Nordrhein-Westfalen: Erste Fleckfieberinfektion durch Riesenzecke

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Erstmals soll in Deutschland ein Mensch durch den Stich einer tropischen Hyalomma-Zecke an Fleckfieber erkrankt sein. In der tropischen Riesenzecke ist nach Angaben der Universität Hohenheim der betreffende Erreger nachgewiesen worden.

Die Hyalomma-Zecke (r.) kann bis zu 2 cm groß werden und sind anhand ihrer auffällig gestreiften Beine gut zu erkennen.
Foto: Uni Hohenheim/Marco Drehmann/mh

Ein Pferdebesitzer aus dem Raum Siegen (NRW) hatte sie Ende Juli nach einem Stich an die Zeckenforscher in Hohenheim geschickt. Wenige Tage später war er mit schweren Krankheitssymptomen und Verdacht auf Zecken-Fleckfieber ins Krankenhaus gekommen. Er wurde erfolgreich mit Antibiotika behandelt.

Ursache für die Erkrankung ist ein Bakterium, das zu einem fieberhaften Infekt mit Kopf- und Muskelschmerzen sowie extremen Gelenkschmerzen und dem namensgebenden Hautausschlag führt. Infizierte fühlen sich zudem oft so, als würden sie verbrennen. Der Fall des Pferdehalters aus dem Raum Siegen gilt als Verdachtsfall, weil ein Direktnachweis des Erregers am Patienten nach Angaben der Experten nicht möglich war.

Die Zahl der in Deutschland gefundenen Hyalomma-Zecken ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. „2019 haben wir zusammen bis jetzt schon 50 Exemplare in Deutschland gefunden. Letztes Jahr waren es insgesamt 35“, sagt Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim. Von den hiesigen Zecken sind sie leicht zu unterscheiden: Sie sind mit bis zu zwei Zentimetern Länge wesentlich größer und haben auffällig gestreifte Beine. chb

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