ABPRALLVERHALTEN VON FLINTENLAUFGESCHOSSEN

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Gefährliche Alternativen
Nach den Ergebnissen zu Büchsengeschossen aus dem Jahr 2011 untersuchte die Deutsche Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und Sportwaffen (DEVA), in Zusammenarbeit mit Dr. Beat P. Kneubuehl, das Abprallverhalten von Flintenlaufgeschossen. Wie sich bleifreie und bleihaltige geschlagen haben, zeigt Ingo Rottenberger.

Geschossen wurde auf eine Entfernung von 35 Metern (m) auf die praxisnahen Beschussmedien Gebüsch, Baumstamm, harter Boden, Steinplatte sowie weicher Boden. Alle Versuche wurden mit dem Kaliber 12/70 aus Messläufen mit 71 Zentimetern (cm) Länge durchgeführt. Es wurden drei bleifreie und drei bleihaltige Flintenlaufgeschosse (FLG) auf naturnahe Medien geschossen, um deren Abprallverhalten innerhalb der Gruppen bleifrei und bleihaltig zu vergleichen und deren Gefährlichkeit bei der Jagdausübung beurteilen zu können. Die Schusswinkel betrugen 2,5°, 5°, 10°, 15° und 25° (am Baumstamm: 10°, 15°, 25°, 45° und 90°). Pro Medium, Winkel und Geschosskombination wurden fünf Schuss veranschlagt, mit der Bedingung, dass alle Daten (Ausgangs- und Restmasse, Ausgangsund Restgeschwindigkeit, Ausgangs- und Restenergie der Geschosse sowie Ablenkwinkel zur Seite, zur Höhe, im Raum) und das abgeprallte Projektil vorhanden sein mussten. Bei den Rückprallversuchen und dem Beschuss des Baumstammes unter einem Winkel von 90° waren nur je drei Schuss erforderlich. Die gewonnenen Daten wurden in ein Auswertungssystem überführt, um damit die Reichweite der Abpraller zu ermitteln.

Abprallverhalten von Fintenlaufgeschossen

Fazit zum Verhalten bleihaltiger und bleifreier Flintenlaufgeschosse nach Dr. Kneubuehl
Abgangs- und Seitenwinkel Bleihaltige und bleifreie FLG werden bei den für Gefährdungszonen maßgebenden maximalen Abgangs- und Seitenwinkeln in ungefähr gleichem Maße abgelenkt. Das Medium, an dem ein FLG abprallt, übt einen Einfluss darauf aus, ob bleihaltige oder bleifreie FLG „gefährlicher“ abprallen, das heißt mit größerem Ablenkwinkel oder besserer Energieerhaltung. An Baumstämmen können bleihaltige
FLG in Einzelfällen bis gegen 30°, somit etwa doppelt so stark wie bleifreie, abgelenkt werden. Reichweiten und Gefährdungszonen Gefährdungszonen sind für bleihaltige und bleifreie FLG als gleich anzunehmen. Rückpraller Bei Holz dringen die Flintengeschosse ein.
Es kommt zu keinem Zurückprallen. An Stein zersplittern die bleihaltigen, bei den bleifreien entstehen Restkörper, die (in einem Fall, Brenneke „Super Sabot“) bis etwa 10 m zurückrollen können. Von Stein (nach Durchschuss eines Tierkörpers) zurückprallende Geschosse gefährden daher den Schützen nicht.
Ein senkrechter direkter Beschuss eines Steins ist aber selbstverständlich zu unterlassen. Hierbei können Geschosssplitter bis zu einer Distanz von etwa 30 Metern den Schützen ernsthaft verletzen.

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