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Abgefangener Hirsch im Gartenteich erhitzt die Gemüter

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Nachdem Anfang Januar in Brandenburg ein Nachsuchenführer einen Hirsch in einem Gartenteich abgefangen hatte und ein Video des Vorgangs in den sozialen Medien kursierte, kochen in Jägerkreisen und bei Tierschützern die Gefühle hoch.

(Foto: Privat)

Der in Brandenburg tätige Hundeführer ist bestätigter Nachsuchenführer und habe laut dem Schreiben seines Anwaltes, den bei einer Jagd beschossenen und daher kranken Hirsch bis in ein Wohngebiet verfolgt. Dort landete der Hirsch unglücklicherweise in einem Gartenteich. Das weitere Vorgehen hätte der Hundeführer aus Dokumentationsgründen von einer begleitenden Jägerin mit dem Handy filmen lassen. Sicher keine kluge Entscheidung, denn letztendlich landete das Video im Netz und verursachte gehörigen Aufruhr.

„Dabei ist zunächst nichts Ungewöhnliches auf dem in Originalversion etwa 6 Minuten langen Clip zu sehen“, erläutert ein bestätigter Schweißhundführer und Nachsuchenprofi auf Nachfrage der Redaktion. Namentlich will er aus Angst vor Repressalien militanter Tierschützer nicht genannt werden. „Im Video sieht man, neutral betrachtet, einen Nachsuchenführer, der genau das tut, was von ihm erwartet wird: Das kranke Stück Wild schnellstmöglich erlösen. Mit dem Abfangmesser sticht er beidseitig hinters Blatt. Da sich das Stück im Wasser befindet, fällt die Lunge nicht ganz so schnell zusammen wie das an Land geschehen wäre und der Hundeführer bringt noch einen Kehlschnitt an. Letztlich ist jedes Mittel recht, das Leiden des Wildes schnellstmöglich zu beenden.“

Dass die Situation auf Außenstehende und Nichtjäger unschön wirke, verstehe er. Aber letztlich ist das Abfangen des kranken Stückes eine Notwendigkeit, die zum Handwerk des Nachsuchenprofis gehöre. Filmen und das Video viral gehen lassen war allerdings eine Entscheidung, die der betroffene Hundeführer noch bedauern dürfte.

mwo

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