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Studie aus Grafenwöhr: Hirsche erhalten Vielfalt im Offenland

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Rotwild kann helfen, wertvolle Offenlandschaften in ihrer naturschutzfachlichen Vielfalt zu erhalten. Außerdem lässt sich sein Äsungsverhalten in einem gewissen Rahmen steuern. Das sind die Ergebnisse einer dreijährigen Studie auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr.

Die Studie hat unter anderem ergeben, dass sich die Rothirsche tatsächlich mehr auf den gemähten als auf anderen Flächen aufhielten.
Foto: Institut für Wildbiologie Göttingen und Dresden/vk

Dort hatte ein Wissenschaftlerteam aus Göttingen in zwei FFH-geschützten Lebensraumtypen insgesamt 23 Ausschlusszäune aufgestellt. Das Wild, das die Flächen zur Nahrungsaufnahme nutzte, wurde dadurch von einzelnen Bereichen ferngehalten. Drei Jahre später zeigte sich: Wo die Hirsche „ausgesperrt“ waren, war die Pflanzenvielfalt signifikant zurückgegangen, Streuschicht und Aufwuchs waren höher, teilweise ging die Entwicklung in Richtung Wald. Der naturschutzfachliche Wert der Offenlandlebensraumtypen war damit gefährdet, während ihn die Hirsche außenherum erhalten hatten.

In einem zweiten Teil der Studie wurde untersucht, ob sich beeinflussen lässt, wie intensiv die Hirsche eine Fläche beäsen. Die Forscher mähten Flächen oder brannten sie kontrolliert ab. Ergebnis: „Mit Hilfe von Wildkameras konnte nachgewiesen werden, dass sich die Rothirsche tatsächlich mehr auf den gemähten als auf anderen Flächen aufhielten. Daher scheint es möglich zu sein, die Habitatnutzung von Rothirschen durch das Mähen ausgewählter Flächen zu beeinflussen.“ Als Resümee zogen die Wissenschaftler: „Wildtierbeweidung erscheint als eine effektive und praktikable Naturschutzmaßname, die insbesondere für große Gebiete mit eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten geeignet ist.“

vk

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