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Schaftabschluss 1

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Gummikappen sind kein idealer Schaftabschluss für Flinten:
Sie verhindern einen gleitenden Anschlag an der Schulter.

 

Eine Gummikappe als Schaftabschluss wirkt sich beim Anschlagen der Flinte immer hinderlich aus. Dabei ist es nur die obere Kante des Schaftrückens, die beim Anschlagen der Flinte den ersten Körperkontakt hat. So bieten weder die ventilierte Schaftkappe aus weichem Leder (a) noch die genoppteVollgummi-Schaftkappe (b) die Voraussetzung für einen behinderungsfreien Flintenanschlag. Selbst bei enganliegenden Schießwesten wird der Schütze nicht umhinkommen, zunächst den Schaft nach vorne zu schieben, um ihn dann in einem umständlichen Bogen zur Schulter zu heben. Das bedeutet Zeitverlust und verleitet stets zu hastigen und unkontrollierten Anschlägen.

Von Heinz Oppermann

Rückschlagminderer als Schaftabschluss an Flinten sollen durch Verzögerung der Auftreffgeschwindigkeit die Rückstoßkraft an der Anschlagschulter auffangen. Besonders Rückstoß empfindliche Schützen wollen

auf diesen Effekt nicht verzichten und nehmen daher die nicht zu vermeidenden Anschlagschwierigkeiten billigend in Kauf. Die Ursache der Rückstoßempfindlichkeit vieler Schützen ist aber in der Regel von einer mangelhaften Schaftanlage an der Schulter abzuleiten. Grundsätzlich kann der Rückstoß bei Abgabe eines Schrotschusses um so schmerzfreier aufgenommen werden, desto flächendeckender die Schaftkappe fest

an der Anschlagschulter anliegt. Durch Fehlanschläge verursachte Schmerzen an der Schulter
können auch weiche Gummikappen nicht verhindern.

Die rote Linie markiert die Anschlaghöhe an der Wange, die immer erreicht werden müsste.Sobald die Gummikappe beim Anschlagen der Flinte mit dem Stoff gleich welcher Art in Berührung kommt, wird die durch den Reibungswiderstand verursachte Faltenbildung das Heben des Schaftes vorzeitig stoppen (siehe weißer Pfeil). Der Schaft bleibt zu tief an der Schulter hängen und kann somit die erforderlichen Schaftanlagepunkte an der Schulter und insbesondere an der Wange a nicht erreichen. Das Zielauge blickt von einer überhöhten Position b aus über die Laufschiene zur Flintenmündung, was zwangsläufig zum Hochschuss führt. Bei einer jagdlichen Überraschungssituation würde in der Praxis trotzdem der Schuss abgegeben, weil eine Korrektur für die Jägerin aus zeitlichen Gründen nicht mehr möglich wäre. Schlimm wäre nur, wenn sie dann nicht wüsste, warum sie das Ziel gefehlt hat.

 

 

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