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SPD positioniert sich zur Europawahl jagdkritisch

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Fassungslos hat der Deutsche Jagdverband (DJV) auf die Antworten der SPD auf seine Wahlprüfsteine zur Europawahl reagiert, die jetzt vorliegen.

Eine Gefahr für Deichanlagen an Flüssen sowie am Meer. SPD lehnt Fangjagd auf invasive Nutria ab (Quelle: Rolfes/DJV)

Insbesondere die Positionen zum Umgang mit dem Wolf und zum Artenschutz einschließlich Fangjagd stünden teilweise im krassen Widerspruch zu Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung oder SPD-Forderungen in einigen Bundesländern. Der DJV fordert die SPD auf, ihre Positionen zu jagdlichen Themen anlässlich der Europawahl grundlegend zu überarbeiten. Die organisierte Jägerschaft stehe jederzeit zum wissensbasierten Dialog bereit.

Die SPD lehne in ihren Antworten zur Europawahl eine Lockerung des Schutzstatus auf EU-Ebene kategorisch ab und vertrete die Auffassung, dass Herdenschutz praktisch das alleinige Mittel zur Schadensprävention sei. Diese Position stehe im starken Gegensatz zum Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz von Oktober 2023 und zum im Koalitionsvertrag auf Bundesebene festgeschriebenen Regierungsauftrag, ein regional differenziertes Bestandsmanagement einzuführen. Mit der Antwort konterkariere die SPD auch Forderungen aus den eigenen Reihen in Regionen, die von der Ausbreitung des Wolfes besonders betroffen seien.

Bau- und Fallenjagd lehne die SPD in ihrer Antwort auf die DJV-Wahlprüfsteine zur Europawahl aus Tierschutzgründen komplett ab. Dies kritisiert der DJV aufs Schärfste, da der Forderung jegliche wissensbasierte Grundlage fehlt. Bereits vor einem Jahrzehnt habe der DJV freiwillig die vier gängigsten Fallentypen in Deutschland nach den besonders hohen Tierschutzstandards des internationalen AIHTS-Abkommens für eine humane Fangjagd erfolgreich testen lassen. Im Gegensatz zum Beispiel zu Schweden habe Deutschland das Abkommen nach wie vor nicht umgesetzt. Die fehlende Fallen-Zertifizierung sei ein Vollzugsproblem der amtierenden rot-grün-gelben Bundesregierung auf Kosten des Tierschutzes.

Die Ablehnung der Fangjagd konterkariere zudem den Artenschutz: Dämmerungs- und nachtaktive Raubsäuger wie Fuchs oder Waschbär würden vor allem seltene Bodenbrüter bedrohen und sich mit Fangjagd effektiv im Bestand reduzieren lassen. Ein Verbot der Fangjagd würde auch den Hochwasserschutz unmöglich machen: Die invasive Nutria breite sich weiter aus und unterhöhle großflächig Deichanlagen an Flüssen sowie am Meer. Sie gefährde damit die Sicherheit von mehr als einer Million Menschen allein an den deutschen Küsten. Die Landesjägerschaft Niedersachsen habe sich unter anderem wegen dieser Punkte bereits mit einem Brief an die niedersächsischen SPD-Abgeordneten in Europa, im Bund und im Land sowie an die SPD-Landräte gewandt.

PM DJV/fh

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