Waldzustand bestimmt über Abschusshöhe

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16.09.2014

Am Ende ging es dann doch ganz schnell: Am gestrigen Montag haben sich Vertreter der rot-grünen Koalitionsfraktionen und der Ministerien über die letzten Details des neuen NRW-Jagdgesetzes verständigt.

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Damit haben sie den Weg frei gemacht für den grünen Umweltminister Johannes Remmel, den Entwurf des sogenannten ökologischen Jagdgesetzes heute ins Kabinett der Landesregierung einzubringen.
Wie aus zuverlässiger Quelle zu erfahren war, enthält das Papier ein Verbot von Baujagd und Katzenabschuss sowie die Abschaffung der klassischen Abschusspläne für Schalenwild. Dessen Erlegung soll sich künftig am Waldzustand orientieren, der in dreijährigem Rhythmus per Monitoring ermittelt wird. Damit wird der von der Forstpartie vielfach erhobenen Forderung Wald vor Wild Rechnung getragen.
Die Veröffentlichung der Gesetzesnovelle wird seit langem mit Spannung erwartet. Bereits im Vorfeld hatte das umstrittene Thema für heftige Diskussionen gesorgt. Zuletzt hatte der Landesjagdverband mit weiteren Verbänden des ländlichen Raumes noch einmal seine skeptische Haltung deutlich gemacht und angekündigt, sich sehr schnell nach Veröffentlichung des Entwurfs in seinen Gremium damit zu befassen und dann kurzfristig alle 65.000 Mitglieder zu Regionalkonferenzen einzuladen. Darin soll das Vorhaben der Landesregierung diskutiert und eine mögliche Reaktion darauf gefunden werden.
 
Dem Vernehmen nach liegt der Gesetzentwurf dem Landesjagdverband bereits seit rund drei Wochen vor. Er soll dem Präsidenten Ralph Müller-Schallenberg während eines gemeinsamen Treffens mit dem NABU-Chef Josef Tumbrinck von Remmel ausgehändigt worden sein. Da alle Beteiligten jedoch striktes Stillschweigen vereinbarten, wolle der LJV sich zu dem Papier erst nach öffentlicher Vorstellung durch den Minister äußern.
Ein neues NRW-Jagdgesetz muss bis Ende Juni 2015 in Kraft treten. Das derzeit gültige Gesetz lief ursprünglich Ende dieses Jahres aus, war aber vom Landtag um sechs Monate verlängert worden, weil die rot-grüne Regierung die Vorlage der Änderung immer wieder hinausgeschoben hatte.
chb

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