Neues aus der Wildbiologie: Mountainbiker stören Rotwild

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Eine aktuelle Studie aus Norwegen liefert Daten zur zunehmenden Beanspruchung von Wildlebensräumen durch Erholungssuchende. Janneke Scholten und ihre Kollegen von den Universitäten in Ås und Sogndal haben die Raumnutzung von Rotwild im Bereich von Mountainbike-Strecken anhand von Losungsfunden und Fotofallenbildern untersucht und ihre Ergebnisse kürzlich im European Journal of Wildlife Research veröffentlicht.

Rotwild
Ein seltenes Bild: Laut Studie meidet Rotwild Gebiete rund um Mountainbike-Strecken.
Foto: Michael Breuer

Das Ergebnis: In einem Abstand von etwa 40 Metern entlang der Trails wurde weniger Losung gefunden, was darauf hindeutet, dass Rotwild diesen Bereich meidet. Wie stark die Strecke befahren wurde, hatte nur einen sehr geringen Effekt auf die Reaktion der Stücke. Allerdings sind die Verhältnisse in der untersuchten Region in Norwegen nicht mit denen im Taunus oder anderen deutschen Mittelgebirgen vergleichbar, wo ein wesentlich höherer Besucherdruck herrscht. Insgesamt scheint es aber besser zu sein, wenn eine vorhandene Strecke stärker genutzt wird, als dass neue, aber dafür weniger befahrene Wege eröffnet werden. Denn mit jedem weiteren geht mehr ungestörter Rotwildlebensraum verloren. Johannes Lang