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Bayern: Wolfsattacke heizt Managementdebatte an

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Ein Wolfsangriff mit großen Schäden führt die verfahrene theoretische Debatte über den Beutegreifer zwischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium in Baden-Württemberg ad absurdum. In der Nacht vom 29. auf den 30. April sind bei Bad Wildbad im Kreis Calw im Schwarzwald 32 Schafe einer rund 150-köpfigen Herde gerissen worden. Weitere mussten wegen ihrer Verletzungen getötet werden oder sind im nahe gelegenen Flüsschen ertrunken. Das bestätigte das Umweltministerium.

Wolf
Zahlreiche tote Schafe werden von Vertretern der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg und der Forstverwaltung Calw untersucht. Ein Wolf ist vermutlich für die toten Tiere verantwortlich.
Foto: dpa

Ob es wirklich ein Wolf war, soll jetzt eine genetische Eilanalyse ergeben. In diesem Fall werde der Schäfer entschädigt, so das Ministerium. Staatssekretär Dr. Andre Baumann machte aber klar, dass auch eine Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht, wie sie von vielen Seiten gefordert wird, solche Angriffe nicht verhindern könne.

Der Vorfall hat auch auf Bundesebene Reaktionen ausgelöst. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sagte: „Wir müssen die Entwicklung der Wolfspopulation in Deutschland genauer beobachten in realistischen Monitoringgebieten, die nicht zu groß sind.“ Wo der gewünschte Erhaltungszustand des Wolfs erreicht sei, könne entsprechend reagiert werden. Ob das auch Abschüsse beinhaltet, wie es die Berliner Morgenpost gemeldet hatte, dazu wollte sich das Ministerium gegenüber WuH nicht äußern.

Die letzten – und 2018 bislang einzigen bestätigten – Wolfsmeldungen in Baden-Württemberg kamen aus dem Kreis Sigmaringen im Oberen Donautal und Ludwigsburg, beide deutlich über 50 Kilometer vom aktuellen Geschehensort entfernt. vk

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