Dringender Appell an die Berliner Koalitionäre

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Das afrikanische „Community Leaders Network“, das nach eigenen Angaben Millionen Menschen aus den ländlichen Gebieten Afrikas vertritt, hat sich mit einem Brandbrief an die Verhandlungsführer Baerbock, Scholz und Lindner in Berlin gewandt. 60 Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und Dörfern sowie einige „Chiefs“ (Häuptlinge) haben den Appell unterzeichnet.

Eine Siedlung der San in Namibia erhält ihren Anteil vom Fleisch eines Elefanten, den ein Auslandsjäger erlegt hat. Die Jagdgebühren gehen zum größten Teil in die Kasse der Conservancy. (Quelle: Rolf D. Baldus)

Obgleich SPD, Grüne und FDP über die Inhalte der Verhandlungen Stillschweigen vereinbart haben und nur wenig an die Öffentlichkeit dringt, hat sich offenbar bis nach Afrika rumgesprochen, dass die Verhandelnden der Umwelt-Arbeitsgruppe auch über internationalen Artenschutz reden.

Das Netzwerk setzt sich deshalb dafür ein, dass die neue Bundesregierung keine Importverbote für Jagdtrophäen erlässt, wie die Grünen im Wahlkampf gefordert hatten. In ähnlicher Form hatte man vor einigen Monaten schon an Bündnis 90/Die Grünen und im letzten Jahr an die britische Regierung geschrieben. MdB Lemke von den Grünen hatte dem Netzwerk jedoch per Brief eine Abfuhr erteilt.

Verbote hätten katastrophale Auswirkungen auf ihre Lebensverhältnisse und den Naturschutz in ihrer Heimat gleichermaßen. Die Unterzeichner stellen auch fest: „Wir sind es leid, dass Menschen, die ganz woanders und weit entfernt von unserer Lebensrealität wohnen, sich anmaßen, für uns zu sprechen und unsere Erfolge beim Naturschutz als Mythen zu diskreditieren.“

rdb

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