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Schaftmaße 2

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Schränkung: Das Schränkungsmaß bestimmt die seitliche
Abweichung der Treffpunktlage des Schrotschusses

 

Mit der Schränkung bezeichnet man die seitliche Ausbiegung des Schaftes aus dem Gesicht. Bei gerader Kopfhaltung würde der Schaft beim Anschlagen der Flinte auf Grund der Gesichtsform am Unterkiefer des Schützens hängen bleiben. Das hätte zur Folge, dass er mit dem Schaftrücken die Anschlagwange als eigentliches Anschlagziel nicht erreicht und deshalb mit einem seitlichen Hochschuss rechnen muss. Auch ein Schütze mit schlankem Gesicht müsste seinen Kopf dennoch leicht zur Anschlagseite drehen und etwas neigen, damit der Unterkiefer automatisch aus der vertikalen Hebelinie des Schaftes nach innen gestellt wird. Erst dann kann der Schaft an dem „anatomischen Hindernis“ vorbei zum idealen Anschlagpunkt der Wange gehoben werden. Schränkung am SchaftrückenBei der Schränkung des Schaftes sind nur zwei Maße für den Schützen anschlagrelevant: 1. An der mittleren Wangenanlegestelle am Schaft (a) sowie 2. am oberen Schaftende (b).Von beiden Maßen ist das Maß (a) am wichtigsten, weil der Schütze bei einem konstanten Anschlagverhalten in diesem Bereich des Schaftrückens seinen immer wiederholbaren mittleren Wangenkontakt hat. Folglich können nur von diesem begrenzten Anlagebereich die individuellen Senkungs- und Schränkungsmaße des Schützen ermittelt werden. Das Maß (b) ist die lineare Verlängerung der Hilfslinie von der Schaftnase über Maß (a) zum Schaftende hin; es ergibt sich automatisch.

Von Heinz Oppermann

Die Schränkung eines Flintenschaftes ist besonders für Schützen mit einem vollen Gesicht von Bedeutung. Da die meisten neuen Flinten werkseitig nur gering geschränkt sind, muss das Schränkungsmaß individuell korrigiert werden. Von dieser Schaftkorrektur darf der Schütze aber nicht erwarten, dass er sein Gesicht nicht mehr zur Seite neigen muss. Eine gerade Kopfhaltung beim Flintenanschlag bewirkt, dass der Schaft vorzeitig am Kieferknochen hängen bleibt. Nicht nur ein Links/Hochschuss wäre beim rechtsanschlagenden Schützen die Folge, sondern Prellschäden im Kieferbereich wären ebenfalls nicht auszuschließen. Dennoch wird der Schränkung im Allgemeinen zu wenig Bedeutung beigemessen.

Schränkung an der KolbenspitzeDie Schränkung an der Kolbenspitze ist in der Regel stärker ausgeprägt als am Schaftrückenende. Das ist beabsichtigt, damit der Schaft etwas schräg an der Schulter anliegt und die Schaftspitze mehr zur Achsel des Schützens ausgerichtet ist. Bei gerader Schaftstellung würde die Schaftspitze bei der Schussabgabe empfindlich auf den Brustmuskel stoßen, wenn das Pitchmaß nicht stimmt.Als Bezugslinie zur Messung der Schränkung an der Schaftspitze gilt bei einer Doppelflinte das Achsmaß der unteren Laufverbindungsschiene, bei der Bockflinte das Achsmaß des unteren Laufes.

 

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