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5. Rotwildsymposium endet mit „Münchner Erklärung“

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Die Deutsche Wildtier Stiftung und der Bayerische Jagdverband (BJV) haben im Rahmen des 5. Rotwildsymposiums gemeinsam die „Münchner Erklärung für Wald und Wild“ herausgegeben. vk

Dr. Joachim Reddemann, Hauptgeschäftsführer des BJV, Prof. Dr. Jürgen Vocke, BJV-Präsident, Haymo G. Rethwisch, Stifter und Vorstand der Dt. Wildtier Stiftung, Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Dt. Wildtier Stiftung
Dr. Joachim Reddemann, Hauptgeschäftsführer des BJV, Prof. Dr. Jürgen Vocke, BJV-Präsident, Haymo G. Rethwisch, Stifter und Vorstand der Dt. Wildtier Stiftung, Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Dt. Wildtier Stiftung

„Münchner Erklärung für Wald und Wild“

der Deutschen Wildtier Stiftung und des Bayerischen Jagdverbandes e.V.
anlässlich des 5. Rotwildsymposiums (1.12. – 3.12.2010)

 
 
Präambel
Der so genannte Wald-Wild Konflikt ist kein Konflikt zwischen Wald und Wild, sondern zwischen den Menschen mit ihren unterschiedlichen Nutzungsinteressen. Wald und Wild sind nicht selbst in den Konflikt
involviert, sondern Spielball der jeweiligen Partikularinteressen. Den Konflikt zu lösen ist nicht allein Aufgabe der Jagd, sondern eine gemeinsame Verantwortung von allen Menschen, die den Lebensraum von Wildtieren nutzen, insbesondere auch den Grundeigentümern, den Land- und Forstwirten, den die Landschaft für Freizeitaktivitäten nutzenden Menschen und den Naturschützern. Wissenschaft und Politik müssen dafür Grundlagen und Rahmenbedingungen schaffen.
 
Forderungen und Empfehlungen
Um den Konflikt zwischen dem Lebensraum- und Nahrungsbedarf der Wildtiere und dem Nutzungsinteresse des Menschen in unserer Landschaft zu lösen, müssen sich politische Rahmenbedingungen und die Praxis der Landnutzung ändern.
 
Forderungen an die Politik
• Wildtiere und damit auch das Rotwild sind integraler Bestandteil des Waldökosystems. Die wirtschaftliche Nutzung des Waldes muss dem öffentlichen Interesse an einem gesunden und artenreichen Wildbestand Rechnung tragen.
• Neben negativen sind auch positive Auswirkungen von Schalenwild auf die Artenvielfalt anzuerkennen.
• Rotwild ist Leitart für den Biotopverbund. Rotwild-Lebensräume sind großräumig zu vernetzen und ihre Beschränkung auf Rotwildbezirke ist zu beenden. Faire Entschädigungsregelungen für wirtschaftliche Folgen von Fraßeinwirkungen des Rotwildes sind unter Einbeziehung der Allgemeinheit zu treffen.
• Querungshilfen u.a. über Autobahnen müssen Wanderbewegungen dieser großräumig lebenden Wildart ermöglichen.
• In Wäldern im Eigentum der öffentlichen Hand sind Wildruhezonen obligatorisch auszuweisen.
• Für Land- und Forstwirte sind im Rahmen von freiwilligen Angeboten Anreize zu schaffen, um Lebensräume für Wildtiere zu verbessern.
• Die Kompetenz von Hegegemeinschaften ist zu stärken und eine Pflichtmitgliedschaft von Revierinhabern fest zu legen.
• Rotwild ist auf Grundlage eines von allen relevanten Akteuren miteinander entwickelten Konzeptes zu behandeln.
• Modell- und Demonstrationsvorhaben für ein integratives Land- und Rotwildmanagement sind einzurichten.
 
Forderungen an die Jagdpraxis
• Das Rotwild ist stets störungsarm und effizient zu bejagen.
• Auf ganzer Fläche – auch außerhalb von Rotwildbezirken – muss die Bejagung auf Grundlage eines Abschussplans erfolgen. Abschussvorgaben sind zu erfüllen.
• Die Jagdzeit auf Rotwild ist auch aus Tierschutzgründen auf den 31.12. zu begrenzen.
• Das Nachtjagdverbot auf Rotwild ist konsequent einzuhalten.
• Ausreichend Äsungsflächen sind von der Einzeljagd auszunehmen.
• Wenn Rotwild gefüttert oder gekirrt wird, ist dies im Rahmen eines Rotwildkonzeptes (s.o.) großräumig zu koordinieren.
• Die jagdliche Kompetenz von Jagdpächtern und Eigenjagdbesitzern muss durch Fortbildungsmaßnahmen kontinuierlich verbessert werden.
 
Forderungen an die Land- und Forstwirtschaft
• Die Lebensräume für das Rotwild im Wald und im Offenland sind zu verbessern (u.a. durch waldbauliche Maßnahmen, Wildäsungsflächen, Waldrandgestaltung).
• Die Fraßeinwirkungen von Schalenwild im Wald sind nicht daran zu bemessen, wie viele Bäume verbissen sind, sondern daran, ob ausreichend junge Bäume – entsprechend einem konkreten Waldbauziel – aufwachsen können.
 
Forderungen an Freizeitaktivitäten
• Das freie Betretungsrecht der Natur ist ebenso mit Verpflichtungen zu verbinden wie dies bei der Sozialpflichtigkeit des Eigentums der Fall ist.
• Freizeitaktivitäten und Tourismus sind an Rotwildkonzeptionen zu beteiligen.
Fazit
Wälder und die Feldflur sind unverzichtbare Lebensräume für unsere Wildtiere. Um unser Wild zu erhalten und ihm in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft eine Zukunft zu geben, sind ein fairer Umgang mit
Wild und ein Zurücknehmen einseitiger wirtschaftlicher Maximalforderungen erforderlich.

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