdgesetz untersagt unter anderem das Stören von Wild ohne ausdrückliche jagdliche Zwecke. Hunde und Greifvögel effektiv zu trainieren, sei dadurch nicht mehr möglich. Auch würden Jagdgegnern Tür und Tor geöffnet, Jagden zu blockieren und zu sabotieren, da dies fortan nicht mehr strafbar sei. Zudem sei es Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr verboten, an Jagden teilzunehmen. Dadurch erschwere sich die Weitergabe jagdlicher Traditionen. In der Pressemitteilung heißt es, dass das Recht von Eltern, ihre Kinder gemäß ihren eigenen Überzeugungen und Anschauungen zu erziehen, durch dieses Verbot missachtet werde.

Die FACE verweist nachdrücklich auf die Euro­päische Menschenrechtskonvention, in der es heißt, dass der Staat bei Ausübung der von ihm auf dem Gebiet der Erziehung und des Unterrichts übernommenen Aufgaben das Recht der Eltern zu achten habe. Außerdem soll künftig der Präsident des polnischen Jagdverbands durch den Umweltminister ernannt und auch entlassen werden können. Laut FACE ist das ein unmittelbarer Angriff auf das demokratische Grundprinzip. Bleimunition soll bis zum 31.12.2019 vollständig verboten, Jäger im fünf-Jahres-Rythmus geprüft werden. Der polnische Präsident Andrzej Duda wurde von der FACE dringend dazu aufgefordert, die Jagdgesetzänderung zu überdenken. fa

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