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Thüringen: Luchs ist zurück

1818

Nach 200 Jahren ist Pinselohr zurück im Thüringer Wald. Das belegen Aufnahmen, die Jäger Dirk Hirsch mithilfe von Fotofallen nördlich von Oberschönau (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) gemacht hat. Seit Jahren spürt er nach Angaben des Landesumweltministeriums der scheuen Raubkatze nach.

Fotofalle
Nördlich von Oberschönau wurde der Luchs mithilfe einer Fotofalle festgehalten.
Foto: Dirk Hirsch/chb

Es gab auch reichlich Indizien für die Anwesenheit eines Luchses, darunter der Riss eines Hirschkalbes mit Kehlbiss und Fährten. Der zweifelsfreie Erstnachweis aber gelang erst, nachdem der Jäger Kontakt aufgenommen hatte mit der Forschungsgruppe „Biodiversität und Naturschutz“ des Forschungszentrums iDiv und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Die Wissenschaftler stellten ihm zwanzig Fotofallen zur Verfügung. Das Thüringer Landesamt für Umwelt und Geologie hat den Angaben zufolge inzwischen die Aufnahmen von Mitte Februar und zusätzliche Spuren bestätigt.

Woher der Luchs gekommen ist und ob er sich im Thüringer Wald ansiedelt oder nur auf der Durchreise ist, sei aber noch unklar. Möglicherweise stammt die Raubkatze aus dem Nationalpark Harz oder dem Bayerischen Wald, die als Kerngebiete des Luchses gelten. Falls Pinselohr im Thüringer Wald sesshaft wird, könnte das Gebiet zu einem wichtigen Trittstein werden bei der weiteren Ausbreitung der Raubkatze. chb

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